Andreas Ofenbeck, bisher Ortsvorsitzender der Jungen Union, möchte mehr Zeit für die Familie haben.
+
Andreas Ofenbeck, bisher Ortsvorsitzender der Jungen Union, möchte mehr Zeit für die Familie haben.

Interview

Andreas Ofenbeck zieht sich als Ortsvorsitzender der Jungen Union zurück

Andreas Ofenbeck, der bisherige Ortsvorsitzende der Jungen Union Wolfratshausen, gibt sein Amt am Mittwoch ab. Im Interview erklärt er, warum er nicht mehr kandidieren möchte.

Wolfratshausen– An diesem Mittwoch wählt die Junge Union Wolfratshausen einen neuen Vorsitzenden. Der bisherige Chef des CSU-Nachwuchskaders, Andreas Ofenbeck,kandidiert nicht mehr. Im Interview erklärt der 32-Jährige die Gründe, blickt auf seine Amtszeit zurück und spricht über seine neue Rolle bei den Christsozialen.

Herr Ofenbeck, warum geben Sie am Mittwochabend den JU-Vorsitz ab?

Das hat zwei verschiedene Gründe: Zum einen bin ich beruflich stärker eingespannt, als ich es noch am Anfang meiner politischen Laufbahn war. Durch einen Wechsel in das Kultusministerium im Jahr 2016 und meine Tätigkeit seit der Ressorttrennung im März 2018 im Wissenschaftsministerium fehlt manchmal die Zeit, um mich der politischen Arbeit in dem Umfang zu widmen, wie ich es gerne täte. Zum anderen bin ich vor etwas mehr als eineinhalb Jahren Vater geworden – und nutze meine wenige Freizeit gerne mit meiner jungen Familie. Dafür müsste das Ehrenamt dann gelegentlich zurückstecken. Als Vorsitzender möchte ich aber noch mehr zur Verfügung stehen, deshalb mache ich den Platz frei für jemanden, der das anbieten kann. Ich blicke aber positiv auf die Zeit zurück. Wir konnten in meiner Amtszeit seit Oktober 2014 einiges bewegen.

Das ist ein gutes Stichwort: Was haben Sie denn angepackt?

Gerade in den Jahren 2015 und 2016 hatten wir ein enormes Programm. 40 verschiedene Termine, Aktionen und Projekte haben wir da in einem Jahr durchgeführt. Das ist für eine lokale politische Nachwuchsorganisation wahnsinnig viel. Das Engagement war vielseitig. Mit einer karitativen Nikolausaktion etwa, einer Rodelaktion für Familien und dem Aufstellen von Plakaten, die Autofahrer auf Schulkinder hingewiesen haben, haben wir einige soziale Projekte für Wolfratshausen und die Umgebung angestoßen, die auch heute noch jährlich durchgeführt werden.

Gab es beim CSU-Nachwuchs auch politische Aktionen?

Politisch waren wir als Initiator des „Politischen Herbst“ aktiv und haben hochkarätige Redner wie Dr. Edmund Stoiber, Staatsminister, Landtags- und Bundestagsabgeordnete nach Wolfratshausen eingeladen, die in öffentlichen Veranstaltungen zu aktuellen politischen Debatten gesprochen haben. In der Lokalpolitik haben wir uns regelmäßig zu Wort gemeldet. So zum Beispiel als die Zukunft der Wolfratshauser Geburtenstation auf dem Spiel stand oder zur Kinderbetreuung im Landkreis. Alles in allem waren wir in den vergangenen Jahren sehr aktiv.

Wie blicken Sie auf ihre Amtszeit zurück?

Sehr positiv. Es hat Spaß gemacht, hier die Lokalpolitik mitzugestalten. Dass das viele junge Leute so gesehen haben, zeigt sich auch daran, dass wir in den vergangenen Jahren einen enormen Mitgliederzuwachs verzeichnen konnten. Im Oktober 2014 waren wir drei aktive Mitglieder. Mittlerweile können wir aus der JU Wolfratshausen sogar eine Neu-Ausgründung der JU Geretsried, die im Februar stattfinden wird, vornehmen, worauf ich sehr stolz bin.

Wie geht es für Sie persönlich weiter? Sie sind ja derzeit auch Kreisvorsitzender der Jungen Union.

Ich habe mich noch nicht endgültig entschieden, ob ich für diesen Posten noch einmal kandidieren möchte. Das werde ich in den kommenden Wochen entscheiden. Bis zur Wahl des Kreisvorstandes dauert es auch noch einige Wochen. Ich verspüre hier keinen Druck.

Heißt das, Sie ziehen sich womöglich komplett aus der Politik zurück?

Nein, das heißt es auf keinen Fall. Ich werde sowohl der Politik als auch der CSU, die meine politische Heimat ist, erhalten bleiben. In der JU Wolfratshausen werde ich aber nicht mehr an vorderster Front, sondern aus einer etwas zurückgezogeneren, unterstützenden Position heraus mitgestalten.

Wer wird denn Ihr Nachfolger als Vorsitzender?

Das entscheidet sich am Mittwoch. Ich weiß, dass es sehr geeignete Bewerber für den Ortsvorsitz gibt, und ich bin sicher, dass die Versammlung einen positiven Neuanfang finden wird. Die Namen der Bewerber möchte ich noch nicht nennen.

Dominik Stallein

Lesen Sie auch: Was die Junge Union jetzt von der Bahn fordert

Auch interessant

Kommentare