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21 neue Familienpaten erhielten nach erfolgreicher Ausbildung ihre Zertifikate.

Voraussetzung ist ein offenes Herz

Ab jetzt helfen 21 neue Familienpaten im Nordlandkreis

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Familien im Alltag unterstützen, Ansprechpartner in schwierigen Situationen sein – das ist es, was die Familienpaten auszeichnet. 21 neu ausgebildete Ehrenamtliche bekamen nun ihre Zertifikate und verstärken ab sofort das bereits bestehende Helferteam im Sozialraum Nord.

Wolfratshausen– Familienpaten bieten eine zeitlich begrenzte Unterstützung mit abgesprochenen Leistungen, um Mütter und Väter im Alltag zu entlasten. „Mitbringen muss man ein offenes Herz für alle Anliegen und die Bereitschaft, ein Vertrauensverhältnis einzugehen“, beschreibt Diana Eichmüller von der Fachstelle Familienförderung im Landratsamt die Voraussetzung für das Ehrenamt. Träger der Initiative ist der Kinder- und Jugendförderverein Wolfratshausen. Die Finanzierung läuft zu einem großen Teil über die Angelika-und-Bettina-Burgmannstiftung für Kinder und Jugendarbeit.

In verschiedenen Modulen, die unter anderem die Themen Scheidung, Heimat, Regeln und Glaubenssätze behandeln, werden die angehenden Familienpaten geschult. „Insgesamt wurden in den vergangenen fünf Jahren 132 Teilnehmer ausgebildet“, rechnet Eichmüller vor. Die Neuen im Team werden in Wolfratshausen und Geretsried sowie in Egling, Münsing, Icking und Eurasburg eingesetzt. Die Gemeinden hatten sich wie berichtet am 1. Februar dieses Jahres der Initiative angeschlossen. „Uns liegen bereits drei Anfragen von Familien vor“, berichtet Sonja Weißbacher, Koordinatorin für die Gemeinden. In Geretsried werden derzeit neun, in Wolfratshausen 15 Familien unterstützt.

„Gegenseitige Hilfe wieder mehr in den Vordergrund stellen“

Dass die Ehrenamtlichen eine wertvolle Hilfe darstellen, betonte Wolfratshausens Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller bei der Übergabe der Zertifikate. „Die Gesellschaft hat sich gewandelt. Wir sollten uns rückbesinnen und gegenseitige Hilfe wieder mehr in den Vordergrund stellen. Wir müssen alle wieder lernen, mehr zusammenzuarbeiten.“ Ähnliche Worte fand Münsings Bürgermeister Michael Grasl. „Das ist ein ganz deutliches ,Ja‘ für einen anderen Menschen“, sagte er auch im Namen seiner Amtskollegen.

Die Idee dazu entstand 2009, bereits 2011 gab es „sieben oder acht Pilotprojekte“, erinnerte sich Fritz Meixner, Geschäftsführer des Kinder- und Jugendfördervereins. Bad Tölz war die erste Stadt im Landkreis, 2014 folgte Wolfratshausen. „Damit ist unsere Region laut dem Netzwerk Familienpaten in Bayern der erfolgreichste Standort.“

Es sind übrigens nicht nur Frauen, die sich als Familienpaten engagieren. „Bei uns ist es eine richtig schöne, homogene Gruppe“, berichtete die Koordinatorin für Wolfratshausen, Sanni Scheck. „Wir haben 15 Frauen und zehn Männer.“ Letztere unterstützen oft alleinerziehende Mütter, spielen mit den Söhnen Fußball oder gehen in die Berge zum Wandern.

Info

Im September beginnt ein neuer Kurs, Schulungsort ist das Büro der Diakonie Jugendhilfe Oberbayern in Geretsried, Adalbert-Stifter-Straße 21. Interessierte können sich bei Diana Eichmüller unter 0 80 41/505 423 oder per E-Mail an diana.eichmueller@lra-toelz.de melden.

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