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25 980 Eier für die Ukraine: Geretsrieder Landwirtin sammelt Lebensmittel für Kinder

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Von: Sabine Hermsdorf-Hiss

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Grenzenlose Hilfe: Landwirtin Alexandra Zwickl aus Geretsried schickte schon eine Tonne Eier in die Ukraine.
Grenzenlose Hilfe: Landwirtin Alexandra Zwickl aus Geretsried schickte schon eine Tonne Eier in die Ukraine. © Sabine Hermsdorf-Hiss

Die Hilfsbereitschaft für die vom Krieg betroffenen Ukrainer ist ungebrochen. „Das Telefon stand nicht mehr still“, freut sich Alexandra Zwickl, die die Organisation „Grenzenlose Kinderhilfe“ unterstützt.

Geretsried – 17 280 Eier und ihre Folgen: Um den flüchtenden Menschen aus der Ukraine zu helfen, folgte die Landwirtin Alexandra Zwickl dem Aufruf des Montessori-Vereins Bad Tölz, der gemeinsam mit der „Grenzenlosen Kinderhilfe“ um Sachspenden und Lebensmittel bat. Die 39-Jährige schaffte es innerhalb kürzester Zeit, eine knappe Tonne Eier über Geldspenden zu besorgen. Unsere Zeitung berichtete darüber. Nur wenig später konnte sich Zwickl vor Hilfsangeboten nicht mehr retten.

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„Die Anfragen und die Bereitschaft zu spenden, wurden immer mehr“, erzählt sie. „Das Telefon stand nicht mehr still.“ Aufhören stand für die Bäuerin nicht zur Diskussion, aber „ich wollte nicht einfach Bargeld einsammeln, auch, um jeden Schritt offen darlegen zu können.“ Zudem wurde die Frage nach Spendenquittungen immer lauter.

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Zwickl intensivierte den Kontakt zu der „Grenzenlosen Kinderhilfe“ und stieß auf Saskia Groos, Lehrerin an der Montessori-Schule Bad Tölz. Diese wiederum unterstützt seit Jahren die Stiftung, ist mit Gründer Janos Mester gut bekannt. „Ich habe 2016 mein Hochzeitskleid gespendet“, berichtet sie unserer Zeitung. „Mittlerweile haben darin drei Bräute geheiratet.“ Groos ist in der Stiftung für die deutsche Kommunikation zuständig, sie koordiniert die Sammelstellen, Fahrer und Transporter und hält den Kontakt zu den Medien und staatlichen Stellen sowie Vereinen und Organisationen.

Unterstützung von ukrainischen Waisenhäusern

Die „Grenzenlose Kinderhilfe“ unterstützt derzeit ukrainische Waisenhäuser in Nagydobrony und Munkacs. „Dort sind jeweils rund 80 Kinder untergebracht“, berichtet Groos weiter. Die Lage ist entsetzlich: „Wasser und Lebensmittel gehen aus. Die Kinder selbst können nicht fliehen. Sie haben keine Pässe.“ Mesters Stiftung wiederum hat ihren Hauptsitz in der ungarischen Stadt Nyíregyháza, nur 70 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Er selbst wohnt dort und arbeitet in der Schweiz. Beim Pendeln mit seinem Kleinbus nimmt er die Spenden mit. Die Hilfsgüter werden in das ungarisch-ukrainische Grenzgebiet geschafft und umgeladen. Dort übernimmt Mesters Frau, die eine Möglichkeit gefunden hat, die Waren persönlich über die Grenze in das Waisenhaus zu bringen.

Zwischenstopp: In Ungarn wurden die Hilfsgüter auf ukrainische Lkw umgeladen.
Zwischenstopp: In Ungarn wurden die Hilfsgüter auf ukrainische Lkw umgeladen. © privat

Noch während Zwickl versuchte, bürokratische Hürden zu überwinden, waren die erste Eier-Lieferung, 80 Kilogramm Äpfel einer Familie aus Mauerstetten sowie 40 Kilogramm Dauerwurst aus der Benediktbeurer Metzgerei Reßl mit weiteren Hilfsgütern auf dem Weg nach Ungarn. Ziel war das grenznahe Sarospatak. Fahrer Helmut Stark gab kurze Rückmeldung nach Deutschland, berichtete von den ersten Reaktionen der Helfer: „Unbezahlbar sind die Blicke, als sie die volle Ladefläche des Lkw sehen.“ Und: „Die Menschen hier erzählen uns von Schicksalen, die uns tief berühren und mitnehmen. Unvorstellbar.“ Unterm Strich wurden nun innerhalb von zwölf Tagen 41 Transporter mit 95 Tonnen Lebensmittel im Wert von 300 000 Euro auf den Weg gebracht.

Nächstes Projekt schon im Visier

Zwickl fasst schon das nächste Projekt ins Auge. „Ich möchte drei Paletten mit insgesamt 25 980 Eiern mitgeben.“ Dafür bittet sie um Spenden auf das Konto über die evangelische Kirche Tegernsee. Doch noch etwas brennt der Geretsriederin auf den Nägeln. Das Transportfahrzeug, mit dem Familie Mester das Waisenhaus mit Lebensmitteln versorgt, gibt langsam seinen Geist auf. Auch hier möchte die 39-Jährige helfen. „Denn es nützt niemanden etwas, Lebensmittel und Hilfsgüter zu schicken, wenn sie nicht zu denjenigen gebracht werden können, die sie am nötigsten brauchen.“

sh

Spendenkonto

Evangelische Kirche Tegernsee, Stichwort „Flüchtlingshilfe Eier“ DE 79 7115 2570 0620 0780 48 Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee

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