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Nimmt ein Stückchen Wolfratshausen mit in ihre alte Heimat: Viola Leboane (27).

Asylantrag abgelehnt

Abschied mit schwerem Herzen

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Wolfratshausen - Schön war es. Doch jetzt ist ihre Wolfratshauser Zeit vorbei. Viola Leboane (27) und ihre Tochter Fabiona (7) werden wieder in ihre Heimat nach Gaborone/Botswana in Afrika zurückkehren.

„Unser Asylantrag ist abgelehnt worden“, berichtet die 27-Jährige, die seit 2012 in Wolfratshausen lebt. Ein bisschen Wehmut schwingt in ihrer Stimme mit. Wann sie und ihre Tochter den Flieger in Richtung Heimatland besteigen werden, steht auf den Tag genau noch nicht fest. Ebenso wenig, was die beiden in Gaborone/Botswana erwartet. „Das Haus, in dem wir früher gewohnt haben, ist abgebrannt. Wir sind dann vorübergehend zur Miete in einem kleinen Dorf untergekommen.“ Zwar hat Leboane schon angefangen, mit der Hilfe von Freunden eine Bleibe zu finden, aber „um den Vertrag zu unterschreiben und um die Miete zu zahlen, muss ich vor Ort sein“. Vorübergehend werde sie bei ihren Eltern unterkommen.

Vor ihrer Flucht nach Deutschland war Leboane Medizinstudentin. „Doch als Fabiona kam, habe ich das Studium abgebrochen und einen Catering-Service aufgemacht. Das wieder zu tun, ist unmöglich.“ Die 27-Jährige hat einen Traum: „Ich will wieder studieren.“ Die Aussicht, im Unterricht mitzukommen, sieht sie in Botswana eher als in Deutschland. Zwar hat sie in den vergangenen Jahren fließend Deutsch gelernt, aber „ich glaube nicht, dass das reicht.“

Der Abschied von Wolfratshausen fällt ihr schwer – auch wenn sie sich darauf freut, ihre Verwandtschaft wiederzusehen. „Hier habe ich neue Freunde gefunden, hatte mich eingelebt. Nun heißt es, nochmals neu anzufangen.“ Ähnlich sieht das Tochter Fabiona. „Sie hat hier ihre Schulkameraden, die sie vermissen wird. Zudem hat sie im Laufe der Zeit ihre Heimatsprache ein wenig verlernt. Sie versteht sie zwar, aber mit dem Sprechen hapert’s.“ Die junge Afrikanerin lacht. „Dafür kann sie auf Bayerisch ein Gedicht aufsagen.“ Fabiona freue sich auf Opa und Oma. „Das hilft ein wenig über den Abschiedsschmerz hinweg“, sagt ihre Mutter.

Doch auch in der Loisachstadt wird Leboane fehlen: Obwohl selbst Asylbewerberin, schloss sie sich dem ehrenamtlichen Helferkreis an, war im von der Caritas ins Leben gerufenen Bürgercafé Ansprechpartnerin für Flüchtlinge aus acht verschiedenen Nationen. Hier versuchte sie, den Hilfesuchenden etwas Normalität zurückzugeben. „Wir sprachen über Allerweltsthemen, vom Wetter bis zur Frisur.“ Und als Ines Lobenstein von der Caritas kurzfristig erkrankte, übernahm Leboane wie selbstverständlich die Organisation eines „Sommerfestes der Nationen“ im Garten der Stadtbücherei. „Ich hatte gehofft, bleiben zu dürfen, mir etwas aufbauen zu können“, sagt Leboane. „Ich wollte, dass man allen Grund hat, mich hier zu behalten, dass man sieht, dass ich mich integriert habe.“ Nun muss sie doch zurück in ihre alte Heimat – in ihrem Herzen nimmt sie ein Stückchen Wolfratshausen mit.

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