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Machen in Bad Tölz mobil: (v. li.) Katharina Brandhofer, Lukas von Andrian und Maxl Kiefersauer.

Klimaschutz hat Vorrang

Fridays for Future: Protestwelle schwappt in den Landkreis

Für den Klimaschutz gehen am Freitag Schüler in Bad Tölz auf die Straße. Die Initiatoren hoffen auf 100 Demonstranten. Ickinger Gymnasiasten nehmen vermutlich nicht daran teil.

Bad Tölz-Wolfratshausen – „Streik auch Du am 15. März mit uns zusammen für eine Zukunft, in der wir weiter gut auf diesem Planeten leben können“: Diesen Aufruf haben die Initiatoren der „Friday-for-Future“-Bewegung auf ihrer Homepage veröffentlicht. Unter dem Motto „Freitage für die Zukunft“ setzen sich Schüler aus aller Welt wie berichtet für den Klimaschutz ein. Die Protestwelle schwappt an diesem Freitag in den Landkreis.

In Bad Tölz wollen am Freitag Schüler für den Klimaschutz auf die Straße gehen. Geplant ist eine Demonstration – Schulstreik inklusive. Treffpunkt ist um 11 Uhr der Vichyplatz in der Kreisstadt. Auf dem Sportplatz des Schulzentrums ist eine zentrale Kundgebung mit Reden und Diskussionen geplant. Die Initiatoren hoffen auf bis zu 100 Teilnehmer – viele von ihnen müssten am Freitag dem Schulunterricht fernbleiben.

Schüler aus Icking werden mutmaßlich nicht an der Demonstration teilnehmen. Nach Informationen unserer Zeitung warnte die Schulleiterin des Rainer-Maria-Rilke-Gymnasiums, Astrid Barbeau, in Lautsprecherdurchsagen vor einer Teilnahme an den Freitags- Streiks während der Unterrichtszeit. Barbeau soll mit Disziplinarmaßnahmen gedroht haben. Die Schulpflicht genieße Vorrang, gestreikt werden könne in der Freizeit.

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Dass sie nach dem Vorbild der Schwedin Greta Thunberg das Engagement für den Klimaschutz dem Unterricht Vorrang gaben, hatte für einige Schüler in Bad Tölz bereits Konsequenzen. „Ich habe einen Verweis bekommen“, berichtet Katharina Brandhofer. Der Realschüler Lukas von Andrian muss die versäumte Unterrichtszeit nachholen, indem er täglich nachsitzt. Der Neuntklässler wehrt sich aber gegen den Vorwurf, nur deshalb zur Unterrichtszeit zu demonstrieren, weil das „der leichteste Weg“ sei. Im Gegenteil: Nachmittags, in seiner Freizeit zu demonstrieren, bringe für ihn wesentlich weniger Komplikationen mit sich.

Wenn die Aktion auf Zuspruch stößt, können sich die Tölzer Initiatoren vorstellen, die Demos regelmäßig freitags zu wiederholen – so wie derzeit in vielen europäischen Städten. In einem Punkt sind die Jugendlichen sich einig: Nur die Verbindung der Demos mit einem Schulstreik verhindere, dass die Politik die Proteste einfach aussitze.  ast/red


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