Mitmachen bei der U18-Bundestagswahl: Jennifer Layton (Grüne), seit 2020 Jugendreferentin des Wolfratshauser Stadtrats, rührt die Werbetrommel.
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Mitmachen bei der U18-Bundestagswahl: Jennifer Layton (Grüne), seit 2020 Jugendreferentin des Wolfratshauser Stadtrats, rührt die Werbetrommel.

Wolfratshauser Jugendreferentin im Interview

Auftakt zur U18-Wahl: „Wir brauchen das Wahlrecht ab 16“

  • VonPeter Herrmann
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Vor der Erwachsenen-Wahl dürfen die Jugendlichen abstimmen, welche Parteien sie gern im Bundestag hätten. Jugendreferentin Jennifer Layton appelliert an junge Menschen, sich an der U18-Wahl zu beteiligen.

Wolfratshausen – Bis 17. September rufen weiterführende Schulen, Vereine und Jugendorganisationen im Landkreis zur U18-Bundestagswahl auf. Entscheidungshilfe soll ein im Geretsrieder Saftladen aufgenommener Videoclip mit den Bundestags-Direktkandidaten sowie eine Speeddating-Tour geben. Im Interview mit unserem Mitarbeiter Peter Herrmann erklärt die Jugendreferentin des Stadtrats, Jennifer Layton (Grüne), warum sich junge Menschen möglichst früh in politische Entscheidungsprozesse einmischen sollten.

Frau Layton, seit wann gibt es die U18-Bundestagswahl?

Jennifer Layton: Die Idee entstand bereits vor 25 Jahren in einem Berliner Jugendklub. Damals gab es nur ein Wahllokal. Seit 2009 beteiligt sich auch Bayern. So gaben bei der bayerischen Landtagswahl 2018 fast 62 000 Kinder und Jugendliche in 453 U18-Wahllokalen ihre Stimme ab.

Sie haben bereits Ende Juli beim Family-Fun-Festival für die Beteiligung an der U18-Bundestagswahl geworben und Jugendliche zu Gesprächen eingeladen. Wie war die Resonanz?

Jennifer Layton: Ich habe beim Family-Fun-Festival in Wolfratshausen ein großes Interesse gespürt und bei einem Generationenfragespiel erfahren, welche gesellschaftlichen Werte und Themen ihnen wichtig sind. So wünschen sich viele beispielsweise einen konsequenteren Klimaschutz.

In elf Bundesländern dürfen sich bereits 16-Jährige an Kommunalwahlen beteiligen, in vier sogar an Landtagswahlen. Sollte das aktive Wahlrecht generell vom derzeitigen Mindestalter 18 auf 16 heruntergesetzt werden?

Jennifer Layton: Das halte ich für sinnvoll: Ich bin davon überzeugt, dass Jugendliche dann die Reife haben, sich eine politische Meinung zu bilden. Zudem zeigt sich, dass es aufgrund des demographischen Wandels immer mehr ältere Menschen gibt. Da entsteht ein Ungleichgewicht, sodass einige wichtige Themen von den Politikern vernachlässigt werden könnten.

Das heißt, die Parteien müssten neue Programmpunkte aufgreifen beziehungsweise andere Schwerpunkte setzen, um keine jungen Wählerstimmen zu verlieren …

Jennifer Layton: Genau. Wir brauchen das Wahlrecht ab 16. Das wäre ein wichtiges Signal dafür, dass Jugendliche gehört und ernstgenommen werden. Alle Generationen sollen zur Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft beitragen.

Info

Das U18-Arbeitsbündnis aus Kreisjugendpflege, Kreisjugendring, den Trägern der Jugendarbeit im Kreis, der katholischen und evangelischen Jugend und der Jugendbildungsstätte Königsdorf hat einen Videoclip mit den Stimmkreiskandidaten produziert. Ein Speeddating mit Fragestellungen an die Kandidaten ist im Rahmen der „Polit(o)ur“ am 15. September um 15 Uhr im Jugendzentrum LaVida in Wolfratshausen, um 17 Uhr im Geretsrieder Saftladen und um 19 Uhr im Tölzer Jugendcafé möglich.

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