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Starten in einen neuen Lebensabschnitt: Inka Dessel, Julian Wüste-Rieback und Dominik Odermatt (v. li.) sind die drei besten Absolventen des Gymnasiums beziehungsweise Kollegs St. Matthias in Waldram. Wolfgang Schantin (re.) absolvierte seine Hochschulreife mit 34 Jahren – er ist der älteste Schüler des Abschlussjahrgangs 2017. 

Notenbekanntgabe in St. Matthias

Sieben Mal eine Eins vor dem Komma

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Durchweg strahlende Gesichter gab es am Freitag bei der Bekanntgabe der Abi-Noten am Gymnasium und Kolleg St. Matthias ins Waldram zu sehen. 

Wolfratshausen 38 Schülerinnen und Schüler fieberten dem entscheidenden Moment entgegen – aus Datenschutzgründen wurden sie einzeln ins Lehrerzimmer gerufen. Oberstufen-Koordinator Stefan Feistl war mit der Leistung des Abschlussjahrgangs 2017 sehr zufrieden. Der Notendurchschnitt im Gymnasium St. Matthias liegt bei 2,42, im Kolleg bei 2,6. Eine glatte 1,0 hat Julian Wüste-Rieback (20) aus Wolfratshausen geschafft. Von 38 Abiturienten haben sieben eine Eins vor dem Komma. Jetzt ist erst einmal Entspannung angesagt, am 30. Juni findet die Zeugnisvergabe statt.

Julian Wüste-Rieback (Gymnasium) nennt niemand einen Streber. „Es war eine einmalige Zeit mit kompetenten Lehrern und vielen guten Freunden“, sagt der Primus. Er will Mathematik in München studieren. Für dieses Ziel hat er „reingehauen“ und auf den letzten Metern „noch einen Sprint hingelegt“. Den Ausgleich zum Lernen holt er sich beim Sport. Rund 15 Stunden pro Woche tanzt der junge Mann auf Slack-Leinen und springt über Mauern beim sogenannten Parkour.

Zwischen Vorfreude und Abschiedsschmerz

Neid unter den Schülern gebe es nicht, betont der 1,2er-Abiturient Dominik Odermatt (Gymnasium). In St. Matthias herrsche ein kollegiales Klima: „Es ist gut, wenn’s einer mit einer herausragenden Noten schafft – es spöttelt aber auch niemand, wenn jemand schlechtere Noten hat.“ Der 21-Jährige kommt aus Karlsruhe und wohnte in St. Matthias im Seminar. Er freut sich jetzt auf Neues, obwohl er Abschiedsschmerz verspüre. Er wird Theologie und Philosophie studieren, um Antworten zu finden: „Warum bin ich hier, und wie bringe ich mein Leben gut rum.“

Auch für Inka Dessel (Gymnasium) aus Wolfratshausen fängt mit einem 1,3er-Abi ein neuer Lebensabschnitt an. Schon im Januar sagte ihr die Firma Linde ein Duales Studium (Maschinenbau mit der Fachrichtung Verfahrenstechnik) zu. Die 18-Jährige tanzt Ballett und ist sehr technikaffin. Das Lernen habe ihr stets Spaß gemacht – „und ehrgeizig bin ich sowieso“.

Mit 34 Jahren ist Wolfgang Schantin aus Augsburg (Kolleg) nicht unbedingt früh dran. Nach Hauptschule, einer Lehre als Kfz-Mechaniker und Angestellter im öffentlichen Dienst will er (Abi-Note 2,4) ein Theologie-Studium beginnen. „Es war schon eine große Entscheidung, alles hinter mir zu lassen und noch einmal neu anzufangen“, sagt Schantin, der heuer älteste Absolvent des Kollegs St. Matthias.

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