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Brummi-Verkehr: Der Erdhaushub wird derzeit täglich von mehreren Lkw abtransportiert.  

„Grüne Lunge“ wird bebaut

Baustelle Coop-Wiese: Auf Waldrams Straßen wird es eng 

Das Bauvorhaben auf der Coop-Wiese in Waldram hat begonnen. Täglich sind dort mehrere Lkw unterwegs. Die einen finden das wahnsinnig spannend, die anderen extrem gefährlich. 

Wolfratshausen – Schon lange bevor die 52 Wohnungen auf der Coop-Wiese bezugsfertig sind, nimmt der Verkehr im Ortsteil Waldram zu. Vergangene Woche fand der symbolische Spatenstich für die zwei Mehrfamilienhäuser der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft an der Schlesierstraße statt. Und seither herrscht reger Baustellenverkehr. Das hatten viele Anwohner schon damals befürchtet, als der Stadtrat das Projekt vor über einem Jahr abgesegnet hatte.

„Es ist auffällig, dass die Bauarbeiten für mehr Verkehr sorgen“, sagt Wolfgang Saal. Von Seiten der Siedlungsgemeinschaftsmitglieder habe ihn zwar noch keine Beschwerde erreicht. Aber das Problem hat der Vorsitzende bereits hautnah beobachten können. „Als ich vor einigen Tagen mit dem Auto unterwegs war, musste ich in kürzester Zeit vier Lkw passieren lassen, die zur Baustelle gefahren sind.“

Pro Schlepper 20 Fahrten am Tag

Durch die Tiefbaumaßnahme auf der über 11.000 Quadratmeter großen Wiese falle viel Kies an, der abtransportiert werden muss, erklärt Robert Sappl, Geschäftsführer des gleichnamigen Erdbewegungs-Unternehmens, auf Nachfrage unserer Zeitung. Rund 20.000 Kubikmeter hätten seine Mitarbeiter in den vergangenen Tagen von der Schlesierstraße zum Kieswerk befördert. Ein Mitarbeiter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, berichtet: „Das sind pro Schlepper etwa 20 Fahrten am Tag.“ Täglich seien fünf Wagen im Einsatz. „Die Kollegen machen alle ungefähr genauso viele Fahrten.“ Gravierende Probleme sieht der Baustellenmitarbeiter dadurch aber nicht: „Klar sind die Straßen hier etwas enger, aber wenn man nicht zu egoistisch fährt, dann gibt es kein Chaos.“ Lediglich die vielen Autos, die am Straßenrand parken, würden gelegentlich dafür sorgen, dass man rangieren muss. „Gerade am Kindergarten an der Sudetenstraße ist es oft eng“, sagt der Lkw-Fahrer.

Die stellvertretende Leiterin der städtischen Einrichtung, Daniela Ruhm, hat dasselbe beobachtet. „Es ist momentan deutlich mehr Verkehr vor unserer Haustüre.“ Eltern, die ihre Kinder abholen oder bringen, müssen aufpassen: „Wenn vier Lkw nacheinander durchfahren, ist es gefährlicher als sonst.“ Was in den Augen der Eltern ein Gefahrenherd ist, ist für die Kinder spannend: „Vor allem die Jungs freuen sich und staunen, wenn so viele Laster am Kindergarten vorbeifahren.“ Ruhm hofft trotzdem, dass die schweren Transporte bald der Vergangenheit angehören: „Der Kies ist ja demnächst abgetragen.“

Von der „grünen Lunge“ ist nicht mehr viel zu sehen 

Das zeigt ein Besuch an der Schlesierstraße: Wo vor wenigen Tagen noch Wiese war, klafft nun ein tiefer Graben. Von der „grünen Lunge“, wie die Grünfläche von einigen Waldramern bezeichnet wurde, ist nicht mehr viel zu sehen. Auf einer Seite des Grundstücks, hinter dem mannshohen Absperrzaun, erinnert lediglich ein großer Haufen Erde an die Wiese.

„Viel Kies müssen wir nicht mehr transportieren“, sagt Robert Sappl. Der Baustellen-Verkehr im Ortsteil werde abnehmen. Er betont, dass nicht die komplette Fläche bebaut wird: „Zwischen den beiden geplanten Gebäuden und darum herum wird wieder Grünfläche angelegt und Bäume gepflanzt.“ Laut den Planern soll nach Abschluss der Arbeiten über die Hälfte des Grundstücks wieder begrünt und bepflanzt werden.

Die Krämmel-Unternehmensgruppe aus Wolfratshausen leitet die Baustelle, wenn der Erdaushub abgeschlossen ist. „Wir haben noch keine Beschwerden über die Verkehrsbelastung erhalten“, berichtet Unternehmenssprecherin Veronika Brand. Sie bestätigt zwar, dass künftig weniger Lkw durch Waldram fahren werden. Aber: „Ganz erledigt ist es damit noch nicht- Betonmischer und andere Fahrzeuge werden noch gelegentlich zur Baustelle fahren müssen.“ Geplant ist, die Baustelle bis zum Spätherbst im Jahr 2019 abzuschließen.

Dominik Stallein 

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