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Geschichte: Die Stadt hat das Floß neben dem A utobahnzubringer (hier ein Foto vom Aufbau), mit dem sie für den Deutschen Flößertag im Mai warb, beseitigt. 

Am Autobahnzubringer

Aus fürs Floß: Letzter Halt im Sägewerk

Das Floß am Autobahnzubringer ist verschwunden. Die Stadt hat es beseitigt und ins Sägewerk geliefert. Die Genehmigung lief Ende Juni aus.

Wolfratshausen – Es sollte die Besucher Wolfratshausens willkommen heißen: Ein ausrangiertes Holzfloß schmückte bis vor wenigen Tagen die Grünfläche unterhalb des Autobahnzubringers. Obwohl: Ob es tatsächlich „schmückte“, war umstritten. Einige nackte Fichtenstämme auf dem Rasen so ganz ohne Fahnen und erklärende Hinweise erschienen vielen Bürgern als – vorsichtig ausgedrückt – wenig dekorativ. Egal: Nun ist es weg, beseitigt von der Flößerstadt.

Selbst Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller (SPD) hatte in einem Gespräch mit unserer Zeitung eingeräumt, dass das zierlose Gefährt „nicht das Gelbe vom Ei“ sei. Stadtrat Walter Daffner (Bürgervereinigung) amüsierte sich über „eine Fuhre Holz“, die womöglich ein Unbekannter dort widerrechtlich abgeladen habe.

Holz fand keinen Interessenten

Ist das Floß nun aufgrund von Kritik und Spott abgebaut worden? „Nein“, antwortet Bürgermeister Klaus Heilinglechner. Die Stadt habe die benötigte Wiesenfläche nur bis zum 30. Juni gepachtet. Da sich bereits vor Ablauf dieser Frist ein Interessent für das Holz gefunden hatte, habe man die Stämme kurzerhand schon früher – ganz in alter Flößertradition – zu einem Sägewerk transportiert.

Aufgestellt wurde das Floß im vergangenen Herbst als Werbemittel mit Blick auf den Deutschen Flößertag in Wolfratshausen. Nur aufgrund dieser Veranstaltung habe die Kommune eine Ausnahmegenehmigung bekommen. Der Flößertag fand im Mai mit großem Trara statt. Das bis dahin ziemlich schmucklose Floß wurde dafür sogar mit blauen Wellensymbolen und einem Banner verziert. Das fanden dann sogar einige Skeptiker ganz ansehnlich.

Genehmigung war absolutes Entgegenkommen

Die neue Schönheit war nur von kurzer Dauer. Über eine Verlängerung des Pachtvertrags sprach die Stadt mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim nicht. „Es war ohnehin ein absolutes Entgegenkommen, dass wir das an der Stelle aufbauen durften“, erklärt der Rathauschef.

Auf hübsches Beiwerk musste die Stadt aus zweierlei Gründen verzichten: Sowohl die Behörde als auch die Polizei hatten Sorge, dass Autofahrer durch den Werbeträger abgelenkt werden könnten. Das Bauamt forderte also „einen Hingucker, den man nicht anschauen darf“, unkte Grünen-Sprecherin Annette Heinloth. Außerdem – so die Argumentation gegenüber der Kommune – könnten Kinder über die viel befahrene Straße laufen, um auf dem Floß zu spielen. Auch wenn mancher Stadtrat die Sorgen als „lächerlich“ abgetan hatte: Dieses Risiko ist jetzt immerhin gebannt.Dominik Stallein

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