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Am Tag des Denkmals für Besucher geöffnet: Die Nikolauskapelle in Geretsried an der B11. 

Neuigkeiten vorgestellt

Tag des offenen Denkmals: Das gibt‘s heuer im Landkreis zu sehen

Im September ist es soweit: Zum bereits 26. Mal beteiligt sich der Landkreis heuer am Tag des offenen Denkmals. Die 17 ausgewählten Sehenswürdigkeiten wurden im Kloster Beuerberg vorgestellt. 

Bad Tölz-Wolfratshausen – „Denkmäler bedeuten Heimat“, sagt Landrat Josef Niedermaier. Zum 26. Mal beteiligt sich der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen deshalb am bundesweiten Tag des offenen Denkmals der Deutschen Stiftung Denkmalschutz – heuer am Sonntag, 8. September. Niedermaier und die Kreisheimatpflegerin Maria Mannes stellten die 17 ausgewählten Sehenswürdigkeiten kürzlich im Kloster Beuerberg vor.

„Denkmäler bedeuten Heimat“

Als Kulisse diente die frisch renovierte Gebäudefassade zum Kreuzhof hin. Das von der Diözese München und Freising betriebene Diözesanmuseum im Kloster ist ebenfalls mit von der Partie am Aktionstag, an dem überall kostenlose Führungen und Vorträge angeboten werden. In Beuerberg können die Besucher nicht nur die Ausstellung „Heimat – Gesucht. Geliebt. Verloren.“ besichtigen, sondern erstmals auch die oberen Stockwerke des Klosters, in denen bis 2014 die Salesianerinnen lebten. Die Kinder sind eingeladen, einen Reisealtar in der Streichholzschachtel zu basteln. Am Abend zieht Georg Glasl von Raum zu Raum und gibt ein „Wandelkonzert“.

Unter den Denkmälern sind einige „Klassiker“, die fast jedes Jahr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, wie die katholische Kirche Sankt Benedikt und die benachbarte Schmiede in Gelting oder die Nikolauskapelle in Geretsried.

Klassiker, Publikumsmagnete und Neuheiten

Ein Publikumsmagnet ist das Walchenseekraftwerk in Kochel am See. Mit der Standseilbahn geht es hinauf zum Wasserschloss. „Von der Terrasse aus hat man einen traumhaften Blick über das Loisachtal“, schwärmt Maria Mannes. Als „Geheimtipp“ bezeichnet sie die etwa dreistündige Wanderung mit Jost Gudelius zur Schronbachalm in der Jachenau. Der ehemalige Gebirgsjäger Gudelius hat sich auf das Finden und Zuordnen von Grenzsteinen spezialisiert. Er kennt die Geschichte des Isarwinkels wie seine Westentasche.

Neu im Programm sind die Winzererkapelle der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Tölz, die Happsche Apotheke in Wolfratshausen und die Ammerlander Schlosskapelle. Die Winzererkapelle ist normalerweise mit einem Eisentor verschlossen. Landrat Josef Niedermaier kann einen Blick in das 1513 erbaute Kirchlein mit dem schönen Altar nur empfehlen. 15 Jahre lang habe er in der Stadtpfarrkirche ministriert, er kenne jede Heiligenfigur, erzählte er.

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Durch die Ammerlander Kapelle wird Ursula Scriba vom Ostuferschutzverband führen. Dank der Initiative des Verbands ist mittlerweile die Raumschale fertiggestellt. Der Altar wird noch restauriert. Die Happsche Apotheke im Untermarkt mit ihrem fast vollständig erhaltenen Inventar wird Wiggerl Gollwitzer vom Historischen Verein Wolfratshausen den Besuchern zeigen. Seit 1810 besteht für das Haus eine „Apothekergerechtigkeit“, die 1889 von Dr. Josef Happ erworben wurde. Fast 120 Jahre lang betrieb die Familie Happ die Apotheke, ehe sie geschlossen wurde und dann vor einigen Jahren in den Besitz der Stadt überging.

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Von Anfang an hat Kreisheimatpflegerin Maria Mannes sich um die Zusammenstellung der Denkmäler – die meisten in öffentlicher Hand, einige wenige in privater – federführend gekümmert. Das Interesse seitens der Bevölkerung stieg von Jahr zu Jahr. „Am Anfang boten wir nur eine Rundfahrt mit dem Bus für einen begrenzten Personenkreis an. Im vergangenen Jahr zählten wir 4400 Besucher“, sagt die Wolfratshauserin. Die 77-Jährige kündigte an, sie werde sich nach 15 Jahren als ehrenamtliche Kreisheimatpflegerin demnächst in den Ruhestand verabschieden. Damit werde sie die Organisation des Tags des offenen Denkmals in andere Hände legen. Laut Niedermaier wird der Kreistag einen Nachfolger für Maria Mannes benennen und die langjährige Kreisheimatpflegerin „im gebührenden Rahmen verabschieden“.

tal

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