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Einer der größten Erfolge in der Vereinsgeschichte: Die A-Junioren der HSG spielen zur Freude von (v. li.) HSG-Vize-Vorstand Michael Newel, Torwarttrainer Udo Klünsch, Trainerin Ulli Newel sowie HSG-Chef Dr. Peter Seemann (re.) und Trainer Reinhard Seiwerth (3. v. re.) in der kommenden Saison in der Bayernliga.

Handball

A-Junioren erfüllen sich ihren Traum

Die A-Junioren der HSG Isar-Loisach gehören ab sofort zu den zehn besten bayerischen Handballteams: Mit einer eindrucksvollen Vorstellung erkämpfte sich das Team des Trainergespanns Ulli Newel/Reinhard Seiwerth den zweiten Platz in der entscheidenden Qualifikationsrunde und agiert somit künftig in der Bayernliga.

Beim Turnier in München-Nymphenburg sorgten gut 50 mitgereiste Fans dafür, dass die HSG quasi ein Heimspiel erlebte. „Ziel war der vierte Rang, was aber nicht so einfach war, den es gab mit dem HC Erlangen und dem TSV Haunstetten zwei Vereine, die nur knapp an der Juniorenbundesliga gescheitert waren“, erklärt der Sportliche Leiter der HSG, Richard Neumüller. Gegen Ausrichter München-West verloren die Wolfratshauser nach einem konzentrierten Start etwas den Faden und ließen sich durch undurchsichtige Regelauslegungen aus dem Konzept bringen. Die Hausherren glichen zum 6:6 aus. Doch rechtzeitig besannen sich die A-Jugendlichen wieder auf ihre Qualitäten und erkämpften sich einen 12:9-Erfolg. „Damit stand die Tür zur Bayernliga sperrangelweit offen“, so Neumüller.

Gegen Haunstetten hieß es Kräfte sparen. So durften einige B-Junioren Spielpraxis sammeln. Die Schwaben taten nicht mehr als nötig, und als es trotzdem brenzlig zu werden drohte, sorgten die Leistungsträger für klare Verhältnisse (12:18). In Begegnung drei wollte die HSG gegen Kempten-Kottern alles klar machen. Wie schon gegen München waren die Akteure sehr nervös. So dauerte es einige Minuten, bis die Isar-Loisach ihre Linie fand. Über 4:2 baute man den Vorsprung bis zum Pausentee auf 9:5 aus. Nochmal warfen die Allgäuer zwei Tore, hatten ihr Pulver aber damit verschossen. Der HSG glückte quasi alles, am Ende stand ein souveräner 20:9-Triumph, womit die Bayernliga-Teilnahme endgültig in trockenen Tüchern war.

Im Finale gegen Erlangen ging es nur noch um die sprichwörtliche „Goldene Ananas“. Beide Mannschaften schickten zunächst nicht mehr ihre Stammformationen aufs Parkett. Die Blöße einer Niederlage wollten sich die Franken indes nicht geben, so dass sich ein überraschend emotionales Duell ergab. Am Ende siegte die HSG 16:13. „Wenn wir ohne Druck spielen, sind wir selbst gegen die stärkeren Konkurrenten nicht ohne Chance“, freut sich Neumüller. Spieler, Trainer und Fans feierten bis spät in die Nacht und gönnen sich nun erst eine schöpferische Pause, um im Juli in die Saisonvorbereitung zu starten.

B-Jugend packt zu oft die Brechstange aus

24 Stunden später trat die B-Jugend zur ihrer dritten Quali-Runde in Anzing an. Im Gegensatz zu den A-Junioren war das Ziel bereits erreicht, nämlich die Landesliga. „Dennoch wollten wir die Punkte nicht freiwillig herschenken, sondern Erfahrung auf höchstem bayerischen Niveau sammeln“, berichtet Neumüller. Allerdings fehlten der HSG neben dem Stammtorwart auch der Kreisläufer verletzungsbedingt. Gegen die Gastgeber verschlief man die ersten zehn Minuten. Erst beim Stand von 1:6 und einer kompletten Neuausrichtung in Abwehr und Angriff fand die HSG besser in die Partie. Und plötzlich schien ein Erfolg möglich: Nach einer tollen Aufholjagd lag die Isar-Loisach mit 12:11 in Front. Anzing glich per Strafwurf aus. Statt die restlichen 30 Sekunden in Ruhe runterzuspielen und kurz vor dem Abpfiff den entscheidenden Wurf zu setzen, verwarfen die Gäste aber zu früh. Und der Heimverein nutzte den freien Ball zum Gegenstoß und Siegtreffer.

Ziel erreicht: Die B-Jugend der HSG schaffte die Qualifikation für die Landesliga.

Haunstetten setzte sich gegen Bayreuth durch, lief aber gegen die Isar-Loisach von Beginn an einem Rückstand hinterher. Geduldig und konzentriert erarbeiteten sich die Oberbayern die nötigen Chancen und netzten mit zunehmendem Selbstvertrauen sicher ein. Am Ende stand ein überraschendes 14:8, womit der Begegnung mit HaSpo Bayreuth, die zuvor zweimal verloren hatten, eine epochale Bedeutung beikam: „Mit einem Sieg würden wir in die Bayernliga gelangen“, so Neumüller. Nun zeigte sich, was die beiden HSG-Teams (noch) trennt: In einer hektischen Anfangsphase packten die B-Junioren zu oft die Brechstange aus. Abschlüsse ohne Vorbereitung und mit Kraft statt mit Augenmaß verhinderten eine durchaus mögliche Führung. Stattdessen kassierte man einige Gegenstöße und einen knappen Pausenrückstand. Die Akkus der Leistungsträger waren nun leer. „Selbst wenn wir nach dem Seitenwechsel wieder zielsicherer warfen – die letzte Konsequenz in der Deckung fehlte, um die Franken nochmals in Gefahr zu bringen“, so der Sportliche Leiter. Knapp analysiert er die letzten Partie des Tages, die mit 8:16 endete: „Coburg war ein anderes Kaliber und daher klarer Turniersieger.“ Die B-Jugend habe sich gut präsentiert, das Lamento bei den Aktiven über die vergebene Chance hielt sich jedoch in Grenzen.  red

HSG/A-Junioren: Marcel Dinebier, Jakob Kiebler (1) – Florian Seemann (7), Florian Mehrkens (2), Johannes Wastl (2), Sebastian Siebel, Christian Schäfer (13), Bastian Wolfgart (5), Marco Reimann (1), Florian Wastl (1), Raphael Brandl (1), Marius Eick, Noah Newel (13), Simon Schindler (5), Leonhard Augustin (1), Michael Meyer-Ricks (7).

HSG/B-Junioren: Cetin Kaya – Moritz Holzhauer, Leonardo Ladu (1), Michael Meyer-Ricks (15), Leo Frankenberger, Raphael Brandl (8), Florian Wastl (9), Marco Reimann (7), Nici Augustin (4), Frederik Mück, Patrik George (1), Kai Doering, Leon Lortz.

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