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Feierstunde in der Kreisklinik: Dr Marcus Hintermayr (re.) stellte den Gästen die neue Akutgeriatrie-Abteilung vor.

Älteren Patienten auf die Beine helfen

Akutgeriatrie-Abteilung an der Wolfratshauser Kreisklinik eingeweiht 

Am Wolfratshauser Klinikum gibt es jetzt eine Akutgeriatrie-Abteilung. Am Dienstag wurde die neue Station feierlich eingeweiht. Älteren Patienten wird dort geholfen, nach einer Erkrankung so schnell wie möglich wieder auf die Beine zu kommen.

Wolfratshausen – Die Lebenserwartung steigt. Auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zeigt sich eine Zunahme von älteren bis hochbetagten Menschen. An der Wolfratshauser Klinik sind nach Aussage von Chefarzt Dr. Michael Trautnitz in den Bereichen innere Medizin und Unfallchirurgie jeweils knapp ein Viertel der Patienten älter als 80 Jahre. Sie haben nach einem Beinbruch, einer Lungenentzündung oder einem Herzinfarkt meist Probleme, sich nach ihrer Rückkehr in ihr Zuhause weiterhin selbständig zu versorgen, auch wenn die akute Erkrankung erfolgreich behandelt wurde.

Fachkräfte arbeiten Hand in Hand

Das Aufstehen und Anziehen fällt schwerer, manchmal sind auch die geistigen Fähigkeiten eingeschränkter als zuvor. Damit diese Patienten schon im Krankenhaus möglichst schnell wieder ihre Autonomie zurückgewinnen, gibt es die Akutgeriatrie. In Wolfratshausen wurde sie in die Abteilung Innere Medizin eingegliedert. Neuer Leiter ist Oberarzt Dr. Marcus Hintermayr (48). Er erklärte den Gästen der Einweihungsfeier – Bürgermeister, Kommunal- und Kreispolitiker sowie Unterstützer der Klinik –, was genau auf der Station im ersten Stock passiert. Dort arbeitet ein Team aus Fachärzten, 14 speziell geschulten Pflegekräften, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen und Seelsorgern Hand in Hand.

In erster Linie würden die Fachkräfte mit ihren Behandlungen den Senioren eine Anleitung geben, alltägliche Dinge wieder selbst zu tun, sagte Hintermayr. „Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe.“ Zum Aufgabengebiet der Spezialisten gehören Gleichgewichts- und Hirnleistungstraining,  Sprech- und Schluckübungen etwa nach einem Schlaganfall, aber auch moralische Unterstützung. 20 Patienten können in Wolfratshausen in Ein- und Zweibettzimmern auf diese ganzheitliche Art versorgt werden.

Krankenhaus Agatharied stand beratend zur Seite

Geschäftsführer Hubertus Hollmann berichtete, dass es bis zur Eröffnung der Akutgeriatrie kein leichter Weg gewesen sei. Vor allem Fachärzte und Pflegepersonal zu finden, sei eine Herausforderung gewesen. Als das Gesundheitsministerium Anfang Juli dieses Jahres die Abteilung offiziell anerkannt hatte, sei allen Beteiligten ein Stein vom Herzen gefallen. Hollmann bedankte sich bei seinem ärztlichen Team, aber auch bei den Kollegen vom Krankenhaus Agatharied, die in der Altersmedizin als Vorreiter gelten und den Wolfratshausern beratend zur Seite standen.

Dritter Landrat Klaus Koch erzählte aus eigener Erfahrung in der Familie, wie wichtig es auch für die Angehörigen sei, die Eltern nach einer Operation in guten Händen zu wissen. Er warb dafür, im Krankheitsfall zuerst an die Wolfratshauser Kreisklinik zu denken. Die Qualität der medizinischen Versorgung sei dort nachweislich „hervorragend“. Mit der Akutgeriatrie verfüge die Klinik neben der Geburtshilfe über eine weitere Besonderheit gegenüber anderen Häusern.

Je eher die Reha beginnt, desto besser

Krankenhaus-Seelsorgerin Barbara Mehlich erteilte der neuen Station den kirchlichen Segen. Bei einer Führung konnten sich die Gäste von den freundlichen, modern ausgestatteten Zimmern für die älteren Patienten überzeugen. Dort gibt es zum Beispiel spezielle Gehwagen oder Übungsspiele zum Wiedererlangen der Feinmotorik. Je früher die Patienten mit der Krankenhaus-internen Reha beginnen, desto besser.

Tanja Lühr

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