Erschöpft, aber unverletzt: Die kleine Ausreißerin Lucy irrte am Wochenende stundenlang an der Autobahn umher. Zeitweise musste die A 95 sogar gesperrt werden. foto: sh

Hunderettung auf der A95

Ausreißerin Lucy hält Autofahrer und Polizei in Atem

Wolfratshausen - Filmreife Hunderettung auf der A95 bei Wolfratshausen: Erst nach Stunden und mit vereinten Kräften gelang es, eine kleine Ausreißerin namens Lucy wieder einzufangen.

Bereits am Samstagvormittag war Lucy – ein niedlicher weißer Bolonka zwetna mit schwarzen Knopfaugen – seinem Münchner Frauchen im Bereich eines Parkplatzes an der Autobahnausfahrt Wolfratshausen davon gelaufen. Eine Suche nach ihr blieb erfolglos. Erst am Abend gegen 19.30 Uhr tauchte Lucy in der Nähe der Anschlussstelle wieder auf: Verkehrsteilnehmer sahen neben der Autobahn einen Hund und verständigten die Polizei. Bis zum Eintreffen der Streife war das weiße Wollknäuel jedoch wieder verschwunden.

Ausreißerin verbellt Polizisten

Am Sonntag um 7.50 Uhr ging dann erneut die Mitteilung ein, dass sich neben der Fahrbahn ein Hund befindet. Diesmal konnte eine Streife der Verkehrspolizei (VPI) Weilheim das verängstigte Tier sichten. Aber alles gute Zureden half nichts, berichtet die VPI. Selbst die Aussicht auf eine Mitfahrgelegenheit im warmen Streifenfahrzeug konnte Lucy nicht überzeugen. Sie „verbellte“ die Beamten und lief im Grünstreifen neben der Autobahn in Richtung Süden, in den Bereich eines gesperrten Parkplatzes, davon.

Dort versuchten die Beamten erneut, den Hund anzulocken – mit dem Ergebnis, dass Lucy ihren Weg einfach fortsetzte. „Über zwei Kilometer lief der Hund brav am rechten Rand des Seitenstreifens ohne anzuhalten vor dem Dienstfahrzeug her“, schildert die Polizei die Situation. Dann aber wurde es brenzlig. Die Ausreißerin lief plötzlich auf die Autobahn. Der nachfolgende dichte Reiseverkehr musste angehalten werden. Luzy überquerte erst die Fahrbahn in Richtung Garmisch, dann in Richtung München. Dort entkam sie nur knapp einem entgegenkommenden Audi.

Streife muss Autobahn sperren

Jetzt lief das Wollknäuel entgegen der Fahrbahn in Richtung Garmisch weiter. Die Streife wendete an der Ausfahrt Seeshaupt und fuhr dem Hund entgegen. Lucy hatte inzwischen wieder fast zwei Kilometer zurückgelegt. Als der Streifenwagen anhielt, drehte die Ausreißerin um und lief wieder zurück. Diesmal wechselte sie allerdings immer wieder vom Seitenstreifen auf die Fahrbahn. Autofahrer mussten abbremsen, wodurch es beinahe zu Unfällen gekommen wäre. Deshalb sperrte eine zweite Streifenbesatzung die Fahrbahn in Richtung Garmisch für den Verkehr.

Freudiges Wiedersehen im Tierheim

Das glückliche Ende der Geschichte: Eine Verkehrsteilnehmerin konnte Lucy schließlich einfangen. Sie hatte die Ausreißerin mit ihrem eigenen Hund angelockt. Beamte der Verkehrspolizei Weilheim brachten das unverletzte, aber erschöpfte und ausgekühlte Tier gegen 8.50 Uhr nach Gelting ins Tierheim. Dort wurde Lucy am Nachmittag von ihrem überglücklichen Frauchen abgeholt.

„Lobenswert war bei dem Einsatz, dass sich trotz des dichten Verkehrs alle Verkehrsteilnehmer vorbildlich verhielten und tatsächlich langsam an dem Geschehen vorbeifuhren“, schreibt die Polizei am Schluss ihres Berichts. Es wäre wünschenswert, so fügt sie hinzu, wenn sich die Autofahrer nicht nur bei kleinen Hunden, sondern auch bei Einsatzkräften auf der Fahrbahn so verhalten würden.

sas

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