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In unserer Serie „Gott und die Welt“ kommen wöchentlich Geistliche zu Wort. 

GOTT UND DIE WELT

Auch Jesus hatte sein Gipfel-Erlebnis

In unserer neuen Folge von „Gott und die Welt“ erzählt Thomas Barenth, Kaplan in Wolfratshausen, vom Berg-Erlebnis Jesu auf Tabor - und was es uns zu sagen hat. 

Vielleicht haben Sie die vergangenen Ferien- und Urlaubstage schon genutzt, um mal auszuspannen, durchzuschnaufen und sich in unseren wunderschönen oberbayerischen Bergen auf den Weg zu machen auf eine kleine Wanderung oder eine Bergtour. Wenn ja, dann kennen Sie diese ganz besondere Stimmung in aller Frühe: Sie haben die richtigen Kameraden und Begleiter ausgesucht, die Gruppe steht, auf alle weiteren Unternehmungen dieses Tages haben Sie bewusst verzichtet, um sich ganz darauf einzulassen. Und sicherlich meldet sich bei Ihnen wie auch bei mir der eine oder andere Gedanke an so manche bevorstehende Mühe, die es gilt in Kauf zu nehmen.

Doch wenn Sie es dann geschafft haben, oben angekommen sind auf dem Gipfel oder am Ziel Ihrer Tour stehen, ist alles vergessen: die steilen Passagen, die schweißtreibenden Anstiege und zähen Momente. Wenn die ganze Schönheit der Schöpfung sich vor Ihnen auftut im weiten Blick über Berge und Täler bis zum Horizont, sind dies für jeden, der es einmal erlebt hat, ganz besondere Momente. Momente, die unser Leben verändern, es weit machen, vieles ins rechte Licht rücken können, manches wieder wesentlich, anderes klein und unbedeutend erscheinen lassen – Gipfelmomente eben!

Thomas Barenth, Katholischer Kaplan in Wolfratshausen. 

Jeder Wanderer, Naturfreund und Bergbegeisterte weiß aber auch, dass bei aller Schönheit und Sehnsucht nach solchen Momenten dort oben nicht unser Ort ist. Da kann man nicht dauerhaft bleiben, bei aller Schönheit und Erhabenheit des Augenblicks muss man auf verschiedenen Wegen wieder hinunter, in die Täler des Alltags unserer Welt.

Von einer ganz besonderen Bergtour berichtet der Evangelist Matthäus (Mt 17,1-9). Am vergangenen Dienstag, dem Fest der Verklärung Jesu, konnte man davon im Gottesdienst hören. Jesus wählt einige seiner Jünger, denen er dieses Erlebnis zutraut, als „Bergkameraden“ aus. Sie sollen alles andere hinter sich lassen, frei sein für das, was sie erwarten wird, und sich ganz in die Tour hineinbegeben. Dann, am Gipfel des Berges Tabor angekommen, wo sich der Blick für das Wesentliche weitet, der Geist wach und das Herz dem Himmel näher ist, sind sie bereit für das besondere Gipfelerlebnis: Sie dürfen von nun an wissen, erleben und sogar sehen, wer dieser Jesus, an den sie glauben, wirklich ist: Gottes Sohn. Sogar die Stimme Gottes können sie vernehmen. Doch auch die Jünger müssen wieder hinuntersteigen, sollen nicht da oben bleiben, sondern allen anderen davon weitererzählen.

Wer glaubt, der darf und soll sich mit Jesus aufmachen auf so manche Tabor-Tour des Lebens: mit den festen Schuhen des Vertrauens, mit der geistlichen Brotzeit des Gebets, mit der guten Kameradschaft der Glaubenden. Wer glaubt, der weiß auch, dass diese Gipfelmomente nicht nur für einen selbst bestimmt sind, sondern dass wir die Mitmenschen an der Hand nehmen und Begleiter sind auf den Wegen des Lebens von Aufstieg, Gipfel und Abstieg.

Lesen Sie auch: Wie man die Welt ein bisschen besser machen kann 

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