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Standort für ein neues Pa rkdeck: 97 Pkw sollen künftig in einem Neubau am Paradiesweg Platz finden. Rund 1,7 Millionen Euro lässt sich die Kommune die Schaffung von zusätzlichen Stellplätzen in Altstadtnähe kosten.

Bauausschuss befürwortet Neubau am Paradiesweg 

1,7 Millionen fürs neue Parkdeck: Wolfratshausens Bürgermeister bekommt „Bauchschmerzen“

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Die Stadt Wolfratshausen bekommt ein knapp 1,7 Millionen Euro teures neues Parkdeck. Rathauschef Klaus Heilinglechner meldet Bedenken an - aus zwei Gründen.

Wolfratshausen – Am Paradiesweg in der Nähe des AWO-Demenzzentrums wird ein Parkdeck entstehen. Das beschloss der Bauausschuss am Mittwoch. Knapp 1,7 Millionen Euro lässt sich die Kommune den Neubau, der Platz für 97 Autos bietet, kosten. „Das Parkdeck erhöht die Kapazität am Paradiesweg gegenüber dem Bestand von 51 Stellplätzen um insgesamt zirka 46 Stellplätze. Die Kosten für einen zusätzlichen Stellplatz würden somit umgerechnet 36 690 Euro betragen“, erläuterte Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung).

Schon Anfang 2017 hatte sich der Bauausschuss für die Schaffung von mehr Stellflächen am Paradiesweg ausgesprochen. Aus Kostengründen entschied sich das Gremium für eine ebenerdige Erweiterung des bestehenden Parkplatzes. Einige Monate später kam der Ausschuss jedoch zu dem Schluss, eine Machbarkeitsstudie zur Errichtung eines Parkdecks erstellen zu lassen. Diese Studie stellte Stefan Richtsfeld, Mitarbeiter des Bauunternehmens Goldbeck, den Stadträten am Mittwoch vor.

Das Deck, das aus zwei Ebenen besteht, soll mit einer Parkhausfassade mit Schallschutz zum Geh- und Radweg beziehungsweise zu den Anwohnern und voraussichtlich einer Überdachung ausgestattet werden. Angedacht ist der Einbau einer „Begleitheizung“ an der Rampenauffahrt. Grünen-Sprecher Dr. Hans Schmidt plädierte mit Nachdruck für den Erhalt des bestehenden „Baumgürtels“ – der könnte jedoch der Schallschutzmaßnahme zum Opfer fallen. „Das müssen wir uns bei der detaillierten Planung noch einmal genau anschauen“, sagte Richtsfeld.

„Ich hadere mit den Kosten“, stellte Gerlinde Berchtold (SPD) fest. Im Vergleich mit der größtmöglichen ebenerdigen Erweiterung würden nur 30 Stellplätze mehr entstehen, das Parkdeck sei allerdings 1,5 Millionen Euro teurer als die Alternative. „Das ist mir zu viel“, sagte Berchtold.

Bürgermeister Heilinglechner war ähnlicher Meinung. „Wir brauchen Stellplätze, da stimme ich allen zu“, sagte der Rathauschef. Doch er wäre mit dem ebenerdigen, etwa 250 000 Euro teuren Ausbau zufrieden. Nicht zuletzt, „weil wir uns darauf einstellen müssen, dass das Parkdeckprojekt noch teurer wird.“ Heilinglechner geht im Übrigen wie Stadtrat Schmidt fest davon aus, dass Anwohner gegen das Parkdeck klagen werden. „Das wird uns zeitlich nach hinten werfen“, mutmaßt der Bürgermeister.

„Ja, das Parkdeck kostet Geld“, räumte Vize-Rathauschef Fritz Schnaller (SPD) ein. „Aber Wolfratshausen kommen die Entscheidungen am teuersten, die nicht getroffen werden.“ Schnaller bat mit Blick auf die Investitionskosten genau zu prüfen: „Brauchen wir wirklich ein Dach? Brauchen wir Schallschutz?“ Er verwies auf das Parkdeck an der Kreisklinik am Moosbauerweg. Trotz des „sensiblen Bereichs“, in dem es stehe, gebe es „kein Dach, keinen Schallschutz“.

Die CSU votierte geschlossen für das geplante Parkdeck. „Wir müssen zukunftsorientiert entscheiden“, erklärte Fraktionssprecher Günther Eibl. „Wir können nicht immer der Ablösung von Parkplätzen zustimmen und keine neuen schaffen“, meinte Richard Kugler (parteifrei für die CSU).

Dr. Ulrike Krischke (Bürgervereinigung) betonte, dass die Anwohner „nicht überstrapaziert werden dürfen“. Krischke hält aus diesem Grund Schallschutzmaßnahmen für unverzichtbar. Für ihren Fraktionskollegen Josef Praller steht indes schon fest: Für die Benutzung des Parkhauses müsse eine Gebühr verlangt werden. Grünen-Sprecher Schmidt dagegen ist ein Freund des Gratis-Parkens. „Wenn wir etwas verlangen“, müsse man damit rechnen, dass das Parkdeck nicht angenommen werde. Das, so Schmidt, würde wiederum den Suchverkehr in der Innenstadt erhöhen.

Dem Bürgermeister bereiten die Parkdeckpläne „Bauchschmerzen“. Er und Gerlinde Berchtold stimmten dem Vorhaben nicht zu. „Ich füge mich aber dem Mehrheitsbeschluss“, beteuerte Heilinglechner. Er nahm die Stadträte allerdings in die Pflicht: „Wir müssen jetzt auf diesem eingeschlagenen Weg weitergehen.“ Bevor die Firma Goldbeck in die Vollen geht, wird noch ein Schallschutzgutachten in Auftrag gegeben. cce

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