Nach Urteil gegen Marktmeister

Andrea Titz kritisiert Richterschelte des Bürgermeisters

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Der Wolfratshauser Bürgermeister Klaus Heilinglechner hat in der Stadtratssitzung öffentlich das Urteil gegen seinen Marktmeister kritisiert. Jetzt äußert sich Amtsgerichtsdirektorin Andrea Titz zu dieser Richterschelte.

Andrea Titz Direktorin des Amtsgerichts Wolfratshausen. 

Wolfratshausen In der Stadtratssitzung diese Woche kritisierte Bürgermeister Klaus Heilinglechner öffentlich ein Urteil des Amtsgerichts gegen den Marktmeister der Stadt Wolfratshausen. Dieser soll wie berichtet von einem Fieranten ein Paar Kaminwurzen (Verkaufspreis 3,50 Euro) angenommen haben – und wurde deshalb wegen Vorteilsannahme zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen (à 40 Euro) verurteilt. Er könne das Urteil nicht nachvollziehen, sagte Heilinglechner, ein Beweis des Vorwurfs sei nicht erbracht.

Andrea Titz zeigt sich wenig begeistert über die Kommentare des Stadtoberhaupts. „Ich finde es erstaunlich, dass ein Mensch, der weder der Verhandlung beigewohnt hat noch die Akten kennt, sich anmaßt, in dieser Form über ein Gerichtsurteil zu befinden und dem Gericht auch noch eine Fehlentscheidung vorwirft“, sagt die Direktorin des Amtsgerichts auf Nachfrage unserer Zeitung. Das sei eine Vorgehensweise, die man von einem gewählten Volksvertreter nicht erwarte, kritisiert Titz. „Das ist nicht üblich und auch in keiner Weise angemessen. Fakt ist, dass der Herr nicht in der Verhandlung war, was seinen Kommentar noch verwunderlicher erscheinen lässt. Aber das muss er mit sich selbst ausmachen. Wir nehmen das hier nur zur Kenntnis.“

Auf die Sache selbst und die Kritik am Urteil von Richter Helmut Berger wolle sie nicht eingehen, erklärt die Direktorin. „Ein Richter entscheidet in richterlicher Unabhängigkeit. Das werde ich nicht kommentieren.“

Rubriklistenbild: © dpa

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