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Maßarbeit: Der Lkw kippt den Asphalt in den Fertiger, der ihn auf der Fahrbahn verteilt. Im Hintergrund verdichtet die Walze die Masse. Der Fahrer muss die Walze immer in Bewegung halten. 

Baustelle an der Autobahn wird planmässig abgeschlossen 

Auf der Baustelle an der A95-Zufahrt „braucht man Gefühl im Hintern“

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Die Bahn ist wieder frei: Ab Donnerstag um 12 Uhr kann die sanierte Zufahrt zur Autobahn 95 in Wolfratshausen wieder befahren werden. Wir waren vorab auf der Baustelle.

Wolfratshausen – Autofahrer können aufatmen: Ab Donnerstag um 12 Uhr ist die Zufahrt zur Autobahn 95 in Wolfratshausen wieder geöffnet. 40 Arbeiter haben dafür im Wechsel 60 Stunden durchgearbeitet. Mittendrin: Bauleiter Jens Gärtner. Seit am Sonntag die 85 Umleitungsschilder und 20 Sperrungsschilder aufgestellt wurden, war er im Einsatz, um Fehler zu verhindern, bevor sie passieren, oder im Ernstfall umzuplanen. Immer mit dem Ziel, die Baustelle pünktlich freigeben zu können.

„Es gibt keine Ausreden, nur Lösungen“, sagt er am Mittwoch bei einer Fahrt über die Baustelle. Sie ist eineinhalb Kilometer lang – von der Einfahrt am Gewerbepark an der Loisach auf die Bundesstraße 11 bis rauf zur Ampelanlage und noch ein Stück weiter. Gärtner ist als Bauleiter der Autobahndirektion eigentlich nur für die Autobahnauffahrt zuständig, übernimmt aber die Sanierung der B 11 für das Straßenbauamt, damit der Abschnitt nur einmal gesperrt werden muss.

Für die 45 000 Quadratmeter Fahrbahnfläche haben die Arbeiter 11 000 Tonnen Asphalt von der Mischanlage in Gilching geholt. Lkw für Lkw kippten sie die bis zu 160 Grad heiße Masse in ein Fahrzeug namens Fertiger, das den Asphalt verteilt und vorverdichtet. Hinter der Kombination hält der Walzenfahrer sein Gerät immer in Bewegung, damit es später keine Dellen in der Straße gibt. „Der braucht Gefühl im Hintern“, erklärt Gärtner.

Manchmal ist Plan B gefragt

Nicht alles ist auf der Baustelle nach Plan verlaufen. Am Montagabend fing es derart an zu regnen, dass der Asphalt für die Autobahnauf- und abfahrt nicht mehr aufgebracht werden konnte. „Wir haben aber immer einen Plan B und C“, sagt der Bauleiter. Plan B kam zum Einsatz, und die Firma Schulz kümmerte sich am Mittwoch um die Auffahrt, während die Firma Pfnür auf der B 11 mit den Messungen für die Markierungsarbeiten begann.

„Die Herausforderung ist immer, dass wir uns nicht gegenseitig einsperren“, sagt Gärtner. Apropos Markierung: Die dauerten noch die ganze Nacht. Alles musste händisch neu ausgemessen und vorgezeichnet werden. In der Fahrbahnmitte der B 11 kamen Thermomarkierungen zum Einsatz. „Die sind zwar teurer, halten aber länger.“ Alle anderen Markierungen können gelegentlich aufgefrischt werden, ohne die komplette Straße zu sperren.

Ab 11 Uhr am Donnerstag sind vier Kolonnen unterwegs, um die Baustellenschilder abzubauen. Was bleibt, sind Schilder, die auf den neuen Belag hinweisen. Ob die Griffigkeit der Straße stimmt, kann frühestens nach sechs Wochen festgestellt werden, wenn ein paar Reifen darüber gerollt sind. Das hat Jens Gärtner aber nicht mehr in der Hand. 

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