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Fachkräftemangel auch an Schulen: Teilweise behilft man sich im Landkreis mit Quer- und Seiteneinsteigern. 

Personal ist knapp

Schulen fürchten Folgen des Lehrermangels

Der Personalbedarf ist wegen geburtenstarker Jahrgänge und wachsender Aufgaben hoch, doch der Nachwuchs ist knapp: Im Landkreis sind erste Anzeichen zu spüren, dass Grundschullehrer fehlen. Die Lage könnte sich noch zuspitzen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Den Grundschulen gehen die Lehrer aus: Dieses Szenario zeichnet eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, der zufolge bis zum Jahr 2025 in ganz Deutschland 35 000 Grundschullehrer fehlen. Grundschulen im Landkreis fühlen sich aktuell zumeist noch gut versorgt. Erste Vorzeichen des Lehrermangels sind aber auch hier spürbar.

„Uns fehlen pro Jahr zwölf bis 18 Grundschullehrkräfte“, sagt die Tölzer Schulamtsleiterin Marianne Konrad. Bis jetzt hätten Zuversetzungen aus anderen Regierungsbezirken dies größtenteils ausgeglichen. Auch Ursula Neff, Rektorin der Lenggrieser Grundschule, macht sich Sorgen, wo die Entwicklung noch hingeht. Über den Ist-Zustand sagt sie: „Wir sind hier in der glücklichen Lage, dass alle Klassen versorgt sind.“ Freilich gebe es gelegentlich „kleine Engpässe“, vor allem während der Grippewelle habe es „ein paar kritische Wochen“ gegeben.

Neff stellt sich allerdings die Frage: „Wie wird es sein, wenn die während des Babybooms geborenen Lehrer in den kommenden Jahren in Ruhestand gehen? Ich weiß nicht, wo dann die Nachwuchs-Lehrer herkommen sollen.“ Zudem merkt Neff an, dass die Anforderungen an Lehrer gewachsen seien – etwa durch das Thema Inklusion. Die Aufgabe sei, „eine Gruppe mit Spitzensportlern und schwachen Sportlern gleichzeitig zum Gipfel zu bringen“. In Klassen à 24 bis 25 Kindern gebe es teils mehrere Kinder mit speziellem Förderbedarf, „die dem Unterricht manchmal nur schwer folgen können“. Da sei es eigentlich unabdingbar, dass zwei Lehrkräfte anwesend seien. „Wir haben zwar eine hochqualifizierte Förderlehrerin, aber unsere Schule ist groß, sodass sie nicht alles allein leisten kann.“

Dass sich die Anforderungen verändern, bestätigt die Rektorin der Grundschule Bad Heilbrunn, Gabriele Weinelt-Bauernfeind. „Die Individualisierung schreitet voran, das spüren wir alle.“ Einen Mangel an Lehrkräften hat die Schulleiterin aber noch nicht festgestellt. „Ich fühle mich vom Schulamt gut versorgt“, sagt sie. In Sachen Inklusion gibt es an der Heilbrunner Schule aber auch ein besonderes Modell: Seit zwölf Jahren sind hier Partnerklassen der Tölzer Rothmund-Schule der Lebenshilfe angesiedelt.

Angret Pauli von der Grundschule Münsing bekommt dank des Schulprofils Inklusion sowohl genügend Klassen- und Fachlehrer als auch Förderlehrer zugewiesen. „Es gibt nicht allzu viele Inklusionsschulen in Bayern. Ich bin dankbar, dass wir hier personell gut unterstützt werden“, sagt die Schulleiterin.

An der Isardamm-Grundschule in Geretsried sagt Rektorin Monika Bauer, dass sie noch einen guten Stamm an Lehrern habe. Was sich jedoch heuer besonders bemerkbar mache, sei die Knappheit an Mobilen Reserven „Von ihnen gibt es weniger als die Jahre zuvor. Das sind sicher erste Anzeichen des Lehrermangels.“

Ähnlich geht es Frank Schwesig, Leiter der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg in Wolfratshausen. Das Schulamt kümmere sich darum, dass jede Klasse mit einer Lehrkraft versorgt sei, sagt er. Doch Reserven seien kaum zu bekommen. Man müsse sich dann damit behelfen, dass zum Beispiel Differenzierungsstunden als normaler Unterricht für alle abgehalten würden. Schwesig: „Darunter leidet die Förderung einzelner Schüler.“

Förderlehrer wären auch an der Karl-Lederer-Grundschule in Geretsried mit einem Anteil von über der Hälfte an ausländischen Kindern wichtig. „Unsere Förderlehrerin ist zum Februar in Pension gegangen. Leider konnte sie nicht ersetzt werden“, erklärt Rektorin Brigitte Leick.

Teilweise behilft man sich im Landkreis mit Quer- und Seiteneinsteigern. „Wir haben im Landkreis momentan drei Gymnasiallehrerinnen, die sich für den Grundschuldienst nachqualifizieren“, berichtet Schulamtsleiterin Konrad. Eine von ihnen unterrichtet in Wolfratshausen. Dazu Rektor Schwesig: „Das funktioniert ganz gut. Aber es ist natürlich ein Indiz für den Grundschullehrermangel.“

Tanja Lühr
und Andreas Steppan

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