Ein kleiner weißer Hund im Schnee.
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Gestatten, mein neuer Freund: In den Städten werden immer mehr Vierbeiner angemeldet. Gründe sind vermutlich die Corona-Pandemie und Zuzug (Symbolfoto).

Die Ordnungsämter verzeichnen einen Anstieg bei Anmeldungen

Bad Tölz-Wolfratshausen: Auf den Hund gekommen

  • Doris Schmid
    vonDoris Schmid
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Im Lockdown ist man mehr zu Hause. Die Verlockung ist deshalb groß, sich ein Haustier anzuschaffen. In der Landeshauptstadt München wurden im Corona-Jahr 2020 doppelt so viele Hunde angemeldet wie im Vorjahr. Im Landkreis fällt die Bilanz nicht ganz so deutlich aus.

  • Den Lockdown nutzen viele, um sich einen Hund anzuschaffen
  • Im Landkreis ist die Stadt Wolfratshausen Spitzenreiter bei den Neuanmeldungen
  • Aber für einen Hund müssen auch Steuern gezahlt werden

Bad Tölz-Wolfratshausen - In der Stadt Bad Tölz waren laut Pressesprecherin Birte Otterbach im vergangenen Jahr 669 Hunde gemeldet. Zum Vergleich: 2019 waren es 653, und 2015 waren in der Kurstadt 627 Vierbeiner registriert. „Eine leichte Tendenz aufwärts ist über die Jahre hinweg erkennbar“, sagt Otterbach. Seit der Corona-Krise verstärke sich dieser Trend, ergänzt sie.

Für einen Hund sind Steuern fällig

Wer sich einen Hund hält, muss Steuern zahlen: 60 Euro im Jahr werden in Tölz für den ersten Hund, 150 für den zweiten und 240 für den dritten und jeden weiteren Vierbeiner fällig. Für jeden Kampfhund sind 600 Euro zu berappen. Seit 1. Januar gibt es außerdem eine Neuerung: Hundebesitzer, die mit ihrem Vierbeiner einen Hundeführerschein machen, werden ein Jahr von der Steuer befreit.

In der größten Stadt im Landkreis hat sich die Anzahl der Hunde in den vergangenen Jahren nur leicht nach oben verändert. „2020 waren es 1092“, berichtet Thomas Loibl, Pressesprecher der Stadt Geretsried, auf Nachfrage. Im Vorjahr registrierte die Kommune 1076 Tiere und 2018 exakt 1049. Die Hundesteuer beträgt jährlich für den ersten Hund 40 Euro, für den zweiten 80 Euro und für jeden weiteren Hund 120 Euro. Nur bei Kampfhunden ist Geretsried mit 1000 Euro Spitzenreiter unter den Städten. Die Gemeinde Lenggries verlangt sogar 1200 Euro.

Mehr Anmeldungen in Wolfrasthausen

Am deutlichsten ist der Trend zum Hund in Wolfratshausen erkennbar. „2020 haben wir ein Drittel mehr Neuanmeldungen verzeichnet als 2019“, berichtet Rathausmitarbeiter Hubert Bernwieser. In Zahlen ausgerückt: 146 Vierbeiner wurden im vergangenen Jahr angemeldet. 2020 waren es insgesamt 859 Hunde, im Jahr davor 805 und vor fünf Jahren 712. Bernwieser: „Die Steigerung kann schon mit Corona zusammenhängen. Aber vielleicht liegt es auch am Zuzug.“ Die Steuer beträgt in der Loisachstadt für den ersten Hund jährlich 50 Euro, für den zweiten 80 Euro, für den dritten und jeden weiteren 120 Euro. Für Kampfhunde ist jeweils die zehnfache Gebühr fällig.

Ohne Leine ausdrücklich erlaubt: Die Stadt Wolfratshausen hat südlich des Kanals eine Freilauffläche (grün) für Hunde ausgewiesen.

In der Regel müssen alle großen Hunde mit einer Schulterhöhe von mindestens 50 Zentimetern in den Städten Bad Tölz und Wolfratshausen in ausgewiesenen Bereichen an der Leine geführt werden. Dazu gehören unter anderem öffentliche Anlagen, Wege, Straßen und Plätze innerhalb des bebauten Stadtgebiets. In Geretsried dürfen Hunde frei laufen – allerdings in der Verantwortung des Halters, wie Pressesprecher Loibl betont: „Wenn da was passiert, dann greift das Ordnungsamt ein und kann im Einzelfall eine Leinenpflicht erlassen.“

Toben ohne Leine

Für Herrchen und Frauchen in Wolfratshausen gibt es noch eine gute Nachricht: „Jenseits des Loisach-Isar-Kanals zwischen der B11 und dem Zubringer, gibt es eine Freilauffläche für die Vierbeiner“, berichtet Bernwieser. Pläne für eine Hundewiese auf der Böhmwiese in Geretsried haben sich vor Jahren zerschlagen.

nej

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