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Spontaner Protest: Gut 50 Wolfratshauser folgten am Sonntag dem Aufruf von Dr. Sybille Krafft (li.). 

Ensemble Schießstättstraße/Alpenstraße

Anwohner protestieren gegen Abriss

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Das Wohnhaus an der Alpenstraße 14 ist akut abrissgefährdet. Diese Nachricht hat den Historischen Verein Wolfratshausen alarmiert. Spontan organisierte die Vorsitzende Dr. Sybille Krafft eine Proteste-Kundgebung, an der sich am Sonntag gut 50 Wolfratshauser beteiligten. Ihr Ziel: „Wir wollen dafür kämpfen, dass das Ensemble in seiner Geschlossenheit erhalten bleibt.“

Wolfratshausen – Für sich genommen ist das Gebäude an der Alpenstraße kein Schmuckstück: Seine Fassade ist schlicht und nicht mehr im allerbesten Zustand. Das planende Architekturbüro Adldinger kam vor rund einem Jahr zu dem Schluss, dass eine Sanierung des Gebäudes aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr sinnvoll sei. Auch der Bauausschuss hatte nichts dagegen, dass das Gebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird – einstimmig befürwortete das Gremium seinerzeit das Vorhaben.

Sollte es wirklich so weit kommen, wäre dies nach Ansicht von Dr. Sybille Krafft ein Desaster: „Es gibt da eine Gesetzeslücke, und die soll genutzt werden.“ Krafft verwies auf die historische Bedeutung des gesamten Gebiets. So sei die Wohnsiedlung in den Jahren 1936 bis 1939 für Angestellte der Sprengstoffwerke Geretsried/Gartenberg errichtet worden und untrennbar mit dem Badehaus Waldram-Föhrenwald verbunden.

Dass das Ensemble in seiner Geschlossenheit erhalten bleibt, dafür kämpft auch Anwohner und Vereinsmitglied Ludwig Gollwitzer. Er fordert Landrat Josef Niedermaier in einem Brief dazu auf, den Abriss zu untersagen. Das ganze Gebiet sei eine Idylle, die Wohnqualität extrem hoch: „Mir blutet das Herz, dass das jetzt zerschlagen werden soll.“ Generell werde in Wolfratshausen laut Gollwitzer „ziemlich mau“ mit Altbauten umgegangen. Viele Gebäude aus seiner Jugendzeit seien schon verschwunden, „und stattdessen werden Blöcke wie am Friedhof oder an der Sauerlacher Straße gebaut.“ Gollwitzer kommt zu dem Schluss: „So verliert Wolfratshausen seinen Reiz.“ Die Kunsthistorikerin Annkatrin Schulz ergänzte: „Die Alpenstraße 14 gehört zu dem Ensemble. Es wäre schlimm, wenn es einfach herausgetrennt wird.“

Deutliche Worte fand auch Kreisheimatpflegerin Maria Mannes. Als „bodenlos“ empfindet sie den Gedanken, dieses Haus abzureißen. „Das Argument, das Haus sei nicht zu sanieren, ist dämlich. Andere Häuser in dieser Gegend sind auch schon saniert worden – und das sind jetzt echte Schmuckkästchen.“ Sie könne es sich nicht vorstellen, dass bei derartig dicken Wänden eine Innen- und Außendämmung wirklich notwendig ist.

Der Historische Verein will die Anwohner und Häuser des Gebiets in das Erinnerungsprojekt Badehaus einbeziehen, kündigte Krafft an: „Wir wollen die Geschichten zu den einzelnen Häusern in Arbeitskreisen zusammentragen.“ Sie bittet die Anwohner, für das Projekt Fotos und Dokumente zur Verfügung zu stellen.

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