Eine Häuserzeile.
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Das Wohn- und Geschäftshaus an der Bahnhofstraße 23/23a in Wolfratshausen kann aufgestockt werden – die alte Linde (rechts) darf nicht gefällt werden.

Geschäftshaus darf aufgestockt werden

Alte Linde: Gute Nachrichten für Baumfreunde in Wolfratshausen

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Das Wohn- und Geschäftshaus an der Bahnhofstraße 23/23a in Wolfratshausen darf aufgestockt werden. Aber: Die alte Linde vor dem Gebäude muss erhalten bleiben.

Wolfratshausen – Ende gut, alles gut: Die Eigentümerin des Wohn- und Geschäftshauses an der Bahnhofstraße 23/23a möchte das Gebäude aufstocken und erweitern. Doch wie berichtet lehnte der Bauausschuss des Stadtrats den Antrag mit 2:8 Stimmen ab. In seiner jüngsten Sitzung lag dem Fachausschuss eine überarbeitete Planung vor, der das Gremium einhellig zustimmte. Der vorgeschlagenen Ersatzpflanzung für eine genau genommen zu erhaltende Linde vor dem Gebäude erteilte der Ausschuss unisono eine Absage.

Das Ansinnen war im Oktober durchgefallen, weil laut Bauantrag die Stellplätze vor dem Wohn- und Geschäftshaus in die öffentliche Verkehrsfläche ragten. Diese Fläche sollte nach übereinstimmender Meinung der Stadträte jedoch weiterhin als Gehweg genutzt werden – die Sicherheit der Fußgänger habe in dem Bereich absolute Priorität. Als Alternative schlug der Ausschuss der Immobilieneigentümerin einen Grundstückstausch beziehungsweise eine Dienstbarkeit vor, und zwar für die Verlegung der Stellplätze direkt an die Fahrbahn sowie die Verlegung Gehweges entlang des Gebäudes.

Mit diesem Kompromiss zeigte sich die Bauwerberin laut Stadtverwaltung einverstanden. Die aktualisierte Planung sieht nun den Gehweg entlang des Gebäudes sowie „sechs Stellplätze als Senkrechtparker vor, die von der Bahnhofsstraße aus anfahrbar sind“, erläuterte Bauamtsleiterin Susanne Leonhard.

Angeblich „leidende“ Linde muss stehen bleiben

Der Beschlussvorschlag beinhaltete jedoch auch, dass im Rahmen der Umplanung die bestehende Linde rechts vor dem Haus durch eine Neupflanzung (ebenfalls eine Linde) ersetzt werden soll, um eine bessere Nutzung des Gehweges zu ermöglichen. Die Linde sei zwar „leidend“, meinte Stadtrat Rudi Seibt von den Grünen – ohne diese These auf mehrfaches Insistieren von Vize-Bürgermeister Günther Eibl (CSU) belegen zu können. Doch die alte Linde müsse auf jeden Fall stehen bleiben, konstatierte Seibt. Dieses Gebot war auch für alle anderen Ausschussmitglieder in Stein gemeißelt. Bauamtsleiterin Leonhard hatte gute Nachrichten für alle Baumfreunde: Die Linde sei im Bebauungsplan berücksichtigt – und dürfe demnach nicht gefällt werden. Und: „Es kommen so oder so noch zwei neue Bäume hin.“

Sadträte müssen eine Kröte schlucken

Dass die Fläche, die überbaut wird, nicht 100-prozentig mit der Fläche übereinstimmt, die überbaut werden darf, gefiel Eibl nicht. Diese Kröte müsse man allerdings schlucken, meinte Verwaltungsdirektorin Leonhard. Nur so sei das Anlegen der sechs Stellplätze möglich. „Notgedrungen“, sagte Leonhard, komme es dadurch zur Überschreitung der sogenannten Grundflächenzahl. Weder für Eibl noch die übrigen Ausschussmitglieder unterm Strich ein Grund, den Antrag abzulehnen. Abstimmungsergebnis: 10:0 für die Bauwerberin. (cce)

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