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Auf zur letzten Tour: Alfred Heinke (Mi.) und seine Mitwanderer starten am Tag vor dem Jahreswechsel noch einmal eine Wandertour für die Naturfreunde. Sie führte über Höhenrain, Biberkor und Farchant nach Aufkirchen.

Wanderführer der Naturfreunde

Alfred Heinke plante in 23 Jahren über 600 Ausflüge

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Wolfratshausen - Es ist eine beachtliche Zahl: Alfred Heinke hat in 23 Jahren über 600 Ausflüge organisiert. Der Wanderführer der Naturfreunde Wolfratshausen gibt seinen Posten nun auf.

Alle zwei Wochen schnürt Alfred Heinke die Wanderschuhe, greift nach seinen Karten und läuft los. „Immer zu einem anderen wunderschönen Fleckchen hier im Umland.“ Allein ist der 83-Jährige bei seinen Unternehmungen allerdings nie – ihm folgen im Durchschnitt zwei bis drei Dutzend ebenso wanderbegeisterte Senioren. Der Eglinger organisierte bis dato nämlich für die Naturfreunde Wolfratshausen Touren durch die nähere Umgebung. Doch das ist von nun an Vergangenheit: Zum Jahresende hat Heinke damit aufgehört. Einen Tag vor Silvester führte er die Gruppe auf seiner letzten Tour über Höhenrain, Biberkor und Farchant nach Aufkirchen.

Etwa 600 Ausflüge hat Heinke in den vergangenen 23 Jahren geführt. In Kilometern ausgedrückt sind das etwa 7200. Er selbst ist die doppelte Strecke gegangen. „Schließlich musste ich jede Route erst einmal ausprobieren und verschiedene Fragen klären“, schildert Heinke. „Wo ist der Weg steinig, wie steil oder flach verläuft er, ist er überhaupt für unsere Gruppe – Durchschnittsalter so um die 65 – geeignet?“ Schließlich soll ja niemandem etwas passieren.

Die Routen hat der 83-Jährige alle höchstpersönlich zusammengestellt. „Jede unterscheidet sich von der anderen, keine ist doppelt.“ Nur an eine Faustregel hat er sich immer gehalten: „Nach zwei Dritteln der Strecke wird in einer Wirtschaft oder einem Café eingekehrt. Das hat sich einfach bewährt.“

Zum „Wanderführer“ wurde der gelernte Maschinenbauer im Ruhestand. „Die Naturfreunde haben jemanden gesucht, der das macht“, erinnert sich der fünffache Großvater. Anfangs waren noch zwei weitere Kollegen dazu bereit, doch „irgendwann bin nur noch ich übrig geblieben“. Alfred Heinke hat seine Sache offenbar gut gemacht: Die Teilnehmerzahl schnellte innerhalb von ein paar Jahren von sechs auf 30 nach oben.

Glücklicherweise hat der Eglinger sein Ausscheiden rechtzeitig angekündigt, so dass man sich im Verein rechtzeitig um einen Nachfolger kümmern konnte. „In Peter Weile und seiner Frau Anneliese haben wir die Richtigen gefunden“, sagt Heinke. Und was macht er dann mit der gewonnenen Freizeit? Der 83-Jährige muss herzlich lachen. „Als Teilnehmer mitwandern, was sonst?“

Bleiben werden ihm auch die Erinnerungen an viele schöne gemeinsame Stunden und Anekdoten, so wie damals, als Heinke mit seinem Auto eine Autobahnausfahrt verpasst hatte und alle sich fragten, wo er denn bliebe. „Einmal wollten wir auch die Tour etwas abkürzen“, erzählt er. „Plötzlich landeten wir neben einer Weide, die sich als Kälberweide herausstellte. Als die Tiere dann schnurstracks auf uns zugaloppiert sind, sind auch wir urplötzlich ganz schnell geworden.“

von Sabine Hermsdorf

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