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Menschen statt Autos: Im Ausstellungsraum des Autohauses Gerb traten die Musiker vor vielen Zuschauern auf.

Applaus im Autohaus

Musikschüler zeigen ihr Können auf ungewohntem Terrain

Wolfratshausen – Viele Besucher verfolgten das Konzert „Piano Plus“ im Autohaus Gerb. Die Wolfratshauser Musikschüler zeigten auf ungewohntem Terrain ihr Können.

Einmal im Jahr bietet das Autohaus Gerb an der Geltinger Straße in Wolfratshausen jungen Künstlern ein außergewöhnliches Forum. Wo sonst moderne Automodelle ausgestellt sind, entsteht wie am Samstagabend ein Konzertsaal mit besonderer Atmosphäre. Freilich reichten auch diesmal die vielen Stühle nicht aus, um allen Besuchern einen Sitzplatz zu bieten. So füllten sich auch die Treppen und die Stehplätze schon eine Viertelstunde vor Beginn des Konzertreigens „Piano Plus“. Es waren vor allem stolze Eltern und Freunde der jungen Musikschüler, die sich die Einladung bei freiem Eintritt nicht entgehen ließen.

Manfred Heller, Leiter der Musikschule, kündigte zunächst einen schwungvollen Auftakt an. Er versprach nicht zu viel: Denn eine von Heini Zapf dirigierte Swinggruppe interpretierte den Irving-Berlin-Klassiker „Puttin‘ on the ritz“ so dynamisch, dass das Publikum Lust auf mehr bekam. Dem Veranstaltungsmotto „Piano Plus“ wurde danach Marlene Trautnitz gerecht. Sie gewann dem bekannten Stück „Somewhere over the rainbow“ am Klavier neue Facetten ab und erzeugte eine besinnliche Stimmung. Und manchmal benötigten die Musikschüler auch gar keine Instrumente, sondern bewiesen in A-cappella-Liedern ihre Stimmkraft.

Bestes Beispiel hierfür war der Auftritt des Gesangsquintetts um Polina Alekseev, Jasmin Buxbaum, Lina Dinzinger, Theresa Gerardy und Lilli Pauli. Selten hat man das einst von Nat King Cole gesungene Lied „When I fall in love“ so vielstimmig gehört. Dafür spendete das Publikum ebenso viel Applaus wie für die folgenden Klaviersolos von Anna Kübler und Antonia von Unold, die mit Instrumentalversionen der Hits von Céline Dion und den Scorpions zu begeistern wussten. „Ich dachte immer, dass man ,Wind of change‘ nur mit Gitarren spielen kann“, zeigte sich Musikschulleiter Heller überrascht.

Als besonderen Höhepunkt des Abends kündigte er danach das Ensemble des Jugendkammerchors an, das den Vorschusslorbeeren durchaus gerecht wurde. Vor allem das mehrstimmig gesungene schottische Volkslied „Loch Lomond“ dürfte den Zuhörern nachhaltig in Erinnerung bleiben. Am Ende des nahezu dreistündigen Abends präsentierte Manuel Geiger am Klavier seine Eigenkomposition „Fluvius“, ehe eine siebenköpfige Band abschließend wieder auf bekannte Ohrwürmer setzte. Beim Radiohit „Budapest“ fühlten sich viele der Zuschauer schließlich animiert, spontan mit einzustimmen. Trotz des umfangreichen Musikprogramms, das zwei Pausen erforderlich machte, waren nur wenige vorzeitig nach Hause gegangen.

von Peter Herrmann

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