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Carl-Christian Eick, Redaktionsleiter des Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur.

Kommentar

Aufwertung der Wolfratshauser Altstadt: Diese Watschn hat der Bürger nicht verdient

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Die Wolfratshauser Altstadt soll aufgewertet werden. Zu den Bürgervorschlägen äußerten sich jetzt die Stadträte. Dazu ein Kommentar von Redaktionsleiter Carl-Christian Eick.

Wenig Originelles, nichts Visionäres, aber immerhin: Die Bürger nutzten den sehr kleinen Bewegungsspielraum, der im Korsett blieb, das Bund, Land, Kreis und Kommune vor der Aufwertung der Altstadt geschnürt hatten. Nicht alles, was sich der Wolfratshauser wünscht, ist erlaubt. Aber der Souverän machte einen Anfang, er tat genau das, was die Stadtväter gebetsmühlenartig von ihm verlangt hatten: Er solle sich beteiligen, möge unverblümt seine Meinung sagen, solle sich für „seine“ Flößerstadt engagieren. Dass nicht alle geschlossen mit der Hurratüte zu den Workshops strömten: geschenkt. Leider ist ehrenamtliche Arbeit bei vielen Zeitgenossen so beliebt wie Keuchhusten.

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Nun aber despektierlich auf die laut Stadtrat Dr. Manfred Fleischer kümmerlichen zwei Prozent herabzuschauen, die seit November aktiv an der Aufhübschung ihrer Heimatstadt arbeiteten, ist – mit Verlaub – eine Frechheit. Dass ausgerechnet dieser Stadtrat, der am Dienstag einmal mehr voller Pathos betonte, dass allein das „Parlament“, dem er angehört, Entscheidungen zum Wohl und Wehe Wolfratshausens treffen dürfe, das Ergebnis der Bürgerbeteiligung als nicht repräsentativ zurückweist, zeugt von Chuzpe. In den Momenten, in denen Stadtrat Fleischer mehr oder minder offensichtlich Klientelpolitik betreibt, spielt es nämlich keine Rolle, ob die Nutznießer eine repräsentative Mehrheit oder nur zwei Prozent der Wolfratshauser sind.

cce

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