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Ein Hotel mit 100 Zimmern plant Andreas Schmauser am Bergkramerhof, wie er im G espräch mit unserem Mitarbeiter Dominik Stallein erklärt. 

Interview

Architekt plant Hotel mit Spa am Bergkramerhof

100 Zimmer, beste Lage und eine gute Anbindung: Architekt Andreas Schmauser über die Pläne eines Hotels am Bergkramerhof.

Wolfratshausen – Der Stadtrat machte den Weg frei: Der Bebauungsplan für den Bergkramerhof soll geändert werden. Auf dem Gelände, so der Wunsch, darf ein großes Hotel entstehen. Ähnliche Pläne gab es bereits im Jahr 2011, das Projekt scheiterte an rechtlichen Barrieren. Das aktuelle Vorhaben stammt aus der Feder des Architekten Andreas Schmauser.

Herr Schmauser, wie stellen Sie sich das Hotel am Bergkramerhof vor?

Wir rechnen mit einer Größenordnung von etwa 100 Zimmern. Angedacht ist ein Spa-Bereich mit rund 375 Quadratmetern und ein Gastronomiebereich, der etwa 440 Quadratmeter umfassen soll. Das Hotel hätte eine ideale Lage: traumhafte Aussicht, sehr ruhig und trotzdem direkt an der Autobahn 95, also sehr gut zu erreichen.

Das ist deutlich kleiner als die Planung von 2011...

Richtig. Damals standen 1500 Quadratmeter Spa und 1400 Quadratmeter Gastronomie im Raum. Das Volumen des Gebäudes wurde für den neuen Antrag deutlich reduziert.

Sie sprechen von etwa 100 Zimmern – ist der Bedarf in Wolfratshausen wirklich so groß?

Das Hotel ist in seiner Größe sinnvoll. Wir haben in Wolfratshausen und Umgebung kein Gästehaus in dieser Größenordnung, obwohl der Bedarf da ist. Man denke nur einmal an Messen in München – außer in der Stadt München selbst gibt es bis nach Garmisch-Partenkirchen nichts mit so vielen Zimmern. Die Kapazitäten reichen nicht aus. Also: Ja, der Bedarf ist so groß. Ganz grundsätzlich ist eine Hotelanlage mit weniger als 50 Zimmern aber auch kaum wirtschaftlich darstellbar.

Was ist aus dem viel zitierten Kitzbüheler Vorbild geworden, das 2011 im Raum stand?

Das ist vom Tisch. Wir planen ein Hotel, das optisch und von seinem Angebot her in unsere Landschaft und die Umgebung passt. Statt eines Luxushotels haben wir ein Mittelklasse-Hotel konzipiert. Was ein zukünftiger Investor daraus macht, wissen wir aber jetzt natürlich nicht.

Haben Sie detailliertere Vorstellungen?

Ich habe bislang lediglich den architektonischen Rahmen für den Bau geplant. Genauere – auch optische – Details müsste der zukünftige Investor – natürlich in Zusammenarbeit mit uns – festlegen und forcieren. Dem kann ich nicht vorgreifen, schließlich sind die Vorstellungen von unterschiedlichen Bauherren sehr verschieden. Manche wollen große Suiten, andere eher standardisierte Zwei-Bett-Zimmer.

Die Raumaufteilung ist einer der letzten Schritte auf dem Weg zur Eröffnung. Wie geht es jetzt zeitnah weiter?

Für den Standort am Bergkramerhof müsste ein neuer Bebauungsplan entstehen, bevor man seriös über Details sprechen kann. Das dauert der Erfahrung nach rund zwei Jahre. Im neuen Bebauungsplan, den der Wolfratshauser Stadtrat auf den Weg bringen müsste, werden klare Vorgaben für die Lage, Baugröße und -höhe, die Kubatur und einige Gestaltungsmerkmale festgelegt, an denen wir nicht rütteln können. Den Rest kann man dann mit dem Investor besprechen und zusammen planen.

Auf dem Grundstücksteil, auf dem das Hotel entstehen soll, befindet sich bereits eine Bebauung.

Die Stallungen und das Clubhaus des Golfclubs müssten abgerissen werden. Stehen bleiben könnte der Gastronomiebereich. Durch das Hotel würden – auch weil wir die Pläne abgespeckt haben – keine zusätzlichen Flächen versiegelt werden. Das Golfhaus und ein Wohnhaus für die Hotelmitarbeiter, so unser Plan, soll ein paar Meter entfernt vom jetzigen Clubhaus errichtet werden. Der Eingriff in die Umwelt wäre deshalb im Prinzip nicht groß. Auch das Trinkwasser, das im Zusammenhang mit dem Bergkramerhof ja oft ein heikles Thema war, wird durch das Vorhaben in keiner Weise betroffen. Eine landwirtschaftliche Nutzung der Fläche wäre schädlicher als der Hotelbetrieb. Für den Golfclub wären die Auswirkungen auch überschaubar: Nur zwei Spielbahnen müssten verlegt werden.

Zwei Stadträte aus der Grünen-Fraktion haben Zweifel, ob ein Hotel am Bergkramerhof rechtlich überhaupt möglich wäre. Teilen Sie diese Bedenken?

Nein.

Dominik Stallein

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