Wirte leiden unter Wetterkapriolen

Bad Tölz-Wolfratshausen - Eine stabile Hochdruckphase? Fehlanzeige! Immer wieder regnet es. Das macht den Menschen zu schaffen, besonders aber den Gastwirten. Denn: Sie können nicht planen.

„Von Westen her Gewitter, dabei örtlich eng begrenzt Starkregen mit Mengen bis 25 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit...“ So oder ähnlich klingt er momentan häufig, der Wetterbericht. Damit ist der Ausflug am Wochenende oder der Besuch im Biergarten wieder einmal ein Lotteriespiel.

Launisch wie eine Diva präsentiert sich das Wetter seit Wochen. Tage mit Hitzerekorden enden überwiegend mit einem Gewitter. „Das Problem ist nur, dass niemand genau weiß, wo es diese Gewitter gibt und zu welcher Zeit. Zur Zeit ist das ein Glücksspiel“, sagt Andreas Haindl von der Klosterschänke in Dietramszell. Vor allem für die angesagten Ausfluglokale und Biergärten sind diese Kapriolen ein Problem. Die Wirte bleiben jedoch gelassen. „Es ist nicht der erste Sommer, der uns vor diese Probleme stellt. Es gab auch schon schlimmere Jahre“, meint etwa Josef Lautenbacher, der Chef des Holzwirts in Ascholding. Da helfe nur das ständige Anschauen des Wetterberichts. „Vor allem vor dem Wochenende, bevor wir die frische Ware bestellen, ist das notwendig. Trotzdem ist es ein ständiges Jonglieren“, so Lautenbacher.

Dieses Thema sieht Philipp Paradiso von der Alten Flößerei in Wolfratshausen relativ entspannt: „Wenn die bestellte Menge nicht reicht, ist es aus, wird es von der Speisekarte genommen. Wir kochen frisch, da kann das mal passieren“, so Paradiso.

Das größte Problem ist für alle Wirte die Personalfrage. Etwa eine Woche im Voraus wird der Dienstplan aufgestellt, damit auch die Aushilfen ihre Zeit einteilen können. „Habe ich zu wenig Leute, müssen die Gäste warten. Sind zu viele da, weil es wider Erwarten regnet, stehen sie herum, oder ich muss sie nach Hause schicken“, sagt Lautenbacher.

„Von unseren 200 Plätzen im Biergarten sind viele überdacht. Wir haben Schirme aufgestellt. Und wenn es gar nicht mehr geht, servieren wir in der Gaststube“, meint Josef Geisberger von der Sprengenöder Alm in Eurasburg. Ähnlich äußert sich auch Haindl, schränkt aber ein: „Die schönen Abende mit Biergartenwetter fehlen beim Umsatz.“ Und so wünschen sich alle Wirte: „Ein paar Wochen mit beständigem Wetter wären schön.“

(nie)

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