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100 Stunden ohne Smartphone: Der Selbstversuch von Volontärin Magdalena Höcherl geht in die nächste Runde. 

100 Stunden ohne Handy

Selbstversuch Teil 2: Der Papa macht den Weckanruf

Der erste Tag ohne Smartphone ist rum, noch ist alles gut. Aber ich merke schon, in welchen Situationen das Handy fehlt.

Wolfratshausen –  Die Entzugserscheinungen, nach denen sich die Kollegen in regelmäßigen Abständen grinsend erkundigen, sind bisher noch nicht eingetreten. Der Zettel mit den Notfallnummern, die ich vorsichtshalber aufgeschrieben habe, liegt unberührt im Geldbeutel. Aber es ist nicht so, dass ich die Abwesenheit meines mobilen Begleiters nicht spüre.

Wecker gesucht

Magdalena Höcherl Journalistin aufHandy-Entzug

Normalerweise ist das Handy eine Klammer für meinen Tag. Bevor ich schlafen gehe, schalte ich die Weckfunktion ein. Wenn es dann morgens bimmelt, ist das Handy das erste, was ich in die Hand nehme, um das Piepsen auszustellen. Am Montagabend wird mir klar: Ich brauche eine Alternative. Prompt klingelt das Festnetztelefon. Mein Papa ist dran. Wie es denn „ohne“ läuft, will er wissen. Und ob er mich morgen wecken soll. Den Vorschlag nehme ich gern an. „Du denkst halt mit“, sage ich ihm schmunzelnd. Um 22 Uhr knipse ich das Licht aus. Eigentlich würde ich jetzt noch ein paar Nachrichten beantworten und mich durch die neuesten Beiträge auf Facebook und Instagram scrollen. Ich merke: Das muss nicht sein.

Radio statt Podcast

Am Dienstag werde ich wie abgemacht durch den persönlichen Weckanruf wach. Ich trödle morgens gern, deshalb stehe ich generell früh auf. Heute bin ich sogar zehn Minuten eher fertig als sonst, weil ich nicht sämtliche Nachrichten-Apps aufrufen kann, um zu wissen, was über Nacht so passiert ist. Auf dem Weg zur Arbeit höre ich oft Podcasts übers Handy. Heute schalte ich stattdessen das Radio an, das geht genauso gut. Was mir aber auffällt: Zum Glück staut es sich auf der A 8 nicht. Sollte ich mich verspäten, könnte ich nicht Bescheid sagen. Daher: Toi, toi, toi für die nächsten Tage.

Von Magdalena Höcherl

So liefen die ersten Stunden im Selbstversuch: Wie smart bin ich ohne Phone?

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