Das städtische Gebäude am Untermarkt 10 in Wolfratshausen.
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Ein Projekt zur Aufwertung der Altstadt: Das städtische Gebäude am Untermarkt 10 wird generalsaniert und erweitert.

Bund und Land bezuschussen Aufwertung der Kommune – 4,3 Millionen waren beantragt

600 000 Euro von der Städtebauförderung

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Mit 600 000 Euro Förderung aus dem Staatssäckel kann die Stadt Wolfratshausen rechnen. Das Geld soll in die Aufwertung der Altstadt fließen.

  • Die Stadt Wolfratshausen bekommt eine Förderung im Rahmen der Städtebauförderung
  • 600 000 Euro erhält die Flößerstadt von Bund und Land für Baumaßnahmen
  • Das ist weniger Geld als erwartet: beantragt waren 4,3 Millionen Euro

Wolfratshausen – Das bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr hat eine fette Finanzspritze für die Kommunen im Freistaat aufgezogen. 15,3 Millionen Euro werden in die Wiederbelebung und Stärkung der Ortszentren in Oberbayern gepumpt, 600 000 Euro fließen nach Wolfratshausen. „Im ersten Moment freue ich mich“, sagt Bürgermeister Klaus Heilinglechner, doch noch liege ihm der detaillierte Förderbescheid nicht vor. Denn: Es ist weniger Geld, als erwartet wurde.

Heuer wird eine umfangreiche Neustrukturierung der Städtebauförderung umgesetzt. „Mit den drei neuen Programmen ,Sozialer Zusammenhalt‘, ,Lebendige Zentren‘ und ,Wachstum und nachhaltige Entwicklung‘ machen wir die Städtebauförderung einfacher und verständlicher“, kündigt Bauministerin Kerstin Schreyer an. Zunehmender Gebäudeleerstand und Brachflächen in Stadt- und Ortskernen zeugen laut der Staatsministerin von einem Strukturwandel in den Städten und Gemeinden. Für nachhaltige Maßnahmen zur Anpassung, Stärkung und Revitalisierung ihrer Zentren erhalten die Kommunen finanzielle Unterstützung durch Bund und Land.

47 Kommunen in Oberbayern erhalten eine Förderung

In diesem Jahr, dass von der Corona-Pandemie überschattet ist, bekommen 47 Städte und Gemeinden in Oberbayern unterm Strich 15,3 Millionen Euro. Es handelt sich um Einzelbeträge zwischen 30 000 Euro (Ortsmitte und Bahnhofs-Areal in Gauting) bis gut eine Million Euro, die für die Aufwertung der Münchner Stadtteile Pasing und Trudering verwendet wird. 600 000 Euro bekommt Wolfratshausen.

4,3 Millionen Euro Zuschuss hatte die Flößerstadt laut Rathauschef für verschiedene Investitionsmaßnahmen beantragt, wohl wissend, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Städtebauförderung für die gesamte Summe gerade steht. Auf konkrete finanzielle Unterstützung setzt die Stadt zum Beispiel beim Bau des zweigeschossigen Parkdecks am Paradiesweg sowie bei der Generalsanierung und dem Umbau des Gebäudes am Untermarkt 10. In puncto Parkdeck hatte Vater Staat eine Förderung von der Schaffung eines barrierefreien Zugangs zwischen den Decks, das heißt, dem Einbau eines Aufzugs abhängig gemacht. Diesem Wunsch trug die Kommune wie berichtet Rechnung – die Stadträte gingen bis dato von etwa 750 000 Euro aus dem Topf der Städtebauförderung aus.

Baumaßnahmen sollen 2021 anlaufen

Die umfangreichen Baumaßnahmen am Untermarkt 10 (reine Baukosten rund 4,5 Millionen Euro) sollen laut Bürgermeister im kommenden Jahr anlaufen. Zunächst musste die städtische Immobilie wie berichtet von Schadstoffen befreit werden, die in den Mauern festgestellt worden waren. Die Verwaltung habe eruiert, dass etwa zwei Millionen Euro der Gesamtinvestition förderfähig seien. In der Regel übernehme die Städtebauförderung von dieser Summe indes nur einen Teilbetrag. Bei einigen Vorhaben winke sie schon im Vorfeld ab. Zu dem Plan, auf dem Hatzplatz ein Parkhaus zu bauen, merkte die Städtebauförderung wie berichtet an: nicht förderfähig.

Um an die jetzt angekündigten Fördermittel zu kommen, die Ministerin Schreyer unter dem Stichwort „Altstadt“ subsumiert hat, müssen die Vorhaben im Investitionsplan der Stadt stehen – und sie müssen anhand von Rechnungen belegt werden. Punkt eins ist laut Heilinglechner längst erledigt, Rechnungen akzeptiere der Freistaat auch, wenn sie erst 2021 Schwarz auf Weiß existieren – wie im Falle Untermarkt 10. „Natürlich darf man Projekte nicht ins Unendliche aufschieben“, gibt der Rathauschef zu bedenken.

Begriff „Altstadt" sehr allgemein gefasst

„Wichtig ist: Die 600 000 Euro sind jetzt gesichert“, stellt Heilinglechner im Gespräch mit unserer Zeitung fest. Allerdings sei der Begriff „Altstadt“ vom Staatsministerium „sehr allgemein gefasst“ worden. Den detaillierten Förderbescheid, der Auskunft darüber gibt, welche von der Loisachstadt beantragten Projekte in welchem Umfang konkret bezuschusst werden, halte er noch nicht in Händen. „Den werden wir uns natürlich noch sehr genau anschauen.“ Im Moment, sagt Heilinglechner, „freuen wir uns erst einmal über 600 000 Euro“. Noch größer wäre die Freude, „wenn wir das Geld schon hätten“.

cce

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