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Unzertrennlich: Mit Rektor Peter Altstidl (64) geht Ende des laufenden Schuljahres auch „Brummi“ in Pension. Gemeinsam mit dem Stoff-Teddybären begrüßte Altstidl Jahr für Jahr die Abc-Schützen. 

Mittelschule am Hammerschmiedweg

Rektor Altstidl geht in Ruhestand

Wolfratshausen - Rektor Peter Altstidl geht in den Ruhestand.  Seinen berühmten Teddybären nimmt er mit.

Die Zahl 13 ist für den einen eine Unglückszahl, für den anderen symbolisiert die Ziffernkombination den Aufbruch zu neuen Ufern. Zur zweiten Gruppe gehört Peter Altstidl. Nach 13 Jahren verabschiedet sich der Rektor der Grund- und Mittelschule am Wolfratshauser Hammerschmiedweg, er tritt wie berichtet seinen Ruhestand an. Vor dem Wechsel in die Innenstadt war der 64-Jährige ebenfalls 13 Jahre Konrektor an der Grund- und Mittelschule in Waldram. Dorthin war er gekommen, nachdem Altstidl – 13 Jahre lang – an der Dietramszeller Grundschule unterrichtet hatte. „Es gab nur einen Ausrutscher“, sagt der Pädagoge rückblickend, „zwischendurch war ich für ein Jahr im Allgäu.“

2003 trat der Unterhachinger die Nachfolge von Heinz Polta als Rektor an der Hammerschmiedschule an – und hat es nie bereut. „Es ist eine Schule, an der man einiges bewegen kann. Es hat Spaß gemacht, hier zu arbeiten.“ Arbeit war für den damals 51-Jährigen genug da, war Altstidl doch für 26 Klassen mit summa summarum 620 Schülern und ein 50-köpfiges Kollegium verantwortlich. Doch er wusste, was auf ihn zukommt: „Ich wollte schon immer eine Schule leiten, die den ganzen Bereich von der Grundschule bis zur neunten Klasse abdeckt.“

Genau das ist es, was den 64-Jährigen nach wie vor fasziniert. „Zu sehen, wie sich die Kinder entwickeln, wie sie im Laufe der Jahre heranreifen und was man selbst tun kann, um diesen Prozess positiv zu unterstützen.“ Noch heute hat der Rektor Kontakt zu einigen seiner ehemaligen Schüler – auch wenn ihm nicht jeder Name gleich wieder präsent ist. „Manchmal dauert es etwas länger.“

Altstidl ging selbst gerne in die Schule. Vor allem an seine Zeit am Gymnasium denkt er gerne zurück. „Das war damals gerade neu gebaut worden, und wir waren die ersten Schüler.“ Die Klasse bestand aus Altstidl und elf Mitschülern. „Da hatten wir schon einen besonderen Status.“ Und natürlich haben sich die Gymnasiasten seinerzeit ausgemalt, was sie anders machen würden, wenn sie selbst einmal Lehrer wären. Der 64-Jährige muss lachen: „Ein Drittel unserer Klasse hatte tatsächlich dann die Gelegenheit dazu. Außer mir haben noch drei weitere meiner Klassenkameraden das Lehramt zum Beruf gemacht.“ Maßgeblichen Anteil an deren Entscheidung hatte das Bayerische Kultusministerium. „Die haben uns Gymnasiasten damals einen Werbezettel geschickt – und wie man sieht, war der sehr erfolgreich.“

Altstidl wurde Volksschullehrer für die Klassen eins bis zehn, spezialisierte sich später auf die letzten drei Jahrgangsstufen sieben bis neun. An seinen ersten Arbeitstag an der Hammerschmieschule kann er sich noch gut erinnern, „vieles war mir durch meine Zeit in Waldram nicht ganz unbekannt“.

Zusammen mit Altstidl trat 2003 noch jemand seinen Dienst an – der sich im Laufe der Jahre zu einer beliebten Kultfigur entwickeln sollte: Handpuppe „Brummi“, ein etwa 60 Zentimeter großer Braunbär mit einer bunten Schultüte unterm Arm, begrüßt seither zusammen mit dem Rektor Jahr für Jahr in der Aula oder der benachbarten Dreifachturnhalle die Erstklässler und deren Eltern. „Zudem hat unser Brummi auch bei den Entlassfeiern immer einen offiziellen Auftritt“, ergänzt Altstidl im Gespräch mit unserer Zeitung und schmunzelt. Doch was wird aus dem knuffigen Teddybär, wenn sein Herrchen sich aus der Schulfamilie verabschiedet? „Brummi geht mit in Pension. 13 Schuljahre sind auch für einen Bären genug“, betont Altstidl.

Der scheidende Rektor hat die Bildungseinrichtung am Hammerschmiedweg in den vergangenen Jahren auch optisch mitgeprägt. „Da wäre zum einem die große Pausenhofumgestaltung 2005 und die aufwändige energetische Sanierung des Gebäudes zu nennen“, sagt der 64-Jährige. Weitere Herausforderungen waren die Einrichtung der Ganztagsklasse, die Neugewichtung der Themen im Lehrplan der Mittelschule sowie die Einführung der Entwicklungs- und Lerngespräche. Letztere ersetzen seit einigen Jahren in den Jahrgangsstufen eins bis drei die Noten im Zwischenzeugnis.

Seine Pläne für die nahe Zukunft: „Ach, langweilig wird mir bestimmt nicht. Ich werde es genießen, in Ruhe die Zeitung zu lesen, Wandern zu gehen und zu reisen.“ Mit einem Lächeln gibt Peter Altstidl nach kurzem Nachdenken sein persönliches Motto für den nächsten Lebensabschnitt preis: „Wie herrlich ist es nichts zu tun, und dann vom Nichtstun auszuruhn.“

Nachfolger

Für Peter Altstidl kommt wie berichtet der Waldramer Frank Schwesig (47) zum neuen Schuljahr als Rektor an die Grund- und Volksschule am Wolfratshauser Hammerschmiedweg. Schwesig ist derzeit Rektor der Grundschule Eurasburg-Beuerberg.

Sabine Hermsdorf-Hiss

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