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Da ist er: (v. li.) Beirat Paul Brauner und Vereins-Vorsitzende Dr. Sybille Krafft nahmen strahlend den symbolischen Förderbescheid für das Badehaus entgegnen. Überreicht haben diesen die Leader-Verantwortlichen Thomas Gründl (Vorsitzender), Sebastian Wittmoser (Koordinator) und Dr. Andreas Wüstefeld (Manager).

„Das ehrenamtlichste Projekt“

Badehaus bekommt Zuschuss von EU-Leaderprogramm

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Riesenfreude beim Verein „Bürger für das Badehaus Waldram-Föhrenwald“: Der Verein bekommt 95.000 Euro aus dem Leader-Förderprogramm der Europäischen Union. 

Wolfratshausen – „Das Badehaus ist momentan das ehrenamtlichste Leader-Projekt“, lobte Dr. Andreas Wüstefeld, Manager der Leader-Aktionsgruppe im Landkreis. Wer durch das 700 Quadratmeter große Badehaus geht, sieht sofort: Hier wird intensiv gearbeitet. Ziegelsteine warten darauf, dass sie verbaut werden, der Boden ist überzogen von einem Geflecht an Leerleitungen. Die Luft ist so feucht wie im Tropenhaus im Münchner Tierpark. Obwohl jeden Tag gelüftet wird, sind alle Fenster beschlagen. Der Grund: In den vergangenen Wochen wurden die Wände verputzt und der Estrich ausgebracht. „Es gibt einige Leute, die hier in ihrer Freizeit sehr, sehr viel arbeiten“, sagt Dr. Sybille Krafft. Allein die ehrenamtlichen Bauarbeiter bringen es inzwischen auf über 2000 Einsatzstunden, rechnete die Vereinsvorsitzende vor. Die Stunden für die Museums-Konzeption sind noch nicht eingerechnet: „Die Leute spüren, dass hier viel Herzblut drinsteckt und lassen sich anstecken. Das motiviert uns.“

Offizielle Eröffnung für 2018 geplant

Die Baumaßnahmen werden im Frühjahr abgeschlossen, sagte Beirat Paul Brauner. Im Mai sei die erste Ausstellung geplant, allerdings noch im Freien. Im Frühsommer soll die Außengestaltung vorangetrieben werden. „Auf alle Fälle wollen wir vor dem Berliner Flughafen fertig sein“, kündigte Krafft schmunzelnd an. Es gebe Vereinsmitglieder, die Silvester im Badehaus feiern wollen. Die offizielle Eröffnung ist für 2018 geplant: „Wir werden da ein historisch stimmiges Datum finden.“

Viel Lob für den 1,7 Millionen Euro teuren Umbau gab es von Thomas Gründl, Vorsitzender der Leader-Aktionsgruppe. „Ich finde es toll, was hier mit viel ehrenamtlichem Engagement geschaffen wird.“ Dass auf diese Weise ein so geschichtsträchtiges Gebäude erhalten bleibt, sei „hervorragend“.

Leader-Koordinator Sebastian Wittmoser betonte den finanziellen Aspekt: „Was hilft ehrenamtliches Engagement, wenn die Mittel fehlen, um die Ideen umzusetzen?“ Es sei kein Problem gewesen, das Badehaus mit dem höchstmöglichen Leader-Fördersatz zu unterstützen, „denn das ist ein tolles Projekt“. Alle Kriterien wie Innovation, Bürgerbeteiligung und Vernetzung seien erfüllt. Die Unterstützung durch Leader sei schon die zehnte Fördermöglichkeit, die der Verein ausschöpft.

Krafft: „Ich weiß keinen Ort, der europäischer ist“

Krafft wünscht sich, dass jeder Schüler im Landkreis einmal die Ausstellung in dem Haus besucht, das in der NS-Zeit als Sanitärgebäude für die Arbeiter in der Rüstungsindustrie diente. Später benutzten es die „Displaced Persons“, also durch den Krieg entwurzelte Menschen wie NS-Verfolgte, ehemalige Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge, die sich außerhalb ihres Heimatstaates aufhalten mussten. Zwischen 1945 und 1957 waren zehntausende Menschen aus ganz Europa im Lager Föhrenwald im heutigen Waldram untergebracht. Krafft: „Ich weiß keinen Ort, der europäischer ist.“

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