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In Bestform: Die Stadtkapelle Wolfratshausen begeisterte beim Jubiläumskonzert in der Stadtpfarrkirche St. Andreas rund 300 Zuhörer. Die Kapelle besteht heuer seit 50 Jahren. 

Stadtkapelle Wolfratshausen

Ein Kontrapunkt zur Starkbierzeit

Wolfratshausen - Die Stadtkapelle Wolfratshausen setzte bei ihrem Jubiläumskonzert in St. Andreas eher auf die leisen Töne - und fand damit denkbar großen Anklang. 

Der Auftrittsort passte zum feierlichen Anlass. Denn die Kirche St. Andreas eignete sich nicht nur wegen ihrer hervorragenden Akustik für das Jubiläumskonzert der 1967 gegründeten Stadtkapelle. „Wir wollen einen Kontrast zur lauten Starkbierzeit“, erklärte Vorsitzender Christian Tomsu in einer kurzen Grußansprache. Eine Vorgabe, die das Ensemble am Freitagabend mit großer Spielfreude erfüllte.

Die musikalische Weltreise beginnt in Korea

Fast andächtig lauschten die rund 300 Besucher zunächst der festlichen Intrade des Trompetenensembles, das sich auf der Empore postiert hatte. Danach fühlten sich viele in einen Monumentalfilm mit orchestralem Soundtrack versetzt. Die musikalische Weltreise begann mit der Eröffnungsfanfare der Olympischen Spiele 1988 in Seoul – und setzte sich über das schottische „Highland Cathedral“ bis in die Karibik zu „Pirates of the Caribbean“ fort. Die Filmmusik zum Seeräuberabenteuer gab das aus Siggi Falk, Reiner Jorde, Heinz Stiller und Christian Tomsu bestehende Tubaquartett in einer variationsreichen Bearbeitung zum Besten. Zwischendurch legte Tomsu sein Instrument zur Seite. Galt es doch, die Jugendkapelle zu dirigieren. Vor allem bei dem 1912 von Pavel Tchesnokov komponierten Stück „Salvation is created“ ließ der Nachwuchs erahnen, welch großes Potenzial in ihm steckt. Wer bei „Over the misty mountains cold“ seine Augen schloss, sah die von Nebel umrankten Berglandschaften aus dem Film „Der Hobbit“ förmlich vor sich.

Stehende Ovationen in der Kirche

Dass die noch recht junge Kooperation mit der Wolfratshauser Musikschule bereits erste Früchte trägt, zeigte sich bei dem Stück „Share my yoke“. Musikschullehrerin Birgit Grabenbauer entlockte ihrer Posaune nuancierte Klänge. Das kam beim Publikum so gut an, dass die Stadtkapelle das Stück am Ende des rund 70-minütigen Konzerts als Zugabe noch einmal spielte. Da für diesen Musikgenuss kein Eintritt verlangt wurde, musste Tomsu am Ende nicht erfolglos um Spenden bitten – und hatte sogar noch einen Scherz auf den Lippen: „Wenn Sie Scheine in den Körbe werfen, ist das weniger laut. Das kommt der andächtigen Atmosphäre zugute.“ Die Besucher folgten dieser Aufforderung prompt, feierten die Stadtkapelle aber davor noch mit stehenden Ovationen. Peter Herrmann

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