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11,7 Prozent der Stimmen im Wahlkreis Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach gingen an die AfD.

Kommentar zur Bundestagswahl 

AfD triumphiert im Landkreis: Denkzettel mit fatalen Folgen

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11,7 Prozent der Stimmen im Wahlkreis Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach gingen an die AfD. Der Denkzettel, den viele Landkreisbürger wohl „denen da oben“ verpassen wollten, hat fatale Folgen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Das gute Abschneiden der AfD im Landkreis bei der Bundestagswahl 2013 löste maximal Achselzucken aus. Seinerzeit sammelte die selbst ernannte Alternative für Deutschland die Stimmen vieler Euro-Kritiker ein: gut sechs Prozent waren es unterm Strich in Bad Tölz, knapp sechs Prozent in Wolfratshausen, gut fünf Prozent in Geretsried. Doch die Prognose, dass die Partei rasch wieder in der Versenkung verschwinden wird, erfüllte sich nicht. Im Gegenteil: Die AfD überflügelt die SPD – die Genossen stürzen im Jahr eins ohne das Urgestein Klaus Barthel an vorderster Front tief.

So gut wie keine Präsenz im Landkreis

Sieht man von einer fragwürdigen Kundgebung in Geretsried im März 2016 ab, zeigte die AfD im Kreis in den vergangenen vier Jahren keine Präsenz. Politische Basisarbeit fand quasi nicht statt. Und ihr Spitzenkandidat? Constantin Leopold Prinz von Anhalt (mit oder ohne Dessau?) blieb nicht nur Antworten zu seiner Vita schuldig. Man darf unterstellen, dass das den AfD-Wählern zwischen Icking und Jachenau egal ist. Sie wollten „denen da oben“, allen voran Kanzlerin Angela Merkel, einfach mal einen Denkzettel verpassen.

Die politische Auseinandersetzung mit den monothematischen Rechtspopulisten muss ab heute nicht nur auf der großen Berliner Bühne, sondern auch in jedem noch so kleinen Weiler geführt werden. Und die Verführten, die ihre Kreuze am rechten Rand machten, müssen sich in den nächsten Jahren selbst fragen: War es das wert? Dass aus einem Moment der Wut heraus Gauland und Co. die Oppositions-Alternative für unser Land wurden?

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