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Manchmal Zankapfel: Nicht immer enden der Christbaumkauf und das Aufstellen harmonisch.

Kurioses im Advent

Baum mit Konfliktstoff

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Bad Tölz-Wolfratshausen - Ehestreit und ein amputierter Finger: Ein Christbaumverkäufer plaudert aus dem Nähkästchen.

Die Tage vor Weihnachten sind eine heikle Zeit. Laut einer Statistik trennen sich Paare an zwei Terminen im Jahr besonders häufig: Während der Osterferien – und in den 14 Tagen vor Heiligabend. Auslöser einer Ehekrise kann zum Beispiel der Kauf eines Christbaums sein. Ein Lied davon singen kann Josef Galli. „Ich könnte tagelang davon erzählen, was ich da schon alles erlebt habe“, sagt der 72-Jährige, der seit 20 Jahren seinen Sohn Thomas beim Verkauf von Christbäumen am Wolfratshauser Campingplatz unterstützt.

So kam einmal ein Ehepaar zu ihm, das einen besonders großen Christbaum kaufen wollte. Galli bot an, dass er die Käufer nach Hause begleitet, um das Prachtexemplar sicher im Christbaumständer zu befestigen. Das Ehepaar lehnte dankend ab. Zwei Wochen später kamen die beiden wieder zum Campingplatz, um einen zweiten Christbaum zu kaufen. „Braucht ihr im Schlafzimmer jetzt auch noch einen?“, witzelte Galli. Was war passiert? Ihr Mann habe einen wunderschönen Jugendstil-Christbaumständer besessen, berichtete die Frau. Der Gatte habe versucht, den Baumstamm passend zu schneiden – und schoss etwas übers Ziel hinaus. Der Baum schwankte hin und her. Also kürzte der Mann den Stamm noch einmal um einige Zentimeter. Das Ergebnis: Er war nun eine Winzigkeit zu dick. Mit all seiner Kraft versuchte der Hobby-Holzarbeiter, den Baum in den Christbaumständer zu drücken – bis das gute Stück in der Mitte auseinanderbrach.

Der Mann geriet in Rage, sägte den Baum kurzerhand in der Mitte auseinander und verkündete: „Heuer gibt es keinen Weihnachtsbaum.“ Dies ärgerte seine Frau wiederum maßlos. Sie stellte ihren Liebsten vor die Wahl: „Wenn es heuer bei uns keinen Christbaum gibt, verbringe ich die Feiertage auf Teneriffa.“ Eine Woche stritt das Paar. Dann einigten sich die beiden schließlich, einen zweiten Christbaum zu kaufen.

Immer wieder erlebt Josef Galli, dass sich Paare schon beim Kauf des Baums in die Haare geraten. Er versucht dann zu moderieren, nimmt die Streithähne zur Seite und bietet ihnen eine Tasse Glühwein an. „Meist ist der Zorn dann schnell verraucht.“

Doch nicht immer nimmt der Christbaumkauf ein gutes Ende. Auch an einen solchen Fall kann sich der 72-Jährige erinnern. Seinerzeit bot er dem Kunden ebenfalls an, sich ums Befestigen im Ständer zu kümmern. Doch der Käufer wollte sich nicht helfen lassen. Wenige Tage später trafen sich die beiden in der Wolfratshauser Innenstadt wieder. Der Mann hatte eine Hand eingegipst. Er hatte ungeschickt mit dem Werkzeug hantiert, war abgerutscht und hatte sich das Stemmeisen mit solcher Wucht in die Hand gerammt, dass ihm ein Finger amputiert werden musste.

Patrick Staar

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