+
Balanceakt: Über ein Festival für alle Sinne freuten sich die zahlreichen Besucher.

Flussfestival

„African Night“ war ein grandioses Festival der Sinne

  • schließen

Das Flussfestival in Wolfratshausen ist im vollen Gang. Besonders aufregend war die „African Night“ am Sonntag, die die Zuschauer begeisterte.

Wolfratshausen – Dominik Halamek hatte sich Regen gewünscht. Tropische Temperaturen und ein Schauer dazu – das sei doch wie eine himmlische Kombination aus Afrika und Wolfratshausen, philosophierte der Akrobat und Tänzer nach der Show. Da war schon klar, dass die Premiere „The African Night“ auf dem Flussfestival am Sonntag trotz Regen in der zweiten Halbzeit ein voller Erfolg war.

„Zwei Oberländer, die auf eine Reise nach Afrika gehen“

Die Zuschauer durften sich über einen aufregenden Abend freuen – mit Stelzenmännern, Step- und Stiefeltanz. Die Choreografen Dominik Halamek und Solomon Solgit hatten ein halbes Jahr am Konzept gebastelt. „Zwei Oberländer, die auf eine Reise nach Afrika gehen“, war der ursprüngliche Gedanke hinter dem bunten Spektakel. Daraus wurde ein Aufenthalt im „Hotel Awash“.

Awash ist eine kleine Stadt in Äthiopien, ähnlich wie Wolfratshausen idyllisch an einem Flusslauf gelegen. Vor der Kulisse einer einfachen Hotelrezeption treffen sich Künstler aus nah und fern, die der Hoteldirektor Elliot (Tänzer Elliot Lebogang Mohlamme aus Pretoria, Südafrika) herzlich begrüßt. Zusehends füllt sich das Foyer, und die Wiedersehensfreude der ankommenden Gäste bringt jeden zu Höchstleistungen. Denn Elliot hat von seinem Großvater eine Weisheit mit auf den Weg bekommen. „Junge, dein Herz schlägt wie meines. Gib dem Hotel eine Seele und die Menschen werden sich zuhause fühlen.“

Gummistiefefltanz und Tuch-Akrobatik

Die Gäste aus Ghana, Südafrika, Marokko und der Elfenbeinküste feierten mit Trommlergruppe, Musik und Gesang. Afrikanische Gumboot-Tänzer präsentierten den traditionellen Gummistiefeltanz. Bauchtänzerin Naliah ließ graziös die Hüften kreisen, und Noma Nkwali, Superstar aus Zimbabwe, beeindruckte mit ihrer souligen Stimme. Zum Staunen brachte die gebürtige Münchnerin Vanessa Sweekhorst das Publikum, als sie an einem wassergetränkten Tuch-Akrobatik in schwindelerregender Höhe zeigte.

Dominik Halamek, verkleidet als Paradiesvogel aus Madagaskar, schwebte mit Partnerin Lina Hampel aus Hamburg am senkrechten Seil. Der Äthiopier Solomon Solgit, der in Bad Tölz lebt, fuhr mit dem Einrad über das horizontal gespannte Seil, während er mit Keulen jonglierte.

Der Abend war ein grandioses Kunstvergnügen voller Temperament, ein aufwendig inszeniertes Festival der Sinne. Bürgermeister Klaus Heilinglechner begrüßte zudem den Botschafter der Demokratischen Republik Äthiopiens. 

Weitere Künstler

Issouf Touré Braka (Akrobat, Percussionist/Elfenbeinküste), Lawrence Mensah (Akrobat, Percussionist/Ghana), Nonhlanhla Huber (Tänzerin/ Südafrika), Lennora Esi (Schauspielerin, Musical-Darstellerin/Stuttgart), Tameru Zegeya (Akrobat/Nord-Äthiopien), Kaba Anzoumana (Tänzer, Akrobat/Elfenbeinküste), Aaron Amoatey (Tänzer/München) und Couligaly Sarademe (Percussionist, Elfenbeinküste).

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gedanken über einen fast 250 Jahre alterPoetry Slammer
In unserer Serie „Gott und die Welt“ denkt dieses Mal Pastor Christoph Schirrmacher über den Dichter Clemens Brentano und den Wolfratshauser Poetry Slam nach.
Gedanken über einen fast 250 Jahre alterPoetry Slammer
Gute Tipps zum Abschluss für die Wolfratshauser Realschüler
Es ist geschafft. 120 Schülerinnen und Schüler der Realschule Wolfratshausen haben erfolgreich die „Verwandlung vom Kind in einen jungen Erwachsenen vollzogen.“
Gute Tipps zum Abschluss für die Wolfratshauser Realschüler
Gänsehautalarm bei den Königsdorfer Neuntklässlern
Sie haben es alle geschafft: 100 Prozent der Neuntklässler haben den Erfolgreichen Mittelschulabschluss bestanden. 96 Prozent können sich zudem über den Quali freuen.
Gänsehautalarm bei den Königsdorfer Neuntklässlern
70 Jahre Baiernrainer Blasmusik: Daran erinnern sich zwei Urgesteine
Die Baiernrainer Blasmusik feiert 70-jähriges Bestehen. Johann Pallauf und Georg Thalhammer waren von Anfang an dabei – und können heute legendäre Anekdoten erzählen.
70 Jahre Baiernrainer Blasmusik: Daran erinnern sich zwei Urgesteine

Kommentare