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Eine hohe Strafe erhielt ein 29-Jähriger vor Gericht, nachdem er betrunken mit dem Auto unterwegs war. 

Mit rund 1,6 Promille

Betrunkener Autofahrer gerät beim Überholen ins Schleudern - hohe Strafe für Angeklagten

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Weil er sich betrunken hinters Steuer setzte und beim Überholen ins Schleudern geriet, musste sich ein Eurasburger vor Gericht verantworten. Vom Richter erhielt er eine hohe Strafe. 

Bad Tölz-Wolfratshausen– Riesiges Glück hatte eine Wolfratshauserin, als sie am 17. Mai vorigen Jahres gegen 8 Uhr auf der B11, Höhe Geretsried-Stein, überholt wurde. Der Fahrer eines Skoda verlor bei dem Überholvorgang die Kontrolle über sein Fahrzeug, touchierte einen Baum am rechten Straßenrand und fuhr ein Verkehrsschild nieder. Die Wolfratshauserin entging einer Kollision nur, weil sie ihr Auto auf die Gegenfahrbahn lenkte. 

Gericht: Eurasburger mit 1,6 Promille Alkohol am Steuer

Das in dem Moment kein Fahrzeug entgegenkam, war wohl purer Zufall. Der Skoda-Fahrer musste sich jetzt wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs verantworten: Der 29-jährige Eurasburger war bei dem Unfall mit rund 1,6 Promille Alkohol im Blut am Steuer gesessen. Weil er später auf dem Weg zur Blutentnahme einen Polizisten als „Arschloch“ und „Hurensohn“ tituliert hatte, kam gleich noch eine weitere Anklage wegen Beleidigung hinzu.

Wolfratshausen: Angeklagter entschuldigt sich vor Gericht

„Das ist eigentlich nicht meine Art. Ich möchte mich bei den Polizisten entschuldigen, ich bin eigentlich ein ruhiger Mensch“, erklärte der Angeklagte vor Gericht. Zum Unfall mochte er keine konkreten Angaben machen. „Ich kann mich an fast nix erinnern“, begründete der Mann seine Zurückhaltung. Lediglich, dass er am Vorabend nach der Arbeit getrunken hatte, sei ihm noch schwach in Erinnerung. „Es werden schon mehrere Bier und Wein gewesen sein“, rekapitulierte der Beschuldigte. „Ich weiß nicht, wie ich auf die Idee gekommen bin, noch Auto zu fahren.“

Gericht: Augenzeugen konnten Unfallhergang detailliert rekonstruieren

Den Unfallhergang konnte die Augenzeugin detailliert rekonstruieren. Etwa auf Höhe des Bibisees habe sie im Rückspiegel gesehen, dass der Mann hinter ihr in Schlangenlinien gefahren sei, erzählte die 23-Jährige, die mit ihrem dreijährigen Sohn im Auto von Königsdorf kommend auf dem Weg zum Kindergarten war. „Ich bin langsamer gefahren, damit er überholen kann“, so die Zeugin. „Das hat er gemacht.“ Beim Einscheren habe sich der Angeklagte dann mit seinem Fahrzeug zwei Mal gedreht, bevor er gegen den Baum rutschte und die Frau auf die Gegenfahrbahn zwang. Sie hatte Glück im Unglück: Ihr Auto war lediglich durch herumfliegende Teile beschädigt worden. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 6900 Euro.

Sachschaden beläuft sich auf 6900 Euro

„Sie können 1000 Kreuze schlagen, dass nicht mehr passiert ist“, stellte Richter Helmut Berger angesichts der Tatsache fest, dass trotz Berufsverkehrs in dem Augenblick niemand entgegen gekommen war. Berger verurteilte den Eurasburger zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten, die er jedoch für drei Jahre zu Bewährung aussetzte.

Grund für die hohe Strafe war die Tatsache, dass der Angeklagte bereits drei Voreinträge in die Verhandlung mitbrachte, wobei Alkohol bereits bei den jüngsten zwei Verurteilungen aus dem Jahr 2017 (Geldstrafen wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung) eine Rolle spielte.

Wolfratshauser Amtsgericht: Mann erhält Freiheitsstrafe von sieben Monaten

Erschwerend kam nun hinzu, dass der junge Mann nur zwei Monate vor dem Unfall schon betrunken erwischt worden war: Am 10. März 2019 zeigte der Alkomat bei einer Kontrolle am Schlossberg in Eurasburg 0,7 Promille an, was eine Geldbuße und ein einmonatiges Fahrverbot nach sich gezogen hatte. „Aber das hat ihn völlig kalt gelassen“, schlussfolgerte der Richter. Als Auflage verordnete er dem Angeklagten eine Zahlung von 750 Euro an die Caritas-Suchtberatung sowie drei Beratungsgespräche zur Erstellung eines Behandlungs- und Therapieplans. „Der Alkohol ist ein Problem, dem sie sich stellen müssen“, so Berger. Der Führerschein wurde dem Eurasburger für zwölf Monate entzogen.

Angeklagter nicht zum ersten Mal betrunken mit Auto unterwegs

Kürzlich stand ein Dietramszeller in Wolfratshausen vor Gericht. Er soll Vize-Bürgermeister Häsch geohrfeigt haben. Weil Aussage gegen Aussage stand, stellte das Gericht das Verfahren ein.

Unter den wachsamen Augen Justitias spielen sich in den Gerichtssälen teils abenteuerliche Szenen ab - auch am Wolfratshauser Amtsgericht. Das sind die besten Zitate 2019.

rst

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