abendblatt wird brückenwirt - No Model-Release! No Property-Release! Foto Sabine Hermsdorf
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Seit 1905 gehört der Abtei Schäftlarn der „Brückenwirt“ an der Königsdorfer Straße 2. Das Wappen des Klosters – ein Schiff mit gekreuzten Rudern – weist auf die Verbindung hin.

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Abendblatt wird renoviert und heißt künftig "Brückenwirt"

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    VonSabine Hermsdorf-Hiss
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Wolfratshausen - Das Abendblatt an der Königsdorfer Straße hat geschlossen. Das Lokal wird nicht mehr so wie bekannt öffnen. Stattdessen haben Eigentümer und Pächter neue Pläne.

Ende November öffnet das „Abendblatt“ an der Königsdorfer Straße wieder – nur, dass es kein Abendblatt mehr geben wird. Betreiberin Stella Brandt setzt in Zukunft auf ein neues Konzept und einen alten Namen: „Beim Brückenwirt“.

Die Fenster sind von innen mit Papier verklebt, der Schriftzug „Abendblatt“ bereits abmontiert. Hammerschläge und das Kreischen einer Säge sind zu hören. Die Umgestaltung des seit 1905 im Besitz des Klosters Schäftlarn befindlichen Gebäudes ist in vollem Gange. „Damals brauten die Mönche noch selbst Bier“, erzählt Verwaltungsleiter Stefan Rührgartner. „Und das musste ja auch irgendwo ausgeschenkt werden.“ Kurzerhand erwarb man das Gebäude und betrieb darin eine Wirtschaft – den „Brückenwirt“. Mittlerweile haben die Mönche das Bierbrauen eingestellt, an ihrer Stelle sorgt die Spaten-Löwenbräu-Gruppe dafür, dass kein Gast durstig nach Hause gehen muss.

Aus einem Bistro soll wieder eine Wirtschaft werden

2012 übernahm Stella Brandt das „Abendblatt“ als alleinige Pächterin – und sp

Das Gebäude, das jahrelang das „Abendblatt“ beherbergte, wird saniert und wieder als Wirtshaus „Beim Brückenwirt“ betrieben. Stefan Rührgartner, Verwaltungsleiter des Klosters Schäftlarn, und Betreiberin Stella Brandt begutachten die Arbeiten.

ielt seitdem mit der Idee, aus dem Bistro wieder eine Wirtschaft zu machen. Rührgartner: „Ein Aussterben der Innenstadt werden wir zwar auch nicht verhindern können, aber wir können das, was wir haben, attraktiv gestalten. Die Leute sollen gerne in den Ort kommen und nicht nach außerhalb gehen müssen.“ Deshalb hatte sich das Kloster dazu entschlossen, den Grund für das neue Pfarrheim zur Verfügung zu stellen und weitere Immobilien aus ihrem Besitz („Gasthaus zur Linde“, Schererbräu) zu sanieren.   Nun soll das ehemalige Abendblatt ein neues Gewand bekommen. Bereits 2012 wurden die Toiletten saniert, 2014 das Dach und der Zwiebelturm erneuert. Jetzt steht die Umgestaltung der Gasträume an. Statt kalter Fliesen verbreitet nun ein Eichenholzboden Gemütlichkeit, umgehende Bänke an den Wänden spiegeln einen ersten Eindruck der Einrichtung wider, auch ein Tresen ist gewichen. „Stühle und Holzverkleidung sind dunkel gehalten, dazu helle Tischplatten und Wände“, sagt die Pächterin. Wie viel Geld Brauerei und Kloster dafür in die Hand genommen haben, will Rührgartner nicht explizit sagen: „Es ist jedenfalls kein sechsstelliger Betrag.“

Neuer Name fürs Abendblatt in Wolfratshausen

Überarbeitet wird derzeit auch die Speisekarte, um dem neuen Charakter als Wirtshaus gerecht zu werden. „Wir wollen typisch bayerische Gerichte in frischer und ausgesuchter Qualität anbieten“, kündigt Brandt an. Verwirklichen möchte sie das mit einem neuen Küchenpersonal. Sie beginnt mit einem völlig neuen Team, „zusammen mit dem Service sind das etwa zehn Personen“. Die Wirtschaft soll am Freitag, 27. November, öffnen – was aber nicht heißt, dass gleichzeitig die Malerpinsel zur Seite gelegt werden. „Nächstes Jahr“, blickt Rührgartner in die Zukunft des denkmalgeschützten Gebäudes, „haben wir die Renovierung der Fassade geplant.“ Der Schriftzug ,Abendblatt‘ gehört dann endgültig der Vergangenheit an. Brandt: „Wir nennen uns in Zukunft wie früher ,Beim Brückenwirt – Cafe und Wirtshaus‘."

von Sabine Hermsdorf

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