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Auszubildende droht Mitschüler: „Du bekommst meine Springerstiefel gegen den Schädel“

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Ihr Verhalten kommt eine Auszubildende teuer zu stehen: Eine 500 Euro hohe Geldstrafe muss eine 19-Jährige zahlen, weil sie einen Mitschüler per Sprachnachricht bedrohte. 

Wolfratshausen Die Angeklagte schluckt. Gerade hat der Staatsanwalt beantragt, sie zu 750 Euro Geldstrafe zu verurteilen. „Wie soll ich Geld für mein Kind auf die Seite bringen, wenn ich jetzt so eine Strafe zahlen muss?“, schluchzt die 19-Jährige. Der Richter wartet, das Schluchzen wird stärker. „Ich will nur noch nach Hause“, schimpft die junge Frau, stößt laut ihren Stuhl beiseite und stürmt aus dem Sitzungssaal.

Vor einem knappen halben Jahr war die Wolfratshauserin weniger zimperlich. Einem Mitschüler (20) an der Berufsschule hatte sie mittels einer Sprachnachricht üble Sanktionen angedroht: „Du bekommst meine Springerstiefel gegen den Schädel. Ich werde Dir das Leben zur Hölle machen. Du wirst keine Freunde mehr haben.“ Das alles sollte passieren, wenn der junge Mann ihrer Aufforderung, sich von ihr wegzusetzen, nicht Folge leiste.

19-Jährige manipuliert Teig

„Da war ich wutgeladen. Das Fass ist einfach übergelaufen“, räumte die Angeklagte ein. Danach habe man sich ausgesprochen. Sie habe sich entschuldigt. „Eigentlich war alles geklärt.“ Tatsächlich hatte der 20-Jährige seinen Strafantrag zwischenzeitlich zurückgenommen. Dann erfuhr er von einer weiteren fiesen Aktion seiner Mitschülerin, die vor einem Backwettbewerb an der Schule den Teig des Geschädigten manipuliert hatte. Der Auszubildende erbackte sich trotzdem Platz eins – und hielt an seiner Anzeige fest.

„Ich finde es frech, dass er das mit dem Salz erzählt“, kommentierte die Beschuldigte die Zeugenaussage ihres Mitschülers schnippisch. Zuvor hatte sie sich noch einmal ihre Hass-Tirade, die das Gericht sich vom Handy des Zeugen vorspielen ließ, anhören müssen.

Staatsanwalt:  „Eine hässliche Aktion“

Als „eine hässliche Aktion“ bewertete der Staatsanwalt das Telefon-Mobbing und als „sehr unerfreulich“ die Vorahndungen der jungen Frau, die in der jüngeren Vergangenheit die Justiz schon zwei Mal beschäftigt hatte. Als sie nach einer kurzen Unterbrechung wieder in den Sitzungssaal zurückkehrte und nichts mehr sagen wollte, verurteilte Jugendrichter Urs Wäckerlin die Wolfratshauserin wegen versuchter Nötigung zu einer Geldstrafe von 500 Euro, zahlbar an die „Brücke Oberland e.V.“.

„Das war tatsächlich gezieltes Mobbing“, sagte Wäckerlin. Die Nachricht spreche für sich: „Sie wollten Hass und Unfrieden sähen. Das ist ihnen nicht zufällig rausgerutscht“, so der Richter. Er ergänzte sein Urteil um eine Arrestwarnung. „Das Maß ist voll, jetzt reicht’s“, stellte Wäckerlin klar. 

Rubriklistenbild: © dpa

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