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Nicht nur Spaß: Viele Wolfratshauser ärgern sich über das Volksfest. Der Bürgermeister zeigt sich kompromissbereit.

Er will „gemeinsam eine Lösung finden“

Ärger über Volksfest: Bürgermeister offen für Alternativen

Viele Wolfratshauser ärgern sich über das Volksfest vor der Loisachhalle. Bürgermeister Klaus Heilinglechner ist selbst nicht ganz begeistert - und wünscht sich Ideen statt bloßer Kritik.

Wolfratshausen – Das Volksfest ist vorbei, auf dem Platz vor der Loisachhalle in Wolfratshausen ist wieder Ruhe eingekehrt. Auf der Facebook-Seite des Isar-Loisachboten geht es allerdings turbulent zu: Viele Nutzer reagieren verärgert auf den Bericht zu den Halbzeitbilanzen, die die Schausteller vergangene Woche gezogen haben.

Ungleiches Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen

Bürgermeister Klaus Heilinglechner hat von der Kritik an der städtischen Veranstaltung noch nichts mitbekommen. „Das Volksfest ist für Familien mit Kindern gedacht“, sagt der Rathauschef auf Nachfrage unserer Zeitung. Diesen Zweck sieht er erfüllt. Zweimal war er selbst dort, einiges sei los gewesen.

Doch dass das zehntägige Fest gerade für Familien wegen der hohen Preise wenig geeignet sei, beklagen einige Wolfratshauser. „Auf die Preise, die die Schausteller verlangen, hat die Stadt als Veranstalter keinen Einfluss“, erklärt Heilinglechner. Die Beschwerden über das fehlende Zelt entkräftet er: „Bis vor zwei Jahren gab es eins, das jedoch nicht gut gefüllt war.“ In Abstimmung mit dem Festwirt habe man sich daher gegen ein Zelt entschieden, weil der Nutzen die Kosten nicht gedeckt habe.

Dieses Verhältnis macht dem Bürgermeister generell zu schaffen. Bereits im vergangenen Jahr habe er die Veranstaltung in der Haushaltsdebatte auf den Prüfstand gestellt. Abgesehen von den Kosten für die Stadt habe er damals auch die Parkplatzsituation zu berücksichtigen gegeben. „Viele umliegende Geschäfte sind nicht erfreut, wenn Parkplätze für potenzielle Kunden bis zu drei Wochen nicht nutzbar sind.“ Doch der Stadtrat habe mehrheitlich dafür gestimmt, das Loisachfest erneut durchzuführen.

Heilinglechner ist offen für Vorschläge aus der Bevölkerung

Hundertprozentig überzeugt davon ist der Rathauschef bis heute nicht. Deshalb will er bei der nächsten Haushaltssitzung erneut darüber abstimmen lassen. Bis dahin sucht er nach Alternativen. „Ich möchte , dass es in unserer Stadt weiterhin eine Veranstaltung für Familien gibt“, sagt Heilinglechner. „Aber das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen muss stimmen.“

Konkrete Pläne hat er noch nicht, daher wünscht sich Heilinglechner von der Bevölkerung statt Kritik mehr Initiative. Wer eine Idee hat, könne sich gerne melden. „Ich freue mich, wenn wir gemeinsam eine Lösung finden.“ 

Magdalena Höcherl

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