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Die Trompete ist die Leidenschaft von Andreas Unterreiner. Für ein Musikstipendium zieht er nach Paris.

„Improvisieren, aber nicht kopflastig“

Andreas Unterreiner erhält Pariser Musikstipendium

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Wolfratshausen – Für ein Musikstipendium zieht Trompeter Andreas Unterreiner nach Paris. Mit Profi-Musikern reiste er bereits um die Welt. Ein Portrait.

Andreas Unterreiner (31) aus Wolfratshausen war überrascht, als er im Spätsommer einen Brief vom Bayerischen Kultusministerium im Briefkasten fand. Von einem Musikstipendium war die Rede, mit einem halben Jahr Aufenthalt in Paris. Genauer: In der renommierten Atelier- und Wohnsiedlung Cité Internationale des Arts. „Ich kannte das nicht“, sagt Untereiner, der an der Wolfratshauser Musikschule Trompete unterrichtet. „Wusste nicht, dass es so etwas gibt.“ Wer ihn nominiert hat, weiß er nicht. Er weiß nur, dass dieser Aufenthalt in der französischen Hauptstadt eine einmalige Chance für ihn ist. Am kommenden Dienstag geht’s los.

Bis sich Unterreiner voll und ganz seinen musikalischen Schwerpunkten Komposition und Trompete widmen kann, steht noch ein Aufritt im Rahmen der Reihe „Loisach-Jazz“ in Wolfratshausen bevor. Am Freitagabend spielt er mit seiner Jazzband im Foyer der Loisachhalle. Seine 20 Schüler an der Musikschule haben sich derweil schon auf Abschied eingestellt. Ein halbes Jahr müssen sie auf ihren Lehrer verzichten. Kein Problem für Leiter Manfred Heller. „Das kann für uns nur ein Imagegewinn sein, einen so hochkarätigen Musiker im Kollegium zu haben“, sagt er. Unterreiner bleibe die Stelle erhalten, bis er aus Paris zurück ist.

Seine Wurzeln hat der Musiker in Bibingen im Ostallgäu. Er ist ein Bub vom Land. Da war es klar, dass der Grundschüler damals ein Instrument lernte, das in der ortsansässigen Blaskapelle gerade fehlte. So kam Unterreiner auf die Trompete. „Dass dieses Instrument so viele Facetten im Klang und Stil zulässt, hatte mich schnell fasziniert“, sagt er. So blieb er beim Spielen, auch als er nach dem Abitur zuerst Mathematik bis zum Diplom studierte und anschließend dann doch auf Musik umsattelte. Für sein Musikstudium ist er nach München gezogen.

Seinen Weg zum Jazz fand Unterreiner über das Bundes-Jazzorchester. „Das war für mich die Initialzündung“, erinnert er sich. Dort kam er mit guten jungen Musikern und hervorragenden Dozenten zusammen, ging auf internationale Tourneen von den USA bis nach China. „Ich war Feuer und Flamme für den Jazz.“

Heute spielt Unterreiner in mehreren Projekten mit namhaften Musikern. Er ist Mitbegründer der Jazzband BuffZack, er gehört zu den Munich Composers Collectives sowie zur Monika Roscher Bigband. Er spielt mit der Jazzrausch-Bigband in Münchner Clubs und hat die Ehre, zum handverlesenen Orchester des Echo-Preisträgers Christian Elsässer zu gehören. Im Jahr 2010 erhielt Unterreiner den Sonderpreis des Musikpreises des Kulturkreises Gasteig. 2013 wurde er Preisträger beim „Kurt Maas Jazz Award“.

Trotz internationaler Karriere ist der sympathische Ostallgäuer bodenständig geblieben: ein junger Lehrer, den seine Schüler gern haben. Und der den Crossover in der Musik liebt, sprich den Stilmix von Klassik bis Jazz, von Metal bis zum Klang seiner Heimat Bayern. Sein Credo: „Improvisation ja, aber die Musik darf nicht zu kopflastig sein“, sagt er. „Sie muss greifbar bleiben und richtig schön grooven.“

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Auftritt

Die Münchner Band „BuffZack“ mit dem Wolfratshauser Andreas Unterreiner spielt am Freitag, 29. April, im Rahmen der Reihe „Loisach-Jazz“ im Foyer der Loisachhalle in Wolfratshausen. Beginn ist um 20 Uhr, Einlass eine Stunde früher. Die Platzwahl ist frei. Karten kosten im Vorverkauf 19 Euro, ermäßigt 15 Euro.

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