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Pflegende Angehörige müssen auch loslassen können. So heißt es immer wieder. Doch wer sich eine Auszeit nehmen will, braucht für seinen Schützling einen Kurzzeitpflegeplatz, und die sind im Landkreis schwer zu finden.

Schwierige Lage in Heimen

Auszeit für pflegende Angehörige: Schlechte Chancen auf Kurzzeitpflege 

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Wer einen pflegebedürftigen Menschen zu Hause betreut, ist oft rund um die Uhr im Einsatz. Um den Angehörigen auch einmal Urlaub zu ermöglichen, gibt es in vielen Heimen Kurzzeitpflegeplätze. Leicht zu finden sind sie im Landkreis aber nicht.

Bad Tölz-Wolfratshausen – „Aktuell ist die Lage sehr schwierig“, sagt Christiane Bäumler. Sie ist Leiterin des Fachbereichs Senioren am Landratsamt und hilft pflegenden Angehörigen bei der Suche nach einem Kurzzeitpflegeplatz. Ob im Moment noch etwas zu bekommen ist, weiß sie aber auch nicht. „Das kann sich täglich ändern.“ Das Problem sei, sagt sie, dass die meisten Einrichtungen im Landkreis keine festen Kurzzeitpflegeplätze anbieten, sondern nur sogenannte eingestreute: Diese werden bei entsprechendem Bedarf auch mit Vollzeitbewohnern belegt – und stehen dann eben zu Urlaubszeiten nicht mehr zur Verfügung.

13 Einrichtungen im Landkreis kommen infrage

Wer für einen Angehörigen einen Platz sucht, um in den dringend benötigten Urlaub fahren zu können, muss daher bei den 13 infrage kommenden Pflegeeinrichtungen im Landkreis selbst nachfragen. Am besten fängt man damit schon im Vorjahr an, meint Bäumler, „dann ist die Chance am größten, ein Platz zugesichert zu bekommen“. Die Telefonnummern erfährt man bei ihr oder im „Seniorenkompass“ des Landratsamts – der im Moment allerdings vergriffen ist und erst ab September wieder in den Gemeinden ausliegt.

Am meisten Kurzzeitpflegeplätze bietet der Seniorenwohnpark Isar-Loisach in Wolfratshausen an: Bis zu 16 Pflegebedürftige finden zu Urlaubszeiten hier zusätzlich Quartier, erklärt Verwaltungsleiterin Monika Tamas. Ob man kurzfristig noch etwas bekomme, sei aber immer Glückssache. Denn: Freie Plätze in einem Doppelzimmer können nur mit Patienten gleichen Geschlechts belegt werden, und auch der Pflegegrad sollte ungefähr gleich sein. Will man für einen Angehörigen einen Platz in ihrem Haus sichern, sollte man sich deshalb mindestens einen Monat vor dem geplanten Urlaub darum kümmern, empfiehlt Tamas – für ein Einzelzimmer während der Sommerferien am besten schon im Frühjahr.

AWO-Seniorenzentrum „voll bis unters Dach“

Spätestens im Mai, sagt auch Sozialdienstleiterin Gabi Strauhal vom AWO-Seniorenzentrum Wolfratshausen, müsse man sich für einen Demenz-Pflegeplatz in der Hauptreisezeit anmelden. Im Moment sei das Haus „voll bis unters Dach“. Außerhalb der Schulferien gebe es aber manchmal auch kurzfristig Kapazitäten.

Ähnlich sieht es im Seniorenheim Gut Schwaigwall bei Geretsried aus: „Bei einer frühzeitigen Reservierung können wir entsprechend planen und pflegebedürftige Angehörige in der Urlaubszeit unterbringen“, erklärt Heimleiterin Carmen-Barbara Malek. Für die jetzigen Sommerferien gebe es jedoch keine Möglichkeit mehr, spontan noch jemanden aufzunehmen.

Altenpfleger und Krankenschwester sind schwer zu bekommen

Die meisten anderen Einrichtungen im Landkreis vergeben Kurzzeitpflegeplätze dagegen überhaupt nicht im Voraus, sondern nur aktuell, wenn gerade etwas frei ist. Denn: Um zusätzliche Plätze in den Ferien anzubieten, brauchen sie nicht nur zusätzliche räumliche Kapazitäten, sondern auch zusätzliches Personal.

 Die gesetzlich vorgegebene Fachkraftquote muss auch in den Ferien erfüllt werden. Deshalb können freie Betten nur bei entsprechend guter Personallage belegt werden. Und Altenpfleger und Krankenschwestern sind auf dem Arbeitsmarkt schwer zu bekommen. Allen, die auf einen kurzfristigen Pflegeplatz angewiesen sind, rät Petra Seibert vom Seniorenwohnheim „Haus am Park“ in Bad Tölz daher, nicht nur wohnortnah zu suchen, sondern im weiteren Umkreis und eventuell auch in anderen Landkreisen.

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