Wechsel von Goretzka zum FC Bayern perfekt 

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Gesammelte Werke: Die Landkreisbürger werfen deutlich mehr Abfall in die Restmülltonne als der Durchschnittsbayer.

Zahlen und Fakten

76.392 Autos und 580 Kilo Müll: So umweltbewusst ist unser Landkreis

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In Cafés stehen immer öfter Schilder, auf denen um mitgebrachte Thermobecher gebeten wird. Geschäfte versuchen, Einkaufstüten zu vermeiden. Ein Blick auf die Statistik zeigt aber: Im Landkreis ist noch Luft nach oben.

Bioprodukte füllen die Supermarktregale, Müll wird eingespart, die Zahl der E-Autos steigt: Das Thema Nachhaltigkeit ist allgegenwärtig. Dabei ist es nicht neu: Bereits in den 1980er Jahren – zur Zeit der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl – rückte der Umweltschutz ins Bewusstsein der breiten Bevölkerung. Seitdem hat sich im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen einiges getan, es ist aber noch Luft nach oben.

Autofahren

Wer sein Auto startet, bläst CO2, Kohlenmonoxid, Stickoxide, Schwefeldioxid und Rußpartikel in die Atmosphäre. Gesunde Luft sieht anders aus. Dennoch ist die Zahl der zugelassenen Pkw gestiegen. 47 267 Autos waren im Jahr der Tschernobyl-Katastrophe 1986 im Landkreis angemeldet. 2004, als das Wort „umweltbewusst“ in den Duden aufgenommen wurde, zählte das Landratsamt 70 851 Wagen. Und es wurden mehr: Heute sind 76 392 Pkw in Bad Tölz-Wolfratshausen zugelassen.

Mobiler Landkreis: Die Zahl der zugelassenen Autos steigt.

Gleichzeitig surren aber auch immer mehr Elektroautos über die Straßen – mit besserer Umweltbilanz. Laut Landratsamt waren im Jahr 2012 ein Dutzend E-Autos zugelassen, im Jahr darauf waren es 25. Auf 44 stieg die Zahl der innovativen Fahrzeuge 2014. Ein Jahr später waren es 75. Vergangenes Jahr zählte das Landratsamt 99 Stück. Aktuell können 124 E-Autos durch den Landkreis fahren. Für sie stehen derzeit 14 Elektrotankstellen bereit, das Landratsamt arbeitet derzeit an einem Konzeptpapier, mit dem eine sinnvolle Infrastruktur geschaffen werden soll. Zum Vergleich: Im Landkreis gibt es 16 Sprit-Tankstellen.

Müll

Die Landkreisbürger werfen deutlich mehr weg als der Durchschnittsbayer. „Das ist aber in wirtschaftlich starken Gebieten mit zusätzlich ausgeprägter touristischer Nutzung der Normalfall“, erklärt Reiner Spaeth, Geschäftsführer der WGV Recycling GmbH in Quarzbichl. Ihm zufolge verursacht jeder Einwohner im Landkreis durchschnittlich 580 Kilogramm Abfall pro Jahr – davon kommen 386 Kilo zur Verwertung und 194 Kilo zur Beseitigung. Der bayerische Durchschnitt der Pro-Kopf-Abfallmenge liegt insgesamt bei 529 Kilo, also 51 Kilo weniger.

Mit Blick auf die Entwicklung in den vergangenen Jahre stellt Spaeth fest, dass sich der starke Einwohnerzuwachs nicht in gleichem Maße auf die Menge der Abfälle in der Restmülltonne ausgewirkt hat – wenngleich die Gesamtabfallmenge kontinuierlich ansteigt.

Laut WGV lässt sich aber nicht quantifizieren, welchen Einfluss der Anteil gewerblicher Abfälle an dieser Entwicklung hat. Unklar ist auch, welchen Einfluss die Abfallvermeidung hat. Die Deutschen sind zwar Weltmeister in der Abfalltrennung und Abfallverwertung, im internationalen Vergleich fallen aber auch sehr hohe Abfallmengen an. „Persönlich glaube ich daher, dass das gut ausdifferenzierte Erfassungssystem für verwertbare Abfälle den Menschen eher das Gefühl gibt, dass eine konsequente Abfallvermeidung nicht erforderlich ist“, sagt Spaeth. Belastbares Zahlenmaterial gibt es aber nicht.

