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Gratulation: LBV-Kreisvorsitzender Walter Wintersberger (3. v. li.) ehrte bei der Jahresversammlung  langjährige Mitglieder.

Rund 2000 Mitglieder bayernweit

Mit voller Kraft für die Artenvielfalt: Erfolgreiches Jahr für den Landesbund für Vogelschutz

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Von Renaturierung der Moore bis hin zur Schaffung von Streuobstwiesen: Die Kreisgruppe des Landesbundes für Vogelschutz hat 2018 viel geleistet - ihre Arbeit scheint wichtiger denn je. 

Bad Tölz-Wolfratshausen– Vor 46 Jahren gründete sich die Kreisgruppe des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) in Bayern. Dass das das Engagement der derzeit rund 2000 Mitglieder wichtiger denn je zu sein scheint, zeigte sich in der jüngsten Jahresversammlung im voll besetzten kleinen Ratsstubensaal. LBV-Kreisgruppenvorsitzender Walter Wintersberger war um seine Aufgabe nicht zu beneiden: Denn obwohl sein Jahresrückblick sehr umfangreich ausfiel, konnte er nicht alle Aktionen der ehrenamtlichen Helfer würdigen.

Ein Schwerpunkt war 2018 zweifelsohne die Renaturierung der Moore. Durch Grundstückskäufe gibt es laut Wintersberger mittlerweile fünf solcher Renaturierungsprojekte im Landkreis. „In den etwa 300 Hektar großen Moorflächen werden Jahr für Jahr über 6000 Tonnen Kohlendioxid eingespart“, rechnete Wintersberger vor. Denn das Kohlendioxid wird im nassen Torf konserviert und so nicht an die Atmosphäre weitergegeben. Der Vorsitzende dankte in diesem Zusammenhang Gebietsgruppenleiterin Birgit Weis, die zahlreiche Führungen durch diese Gebiete veranstaltete und wertvolle Aufklärungsarbeit leistete.

Zudem erwarb die Kreisgruppe Flächen wie zum Beispiel das bei Egling gelegene Sachsenhauser Moos, um dort durch das Beseitigen von Büschen und Gehölzen wertvolle Streuwiesen zu schaffen. So können die einst heimischen Kiebitze, Braunkehlchen und Bekassinen wieder Brutflächen finden. Mühsam gestaltet sich indes der Vogelschutz an den Ufern der Isar.

An Informationsständen machte Kreisgruppenmitglied Fabian Unger im vergangenen Jahr rund 1800 Menschen vor Ort auf sensible Schutzgebiete aufmerksam. Vor allem die Vielzahl der oft mit unzureichender Ausrüstung ausgestatteten Schlauchbootfahrer stellt nach wie vor eine Bedrohung für die Umwelt dar. Wintersberger begrüßte in diesem Zusammenhang die vom Landratsamt geplante Isarverordnung, die die Zahl der Freizeitkapitäne in Zukunft auf ein erträgliches Maß reduzieren soll. „So wie es die letzten Jahre war, kann‘s sicher nicht mehr weiter gehen“, erklärte Wintersberger. Denn allein das Aufstellen von prägnanten Schildern würde zum Schutz der Brut von bedrohten Vogelarten wie der Flussseeschwalbe, dem Flussuferläufer und dem Flussregenpfeifer nicht ausreichen. Zudem unterstützt der LBV weiterhin das Anlegen von wild blühenden Wiesen, die Insekten als Lebensraum dienen.

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Bevor Günter von Lossow mit einem Vortrag über den großen Brachvogel die Jahresversammlung beendete, ehrte Kreisgruppenvorsitzender Wintersberger noch langjährige Mitglieder. Urkunden nahmen in den Ratsstuben Sebastian Köglsperger (40 Jahre im LBV), Viola Seidel, Hugo Grabmann, Franz Speer, Dr. Johannes Ottl (jeweils 30 Jahre) sowie Angelika Natali und Ulrich Virkus (jeweils zehn Jahre) entgegen.

pm


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