Eine Ehre: Bürgermeister Klaus Heilinglechner (re.) gratulierte den Preisträgern: (v. li.) Wolfgang Saal, Maximilian Becker, Jürgen Schuster, Christian Ikker, Bernhard Reisner, Werner Grimmeiß, Werner Bauer, Franz Deutsch, Edith Grosch, Peter Bernard, Dr. Hans Horsmann, Edith Grosch, Ines Lobenstein, Alfred Barth, Melanie Winklmeier, Gabriele Rüth und Gabriele Reith.
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Eine Ehre: Bürgermeister Klaus Heilinglechner (re.) gratulierte den Preisträgern: (v. li.) Wolfgang Saal, Maximilian Becker, Jürgen Schuster, Christian Ikker, Bernhard Reisner, Werner Grimmeiß, Werner Bauer, Franz Deutsch, Edith Grosch, Peter Bernard, Dr. Hans Horsmann, Ines Lobenstein, Alfred Barth, Melanie Winklmeier, Gabriele Rüth und Gabriele Reith.

Ehrenamtspreis auf Flussfestivalbühne

Auszeichnung für engagierte Ehrenamtliche: „Wolfratshausen ist da sehr besonders“

  • VonPeter Herrmann
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Eine Ehre für das Ehrenamt: Auf der schwimmenden Bühne des Flussfestivals wurde der Ehrenamtspreis der Stadt verliehen. 17 Frauen und Männer freuen sich über die Auszeichnung.

Frauen und Männer, die sich in ihrer Freizeit unentgeltlich für andere Menschen einsetzen, sind meist bescheiden und scheuen das Rampenlicht. Bürgermeister Klaus Heilinglechner, Organisatorin Alexandra von Alvensleben und Moderator Dominik Stallein boten ihnen am Donnerstagabend dennoch eine besondere Bühne am Loisachufer.

Mit einem Sektempfang und der musikalischen Begleitung der Jazzband A-Trains begann ein kurzweiliger Ehrungsabend für 86 geladene Gäste, die im Flussfestival-Zelt ausreichend vor dem stark einsetzenden Regen geschützt waren. Kinderhortleiterin Maria Harrer hatte wie schon bei der Ehrenpreisverleihungspremiere im Januar 2020 die Bühne als gemütliches Wohnzimmer mit einem Sofa, Sesseln und Landschaftsbildern dekoriert. Dieses Ambiente erleichterte es den Preisträgern, über ihr Engagement zu reden und auf die mitunter überraschenden Fragestellungen von Dominik Stallein schlagfertig zu antworten.

Ohne bürgerschaftliches Engagement würde es die meisten sozialen, kulturellen und sportlichen Angebote nicht geben

Bürgermeister Klaus Heilinglechner

Zuvor hatten Klaus Heilinglechner und Dritter Landrat Klaus Koch die Bedeutung des Ehrenamts hervorgehoben. „Ohne bürgerschaftliches Engagement würde es die meisten sozialen, kulturellen und sportlichen Angebote nicht geben“, erklärte der Rathauschef. Koch nannte das Ehrenamt „demokratierelevant“.

Politische Diskussionen wurden im Keim erstickt

Danach durften zunächst Gabriele Reith, die sich unter anderem in der städtischen Fairtrade-Steuerungsgruppe engagiert, und das langjährige ADFC-Mitglied Werner Grimmeiß mit Dominik Stallein plaudern. „Wir haben noch Potenzial, um die Radwegenetz in Wolfratshausen weiter zu verbessern“, glaubt Grimmeiß. Politische Aussagen unterband Stallein aber schon im Ansatz. Stattdessen führte er eine besondere Strichliste für die Verwendung der ungeliebten Wörter Corona und Pandemie. „Für jede Nennung spende ich einen Euro an das BRK und die DLRG“, versprach er. So kam im Laufe der Gesprächsrunden ein zweistelliger Betrag zusammen, den der Moderator abschließend aufrundete.

Aufgrund der begrenzten Platzzahl im Zelt versammelten sich 30 Mädchen und Buben von der Wasserwacht auf der Loisachbrücke und jubelten von dort ihrer Übungsleiterin Melanie Winklmeier zu. Sie erhielt die Auszeichnungsurkunde, weil sie mittlerweile 80 Kinder und Jugendliche betreut und auch in Lockdown-Zeiten zum Dreh von Videoclips aufgerufen hatte.

Jugendarbeit und Seniorenhilfe

Der Förderung von Nachwuchstalenten hat sich Franz Deutsch verschrieben. Seine 2005 gegründete Musikwerkstatt ist längst etabliert. Den Fokus auf Senioren richten Maria Labbuda und Edith Grosch vom Sozialkreis Waldram. Die von ihnen veranstalteten Treffen wurden zwar von der Corona-Krise etwas ausgebremst, sind nun aber wieder möglich.

Mit der jüngeren Geschichte beschäftigen sich Wolfgang Saal von der Siedlungsgemeinschaft Waldram und Bernhard Reisner vom Historischen Verein Wolfratshausen. „Wir machen Geschichte mit aufwendigen Revuen und Vorträgen lebendig“, erklärte Reisner. Saal hatte kürzlich maßgeblich an der Gestaltung eines Mahnblumen-Denkmals vor dem Erinnerungsort Badehaus in Waldram mitgewirkt. Zur Teilnahme an historischen Stadtführungen lud Gabriele Rüth ein. Die Vorsitzende des Vereins Flößerstraße und Mitbegründerin der Loisachtaler Bauernbühne erschien im mittelalterlichen Gewand der berüchtigten Wolfratshauser Wirtin Rena Zapf.

Die Bandbreite des Engagements in Wolfratshausen ist üppig - Skateboardaktivisten, Konzert-Veranstalter und Asylhelfer werden geehrt

Nachdem die Skateboard-Aktivisten Maximilian Becker und Jürgen Schuster sowie Konzertverein-Isartal-Vorsitzender Dr. Hans Horsmann, TSV-Wolfratshausen-Vorstand Alfred Barth, DJK-Waldram-Urgestein Werner Bauer sowie die BRK-Einsatzkräfte Christian Ikker und Peter Bernard ihre Ehrungen entgegengenommen hatten, schloss eine Sonderauszeichnung die Gala ab. Entgegennehmen durfte sie Ines Lobenstein, weil sie nicht nur beim Aufbau der Corona-Teststationen entscheidend mitgewirkt hat. Moderator Stallein hob auch ihre Gründung des Asylhelferkreises hervor und ließ sich von Lobenstein noch ein Corona-Teststäbchen in die Nase stecken. Insgesamt hat die Caritas-Mitarbeiterin in der Stadt rund 230 ehrenamtliche engagierte Menschen um sich geschart. „Wolfratshausen ist da sehr besonders und hat viel dazu beigetragen, dass ich mich hier wohlfühle“, betonte die in Sachsen-Anhalt aufgewachsene Lobenstein. (ph)

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