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Protest gegen den Abriss: Die Vorsitzende des Historischen Vereins, Dr. Sybille Krafft (2. v. re.), Ludwig Gollwitzer (3. v. re.) sowie 71 weitere Anwohner und Bürger. 

„Der Abbruch eines Hauses wäre eine schwerwiegende Beschädigung des Ensembles“

Alpenstraße 14: So wehren sich Denkmalschützer gegen den Abriss

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Der Bau- und Umweltausschuss hat dem Abriss-Bescheid des Landratsamts zugestimmt: Das ärgert 73 Bürger, die sich am Samstag am Haus an der  Alpenstraße 14 zum Protest versammelt haben.

Wolfratshausen– Im April 2016 versammelten sich erstmals Anwohner mit Mitgliedern des Historischen Vereins, um gegen den drohenden Abriss des Hauses an der Alpenstraße 14 zu protestieren. Etwa ein Jahr später folgte eine Denkzettel-Aktion, weil der Bayerische Landtag die kurzfristige Gesetzeslücke schloss, die der Besitzer damals bei seinem Antrag auf Vorbescheid ausgenutzt hatte. Nachdem der Bau- und Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung erneut dem Abriss-Bescheid des Landratsamtes zugestimmt hatte, fühlten sich am Samstagvormittag erneut 73 Bürger, ausgestattet mit Laternen, auf den Plan gerufen.

„Jeder von uns hat sicher etwas Besseres zu tun, als sich bei dieser Kälte hinauszustellen“, betonte Dr. Sybille Krafft. Die Vorsitzende des Historischen Vereins verwies erneut auf die Bedeutung der zwischen 1936 und 1939 entstandenen Häuserreihe und wehrte sich gegen Kritiker, die dort kein schützenswertes Kulturgut erkennen wollen. „Es gibt sicher dankbarere Projekte: Würde es um eine Barockkirche oder eine alte Mühle gehen, hätten wir mehr Unterstützer“, ist sich die 60-Jährige sicher. Obwohl das Ensemble „in der schlimmen Zeit“ des NS-Regimes erbaut worden war, dürfe die einheitliche Fassaden- und Vorgartengestaltung nicht durch einen untypischen Neubau zerstört werden.

Kreisheimatpflegerin Maria Mannes betonte, dass es um weit mehr als den Erhalt des Hauses an der Alpenstraße 14 ginge. Ebenso wie Ludwig Gollwitzer, der in der Alpenstraße aufgewachsen ist und bis heute dort wohnt, fürchtet sie einen Domino-Effekt. „Der Abbruch eines Hauses wäre eine schwerwiegende Beschädigung des Ensembles, der weitere Häuser zum Opfer fallen könnten“, gab Mannes zu bedenken. Zwar lehnte der Bauausschuss den Neubau von vier Reihenhäusern plus Garagen in seiner Dezembersitzung vorerst ab, weil die geplante Wandhöhe zu sehr von der Umgebung abweicht (wir berichteten). Für Gollwitzer und weitere Anwohner ist dies aber kein Grund zum Aufatmen. Denn wenn der Grundstücks-Eigentümer eine Tektur einreicht, könnte die Neubaugenehmigung ganz schnell erfolgen. „Wir haben hier eine besondere Lebensqualität: Es lohnt sich, dafür zu kämpfen“, gab sich Gollwitzer hartnäckig.

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Annekathrin Schulz vom Historischen Verein erinnerte daran, dass sich wohl keiner der zum Teil seit 1956 dort lebenden Anwohner die Miete geschweige denn den Kauf eines der geplanten Reihenhäuser leisten könne. „Das ist nicht sozial“, stellte sie fest. Krafft rief zudem alle Anwohner auf, den Historischen Verein mit Bildern und Dokumenten zur Geschichte des Ensembles zu versorgen.

ph

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