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Vor oder zurück? Das EU-Parlament (auf dem Foto Kommissionspräsient Claude Juncker) hat entschieden, die Zeitumstellung ab 2021 abzuschaffen. Nun müssen die Länder festlegen, ob künftig die Sommer- oder Winterzeit gilt. 

Früher hell oder später dunkel

EU will Zeitumstellung ab 2021 abschaffen: Aber welche Zeit soll danach gelten?

Winterzeit oder Sommerzeit? Welche Zeit soll nach der Abschaffung der Zeitumstellung im Jahr 2021 gelten? Wir haben uns im Landkreis umgehört.

Bad Tölz-Wolfratshausen – In der Nacht zum Sonntag werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt. Ab dem Jahr 2021, so hat es das EU-Parlament beschlossen, soll die Zeitumstellung abgeschafft werden. Die Länder müssen nun entscheiden, ob sie dauerhaft die Winter-, also die Normalzeit, oder die Sommerzeit einführen wollen. Fällt die Wahl auf die Winterzeit, wird es morgens früher hell und abends zeitiger dunkel. Mit der Sommerzeit könnte man die Abende länger genießen, verzichtet aber im Winter auf die ersten Sonnenstrahlen am Morgen.

Kreisbäuerin Ursula Fiechtner betrachtet das Thema aus zwei Perspektiven – als Bäuerin und als Mutter. „In beiden Fällen bin ich ganz klar für die Winterzeit.“ Wenn es mit der Sommerzeit abends erst spät dunkel wird, seien die Landwirte dazu verleitet, zu lange zu arbeiten und den Feierabend hinauszuzögern. „Das ist schlecht, man muss auch mal zur Ruhe kommen“, findet Fiechtner. Ihr Mann dagegen hält die zusätzliche Stunde Tageslicht am Abend für sinnvoll. „Man sieht, schon innerhalb einer Familie sind die Meinungen unterschiedlich“, sagt die Kreisbäuerin und lacht. Auch im Hinblick auf ihre Kinder bevorzugt sie die frühe Dämmerung. Die mache es leichter, den Nachwuchs ins Bett zu bringen. „Da spart man sich viele Nerven.“

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Georg Fischhaber von der Straßenverkehrsbehörde Bad Tölz-Wolfratshausen würde sich mit Blick auf die Sicherheit der Kinder für die Winterzeit entscheiden. „Unser Motto ist ,Sehen und gesehen‘ werden.“ Da sei es von Vorteil, wenn die Schüler den morgendlichen Schulweg nicht in der Dunkelheit zurücklegen müssen. Aber unabhängig davon, wie die Entscheidung ausfällt: „Letztendlich liegt die Verantwortung bei den Eltern. Sie sollten dafür sorgen, dass die Kinder mit reflektierender Kleidung unterwegs sind.“

In der Gastronomie hofft man auf die Sommerzeit. Die Gründe sind einleuchtend. „Wenn es abends länger hell ist, sitzen mehr Leute im Biergarten“, sagt Sabine Rank vom Tölzer Jägerwirt. Wenig betroffen von der Zeitumstellung sind die Mitarbeiter im Uhren- und Schmuckgeschäft Thanner in Wolfratshausen. „Wir mussten bisher nicht zweimal im Jahr sämtliche Uhren umstellen, das wäre ganz schön viel Arbeit“, stellt Melanie Thanner klar. Die meisten Uhren werden erst nach dem Kauf aktiviert, davor stehen sie still.

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Auch bei einem unserer Zeitungsausträger haben wir nachgefragt. „Ich stehe bei jedem Wetter und allen Lichtverhältnissen auf, aber natürlich ist es schön, wenn es heller ist und die Vögel zwitschern“, sagt Willi Walter Berger. Der Geretsrieder zieht also die Winterzeit vor, könnte sich aber mit beiden Möglichkeiten abfinden. Er sagt: „Im Grunde genommen ist das alles Gewohnheitssache.“ 

Leonora Mitreuter

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