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4000 Besucher pilgerten im August 2019 zur Maisfeldparty nach Ascholding.

Ausraster nach der Maisfeldparty

Zimmerer (29) prügelt sich mit der Polizei - 8000 Euro Strafe

  • vonRudi Stallein
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Während der Ascholdinger Maisfeldparty 2019 schaute ein Zimmerer aus Schäftlarn viel zu tief ins Glas. Das kam ihn jetzt teuer zu stehen. 

Ascholding/Wolfratshausen – Die Ascholdinger Maisfeldparty im August vorigen Jahres hat für einen 29-jährigen Schäftlarner ein teures Nachspiel vor dem Wolfratshauser Amtsgericht: Wegen tätlichen Angriffs gegen Vollstreckungsbeamte in drei Fällen sowie vorsätzlicher Körperverletzung wurde der Zimmerer zu 8000 Euro Geldstrafe verurteilt.

Wie es zu dem Handgemenge mit den Polizisten kommen konnte, ist dem Angeklagten ein Rätsel. „Ich kann mich nicht äußern, weil ich alkoholisiert war“, erzählte der Mann vor Gericht. „Ich kann mir die ganze Situation nicht erklären.“ Angefangen hatte es – soweit konnte er sich noch erinnern – als er mit einer Bekannten am Ende der Veranstaltung am Taxistand wartete. Zusammen mit rund 100 weiteren Partygästen. Beim Einsteigen ins Taxi sei es zu einem handgreiflichen Streit mit einem Großcousin gekommen. Als die beiden auf dem Boden miteinander rangelten, sei die Polizei dazu gekommen. Das nächste, woran er sich erinnerte, war, dass er mit Handschellen im Streifenwagen saß.

Polizisten füllen Gedächtnislücken des Angeklagten

Die beteiligten Polizisten konnten die Gedächtnislücken des Angeklagten rasch füllen. Als sie wissen wollten, was eigentlich los sei, habe er angefangen zu rangeln und nach einem Kollegen gegriffen, berichtete ein Beamter. Ein Kollege trug eine blutende Oberlippe davon, als der Beschuldigte ihn „beim Fuchteln geschlagen“ habe. „Er hat getobt wie vom anderen Stern, geflucht und gebrüllt“, schilderte der Zeuge die Situation. „Er war extrem aggressiv.“ Zu viert habe man den Wüterich schließlich überwältigen und ihm Handschellen und Fußfesseln anlegen können.

Ein Atemalkoholtest oder eine Blutentnahme sei in jener Nacht, der Vorfall ereignete sich am 4. August vorigen Jahres gegen 3.15 Uhr, nicht möglich gewesen. Nach eigenen Angaben hatte der Angeklagte zirka vier kleine Weißbier und neun Havanna Cola „mit doppelt Rum“ getrunken. Daraus errechnete eine medizinische Sachverständige, dass der Mann zur Tatzeit vermutlich zwischen 1,5 bis 2 Promille Alkohol im Blut hatte. „Ich gehe von einem mittelschweren Rausch aus“, sagte die Medizinerin. Eine verminderte Steuerungsfähigkeit sei deshalb nicht auszuschließen.

Die Staatsanwältin beantragte für die „völlig grundlose und überflüssige Tat“ eine Freiheitsstrafe von einem Jahr, die jedoch zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Das fand der Angeklagte „viel zu viel, dafür dass ich sonst eine lupenreine Weste habe“. Richter Helmut Berger verurteilte den Schäftlarner zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 80 Euro. „Der Alkohol hat unbarmherzig zugeschlagen“, stellte der Richter nüchtern fest. „Hoffentlich war es ein einmaliger Ausrutscher.“

rst

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