Wasser

Wasser ist das Lebensmittel Nummer eins und das Hauptabfallprodukt der Bevölkerung. Jeder Landkreisbürger verbraucht durchschnittlich 136,3 Liter pro Tag – etwas mehr als der Durchschnittsbayer mit 129,5 Liter. Das Bayerische Landesamt für Statistik erfasst die Abgabe für Haushalte und Kleingewerbe regelmäßig – zuletzt 2013. In dem Jahr wurden gut neun Millionen Kubikmeter Wasser gefördert, von 33 Wasserversorgungsunternehmen, die 41 Tiefbrunnen betreiben. Wassersparen habe im Landkreis keine Priorität, sagt Johannes Riedl vom Wasserwirtschaftsamt in Weilheim. „Oberbayern ist ein wasserreiches Land, wobei Wassersparen natürlich auch kostensparender ist.“

Die Wasserqualität der Isar ist sehr gut – sehr zur Freude der Badegäste.

Wo Wasser verbraucht wird, entsteht Abwasser: In den zwölf Kläranlagen im Landkreis kamen 2013 11,9 Millionen Kubikmeter zusammen, so das Amt für Statistik. Das ist mehr als der Wasserverbrauch, da auch Regenwasser in die Kläranlage fließt. Rechnet man das heraus, bleiben 7,25 Millionen Kubikmeter Abwasser im Landkreis. „57,5 Kubikmeter Abwasser pro Landkreisbürger ist ein normaler Wert“, berichtet Riedl. Man rechne mit 50 Kubikmetern pro Person, im Landkreis sei aber zusätzlich die Industrie zu berücksichtigen.

Das gereinigte Abwasser fließt Isar und Loisach zu. Als noch Flößer in Lenggries gestartet sind, war das Wasser längst nicht so klar wie heute. Nach dem Krieg aber beschäftigte sich der Staat mit der Abwasserbeseitigung, sodass „die Wasserqualität heute gut bis sehr gut ist“, sagt Dora Schulze, die im Wasserwirtschaftsamt für den Landkreis zuständig ist. „Den Fischen geht es allerdings nicht so gut, weil sie wenig Lebensräume haben.“ Als die Isar noch als Transportweg genutzt wurde, habe man den Fluss begradigt. Nun arbeite das Wasserwirtschaftsamt an der Renaturierung, „um das Wohnzimmer der Fische wieder zu gestalten“, so Schulze.

Landwirtschaft und Forst

Ein Blick von oben zeigt die vielseitige Mischung aus Siedlung, Landwirtschaft und Forst im Landkreis.

Ein Blick aus der Luft zeigt: Im Kreis gibt es nicht nur viel Wald, sondern auch viel landwirtschaftliche Flächen. In Zahlen sind es exakt 31 091 Hektar, die laut dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Holzkirchen (AELF) von 1165 landwirtschaftlichen Betrieben bewirtschaftet werden. Einige Betriebe halten sich an die EG-Öko-Verordnung, achten also auf einen geschlossenen Nährstoffhaushalt am Hof, indem sie möglichst wenig zukaufen. Von den 1165 Antragstellern am AELF sind 170 Betriebe als Biohöfe erfasst. Sie bewirtschaften 6078 Hektar der landwirtschaftlichen Fläche. Die Waldfläche beträgt laut AELF im Landkreis etwa 52 und war in den vergangenen 30 Jahren nur leicht zunehmend.

Bio-Läden

Gefühlt steigt die Zahl der Bio-Läden immer weiter. Eine genaue Zahl dazu hat das Landratsamt nicht im System – dementsprechend lässt sich keine Entwicklung beurteilen. „Wir schätzen, dass es 30 gibt“, sagt Behördensprecherin Sabine Schmid. Bio-Läden werden in der Statistik als Lebensmittelladen geführt, davon gibt es aktuell 555 Betriebe im Landkreis. Dazu zählen aber nicht nur Vollsortimenter, sondern auch Metzger, Eierverkäufer und Honigeinzelhändler. Dr. Hans Schmidt von den Grünen in Wolfratshausen hat mal durchgezählt, wie viele Bio- und Hofläden es in seiner Reichweite gibt: 24 Stück.

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