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Risiko für Fußgänger? Wird die Verordnung genehmigt, sind E-Scooter bald auf Gehwegen unterwegs. 

“haben auf Gehwegen nichts zu suchen“

Elektroroller auf Gehwegen: Seniorenbeitrat schlägt Alarm

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Elektrische Tretroller könnten bald auf Gehwegen fahren. Für den Seniorenbeirat des Landkreises ist das ein Horrorszenario. Er schlägt Alarm. 

Bad Tölz-Wolfratshausen – Dürfen elektrische Tretroller bald auf Gehwegen fahren? Mitte Mai soll die Entscheidung im Bundesrat fallen. Doch die Bedenken in den Ländern, die der Regelung zustimmen müssen, werden lauter. Sind die elektrischen Fahrzeuge, die Geschwindigkeiten von bis zu zwölf Kilometer pro Stunde erreichen, auf unseren Bürgersteigen ein Fluch oder Segen? Unsere Zeitung hat sich bei Polizei, Seniorenbeirat, Landratsamt und dem Behindertenbeauftragten umgehört.

Ein Unding ist die Verordnung in den Augen des Seniorenbeirats im Landkreis. Sogenannte E-Scooter „hätten auf Gehwegen nichts zu suchen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Vorsitzenden Hermann Lappus. „Könne man mit diesen Rollern auf den Gehwegen fahren, gefährdet man die Gesundheit, wenn nicht gar das Leben der Fußgänger, vor allem der älteren.“ Die Begründung: Fast alle Senioren besäßen ein eingeschränktes Reaktionsvermögen. Außerdem seien viele von ihnen gehbehindert, auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen. „Wo soll da auf den Gehwegen noch Platz sein für E-Scooter?“, fragt Lappus.

Die Polizei möchte sich dazu momentan nicht äußern. „Diese Verordnung ist noch nicht gültig. Das jetzt schon zu bewerten, steht uns nicht zu“, sagt Stefan Sonntag, Pressesprecher vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Aber: „Wenn die Rechtsnorm durch ist und die Fahrzeuge auf den Gehwegen unterwegs sind, werden wir das genau beobachten.“ Falls nötig, würden die Beamten geeignete Maßnahmen ergreifen, „dass alle Verkehrsteilnehmer gut und sicher durch den Verkehr kommen“.

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Das Tölzer Landratsamt gibt sich ähnlich zurückhaltend: „Solange die Verordnung nicht in Kraft tritt, lässt sich nicht viel sagen“, heißt es in einer Stellungnahme. „Sicherlich geht es schon heute auf Gehwegen, auf denen das Fahrradfahren zulässig ist, nicht konfliktfrei zwischen Fußgängern und Radfahrern zu.“ Man müsse abwarten, wie sich die Lage entwickle. Daher sei es zum jetzigen Zeitpunkt schwer abschätzbar, welches Gefahrenrisiko die Elektroroller mit sich bringen. Aber auch im Landratsamt betont man: „Gegenüber den schwächeren und ungeschützten Verkehrsteilnehmern auf den Gehwegen wird man die Thematik durchaus kritisch betrachten müssen.“ Ralph Seifert, Behindertenbeauftragter im Landkreis, spricht ebenfalls von einem „sehr schwierigen Thema“. Auch wenn Seifert nicht explizit Menschen mit einem Handicap als gefährdet sieht. An sich seien die Roller zwar eine gute Sache, sagt er. „Mobilität wird schließlich immer wichtiger.“ Aber die E-Scooter hätten auch ihre Schattenseiten.

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Ein Grundproblem besteht aus Sicht des Behindertenbeauftragten darin, dass die Fahrzeuge sehr schlecht zu hören sind. Er spricht von einer Art unsichtbaren Gefahr. Ein weiteres großes Problem sieht er in jugendlichen Fahrern, „die sich einen Spaß daraus machen und jede Lücke auf dem Gehweg nutzen, um sich durchzuschlängeln“. Seifert kann sich in der Tat vorstellen, dass die Zahl der Unfälle – wenn das elektrische Gefährt erst einmal auf Gehwegen zugelassen wird – in die Höhe schnellt. „Aber ich will jetzt den Teufel nicht an die Wand malen“, sagt er. „Jetzt heißt es erst mal abwarten.“

kof

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