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Schlittschuhlaufen können Winterfreunde am Kirchplatz in Starnberg schon lange.

Attraktion nach Starnberger Vorbild

Bahn frei für den Eisplatz

Die Bürgervereinigung hat die Idee entwickelt, dass man an der alten Floßlände Schlittschuhlaufen kann. Der Kulturausschuss begrüßt diese Idee ausdrücklich. Jetzt sollen Angebote eingeholt werden. 

Wolfratshausen – Wo im Sommer viele Wolfratshauser die Sonne genießen, sollen sie künftig im Winter Pirouetten auf dem Eis drehen können. Die Bürgervereinigung möchte in den kalten Monaten für vier oder sechs Wochen an der alten Floßlände eine mobile Eisfläche anlegen. Der Kulturausschuss begrüßte die Pläne und sprach sich einstimmig dafür aus, das Vorhaben zu prüfen.

Sportreferent Max Schwarz (Bürgervereinigung Wolfratshausen/BVW) stellte die Idee seiner politischen Gruppierung vor. Die Piste soll rund 450 Quadratmeter groß werden, bei etwa 30 Meter Länge auf 15 Meter Breite. Zum Vergleich: Eine Einfachturnhalle ist 27 mal 15 Meter groß. Daneben könnten Verkaufsstände stehen. Die abschüssige Fläche am Josef-Bromberger-Weg müsste man für die Eisfläche stellenweise erhöhen.

Unternehmen, so die Vorstellung der BVW, könnten das Projekt kofinanzieren, indem sie auf den Banden um die Eisfläche herum für sich werben. Weitere Einnahmen würden die Eintrittsgelder und ein Schlittschuhverleih generieren. Außerdem könnte der Verkauf von Getränken und Essen Geld in den Stadtsäckel spülen.

„Eine echte Steigerung der Attraktivität“ wäre die Eisbahn laut Schwarz für Wolfratshausen. „Schulen, Sportvereine und Firmen können das Angebot nutzen.“ Als besondere Attraktionen hält der Waldramer beispielsweise eine Eis-Disco, Kinderschminken oder einen Nachtlauf unter Flutlicht für möglich. Der Sportreferent räumte aber ein, dass diese Idee „nicht ganz neu“ ist.

Das letzte Wort hat am Dienstag der Stadtrat

Einige Fraktionen hatten sich bereits in der Vergangenheit mit einem solchen Eismärchen auseinandergesetzt, darunter die CSU. Deren Fraktionsmitglied Peter Plößl begrüßte das Vorhaben: „Das ist eine schöne Idee, etwas Belebendes zu schaffen.“ Die übrigen Fraktionen sprachen sich ebenfalls dafür aus, äußerten jedoch auch einige Bedenken. Grünen-Sprecherin Anette Heinloth möchte wissen, „wie hoch die Kosten für dieses Angebot wirklich sind“. Außerdem sorgt sie sich um die ökologischen Aspekte des Vergnügens. „Es wäre wichtig, dass man im Vorfeld herausfindet, wie viel Energie dafür tatsächlich gebraucht wird.“ Ob die abschüssige Floßlände für ein solches Projekt wirklich geeignet ist, sei ebenfalls zu überprüfen.

Gerlinde Berchtold (SPD) zeigte sich angetan von der Idee: „Bei sportlichen Aktivitätsangeboten bin ich immer dabei.“ Auch sie bat um eine verlässliche Aufstellung der Ausgaben für die Anlage der Eisfläche: „Die Kosten müssen stimmen.“ Berchtolds Fraktionskollegin Roswitha Beyer mahnte, die weiteren Kostenpunkte – zum Beispiel für das Personal oder den Schlittschuhverleih – ebenfalls zu bedenken.

Der Ausschuss für Kultur, Jugend, Sport und Soziales votierte einstimmig mit 10:0 Stimmen dafür, den Bürgermeister zu beauftragen, Angebote für eine Eispiste einzuholen und die Realisierung – analog zur Stadt Penzberg – zu prüfen. Dort gibt es das Angebot bereits seit drei Jahren. Im vergangenen Jahr belief sich das wirtschaftliche Defizit der Eislaufbahn auf knapp 15 000 Euro. SPD-Rätin Berchtold regte an, auch in Kontakt mit der Stadt Starnberg zu treten, deren Bürger im Winter ebenfalls eine mobile Eisbahn nutzen durften. Das letzte Wort hat am kommenden Dienstag der Stadtrat.  Dominik Stallein

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