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92 Alleebäume stehen an der Geltinger Straße. Nicht nur das erschwert den Bau eines Fuß- und Radwegs.

Fuß- und Radweg

Alleebäume behindern Pläne für Geltinger Straße

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An der Geltinger Straße fehlt ein durchgängiger Fuß- und Radweg. Der gewünschte Bau ist allerdings mit Hürden gespickt.

Wolfratshausen– Die Geltinger Straße ist weder für Fußgänger noch für Radfahrer ein Eldorado. Von ein paar Metern vor der Chili’s-Tex-Mex-Bar (ehemals Glashütte) und der Musikbar D’Amato im Schützenhaus abgesehen, gibt’s für die schwächsten Verkehrsteilnehmer keine ausgewiesene Schutzzone. Aus diesem Grund hatten die Mitglieder des städtischen Bauausschusses die Verwaltung beauftragt, dieMöglichkeiten zur Verbesserung der Situation für Fußgänger und Radfahrer auszuloten. Die aufwändige Grundlagenermittlung ist mittlerweile erfolgt, nun liegt der Ball wieder bei den Stadträten. Denen steht laut Bauamtsmitarbeiterin Susanne Leonhard eine „sportliche Aufgabe“ bevor.

Die Fahrbahn der Geltinger Straße ist zwischen Mitterweg und Bürgermeister-Seidl-Straße nur zirka 5,60 Meter breit. Entlang der Strecke stehen 92 Alleebäume, vorwiegend Ahornbäume, aber auch Eschen und Linden. Nördlich und südlich von Mitterweg beziehungsweise Bürgermeister-Seidl-Straße beträgt die Straßenbreite rund 6,60 Meter. Der Asphaltweg entlang der Loisach ist auf seiner gesamten Länge – laut Bauamtsleiter Dieter Lejko gut ein Kilometer – als Ortsstraße gewidmet. Der Verkehr darf in beide Richtungen fließen, zwischen der Königsdorfer Straße und der Bürgermeister-Seidl-Straße gilt Tempo 30.

Anspruchsvolle Hürden

Wer entlang der Strecke einen durchgängigen Fuß- und Radweg bauen möchte, der hat einige anspruchsvolle Hürden zu nehmen. Der Kommune gehört kaum etwas von dem Grund, den sie brauchen würde. „Man müsste wohl mit mehr als zehn Eigentümern verhandeln“, sagt Lejko im Gespräch mit unserer Zeitung. Falls nicht jeder bereitwillig verkaufen wolle, müsse der Stadtrat über die Enteignung entscheiden. Eine Zwangsmaßnahme, die laut Bauamtsleiter in der Flößerstadt in den vergangenen Jahrzehnten nicht angewendet worden ist.

Ein weiteres Problem: Einer Verbreiterung der Geltinger Straße stehen sowohl östlich als auch westlich (Flussseite) besagte Alleebäume im Weg. Hier und da die Axt anzulegen, dürfte nicht nur in der Grünen-Fraktion einen Aufschrei provozieren. Ahorn, Eschen und Linden könnten allerdings unangetastet bleiben, wenn der Verkehr auf der Geltinger Straße nur noch in eine Richtung rollen dürfte. Ein Gedankenspiel, dem der Fraktionschef der Bürgervereinigung Wolfratshausen, Josef Praller, in der jüngsten Bauausschusssitzung bereits eine kategorische Absage erteilt hat.

„Quadratur des Kreises“

„Grundsätzlich ist alles machbar“, sagt Bauamtsleiter Lejko mit Blick auf das ehrgeizige Projekt. „Es hat aber etwas von der Quadratur des Kreises“, räumt Leonhard ein. Sie wolle „nicht in der Haut der Stadträte stecken“, meint die Bauamtsmitarbeiterin. Leonhard hat bei der Grundlagenarbeit noch weitere potenzielle Probleme ausgemacht: Einige Flurstücke, die die Stadt benötigen würden, sind sogenannte FFH- (Flora-Fauna-Habitat) Gebiete. Auch das Wasserwirtschaftsamt Weilheim werde mutmaßlich ein Wörtchen mitreden wollen. Und: Um „mit Nachdruck“ mit den jeweiligen Grundstücksbesitzern verhandeln zu können beziehungsweise „eine Rechtsgrundlage für ein Vorkaufsrecht zu erlangen“, wäre die Aufstellung eines Bebauungsplanes erforderlich. Ein bekanntermaßen zeitraubendes Verfahren.

Den Stadträten liegen alle von der Verwaltung erhobenen Daten vor. Ein Beschluss, ob und wie’s in puncto Geltinger Straße weitergehen soll, fiel in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses nicht. Die Entscheidung wurde auf einhelligen Wunsch zurückgestellt.

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