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Verena Kümmel vom Jugendhaus La Vida

Besucher aus Beuerberg und Bahrain

Klappt Asylbewerber-Integration in den Jugendzentren?

Wolfratshausen/Geretsried - Wie klappt die Integration von jugendlichen Asylbewerbern in den Jugendzentren? Die Sprachbarriere überwinden die Jugendlichen trickreich. Wir haben nachgefragt.

Am Anfang blieben die Flüchtlinge im Wolfratshauser Jugendhaus La Vida noch unter sich. „Durch die Sprachbarriere“, sagt die stellvertretende Leiterin Verena Kümmel. Inzwischen ist das anders. Die jugendlichen Asylbewerber, die den Treff regelmäßig besuchen, seien „angekommen“. Wie funktioniert die Integration? Unsere Zeitung hat nachgefragt.

Verena Kümmel vom Jugendhaus La Vida

Beim gegenseitigen Austausch gehe es mitunter wild zu, sagt Kümmel. „Wir reden teilweise mit Händen und Füßen. Man merkt, dass die Kinder durch den Kontakt und den Umgang mit anderen Jugendlichen viel dazu lernen.“ Das Angebot des Jugendhauses richte sich an alle Jugendlichen gleichermaßen. Im La Vida schaue momentan eine Gruppe von sechs minderjährigen Flüchtlingen regelmäßig vorbei. „Die Asylbewerber sind alle sehr höflich und respektvoll“, sagt Kümmel. „Selbstverständlich halten sie sich an die Hausregeln.“ Die anderen Gäste des Treffs vom Kinder- und Jugendförderverein Wolfratshausen würden sich ebenso „vorbildhaft“ verhalten.

"Sie zahlen nur die Hälfte des Preises"

Bei kostenpflichtigen Veranstaltungen, wie etwa einem kürzlich angebotenen Übernachtungsabend, würden für die Asylbewerber dieselben Tarife gelten wie für hiesige Kinder von Sozialcard-Inhabern, sagt Kümmel. „Sie zahlen nur die Hälfte des Preises.“

Auch im Trägerverein Jugendarbeit in Geretsried ist Integration „ein ganz wichtiges Thema“, sagt Geschäftsführer Rudi Mühlhans. Aufgabe des Vereins sei es unter anderem, „Informationen zu vermitteln und Dialog zu schaffen“. Der Trägerverein betreibt in Geretsried den Jugendtreff Ein-Stein am Steiner Ring und den Saftladen an der Adalbert-Stifter-Straße. Beide Einrichtungen stünden allen Heranwachsenden und jungen Erwachsenen offen. „Uns ist völlig egal, ob jemand zum Beispiel aus Beuerberg oder Bahrain kommt“, sagt Mühlhans. Im Ein-Stein seien derzeit nur wenige Asylbewerber zu Gast, im Saftladen dafür umso mehr. „Häufig besucht uns eine Gruppe von zehn bis 15 Jugendlichen“, an einem Wochenende seien es sogar knapp 40 gewesen.

Jugendzentrum hat sich auf Flüchtlinge eingestellt

Rudi Mühlhans, Geschäftsführer des Trägervereins Jugendarbeit Geretsried

Das Geretsrieder Jugendzentrum hat sich auf die Flüchtlinge eingestellt. Auf dem Tresen im Eingangsbereich liegen Ausdrucke von Landkarten, beispielsweise von Syrien und Afghanistan. „So können die Leute gleich zeigen und erklären, woher sie kommen“, erläutert Mühlhans. Im „Begegnungscenter aller Nationen“, so nennt der Geschäftsführer den Saftladen, würden die Mädchen und Buben am liebsten Billard spielen. „Vor kurzer Zeit haben sie hier Musik auch aufgelegt und getanzt.“

Der Großteil der Asylbewerber, die im Saftladen vorbeischauen, sei in der nur wenige Meter entfernten Mittelschulturnhalle untergebracht. Gleich in der ersten Nacht nach Eröffnung der Erstaufnahmeeinrichtung hatte es dort wie berichtet einen unschönen Zwischenfall gegeben. Etwa 15 Jugendliche klopften an die Scheiben der Unterkunft, betraten die Turnhalle und riefen unter anderem die Worte „Ausländer raus“. Sie waren nach Erkenntnissen der Polizei vom Saftladen gekommen. „Da sind wir Pädagogen als Vermittler gefragt. Das ist unser Job“, sagt Mühlhans. „Wir müssen uns bemühen, auf beiden Seiten ein Verständnis zu schaffen.“

"Freundlich und friedlich" läuft der Kontakt ab

Im Allgemeinen laufe der Kontakt inzwischen stets „freundlich und friedlich“ ab. Natürlich gebe es im alltäglichen Kontakt mitunter auch Meinungsverschiedenheiten. Laut Mühlhans bräuchten die Jugendlichen einfach Zeit zum Herantasten. Die Begegnungen seien dann unterm Strich für alle sehr lehrreich. „Miteinander ist vieles möglich“, sagt der Sozialpädagoge.

von Dominik Stallein

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